Aktuelle Ausgabe 7-8/2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: iStock.com/Rawpixel, LordRunar (Montage)

 

Exportwirtschaft im Höhenflug

Der österreichische Außenhandel hebt ab: Das Exportvolumen soll heuer erstmals die 150-Miliarden-Euro Schallmauer durchbrechen. Deutschland ist nach wie vor wichtigster Handelspartner und China, Indien und Indonesien sind Zukunftshoffnungen für heimischen Exporteure.

 

Von Marie-Theres Ehrendorff

 

Der neue Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer darf sich freuen - die Anzahl der heimischen Exporteure hat sich in den vergangenen 25 Jahren fast verfünffacht. Auch der Handel mit dem Ausland läuft aktuell wie geschmiert: 2017 betrugen die Warenexporte 141,9 Milliarden Euro, wobei sich die Importe auf 147,6 Milliarden beliefen. Demnach betrug das Außenhandelsdefizit 5,7 Milliarden Euro. „Mit einem Passivum ist auch heuer zu rechnen“, so Mahrer. Im ersten Quartal 2018 stiegen die Exporte um rund fünf Prozent auf 37,24 Milliarden Euro und die Importe um rund zwei Prozent auf 38,1 Milliarden Euro.

 

 „Sechs von zehn Euro des österreichischen BIP und jeder zweite Arbeitsplatz wird vom Export befeuert“, sagt Standort-Ministerin Margarete Schramböck. Die Zahl der Exporteure hat sich in den vergangenen 25 Jahren von rund 12.000 auf 58.000 erhöht. 80 Prozent der im Export tätigen Unternehmen sind laut Statistik Austria Klein- und Mittelbetriebe. Auch Kleinstunternehmen sind international tätig. „Ein Drittel der Export-Unternehmen hat weniger als neun Mitarbeiter. Das heißt, dass kleine Betriebe ganz besonders vom Export profitieren", so Schramböck.

 

Deutschland, Italien und die USA sind gemessen nach dem Ausfuhrvolumen die wichtigsten Exportmärkte für österreichische Unternehmen. Unter den Top-Ten-Exportpartnern sind zwar acht europäische Länder und mit den USA auf Platz drei im ersten Quartal und China auf Platz zehn nur zwei außereuropäische, die größten Exportzuwächse wurden in den ersten drei Monaten vor allem mit Staaten außerhalb Europas erzielt. Top-Steigerungen gab es mit einem Plus von 57,2 Prozent mit Korea, 35,8 Prozent mit Brasilien und 35,5 Prozent mit Malaysia. Hoch im Kurs bei österreichischen Exportbetrieben sind auch Kanada mit einem Plus von 19,7 Prozent und Mexiko mit 19,1 Prozent. „Die größten Wachstumsraten werden aber in Asien und Südamerika erzielt“, weiß der Leiter der Außenwirtschaft Austria, Michael Otter.

 

Foto: 123rf.com

 

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„Das Ende der Schuldenpolitik“

Mit einem konzisen Budgetplan ließ der 22. Finanzminister der Zweiten Republik aufhorchen: im nächsten Jahr sollen Staatsausgaben von 79,1 Milliarden Euro Einnahmen von 79,7 Milliarden gegenüberstehen. Ein ehrgeiziges Ziel des sportaffinen Hartwig Löger, der nicht nur die Finanzverwaltung verschlanken, sondern auch die Abgaben für Steuerzahler reduzieren will, wie er im Gespräch mit Chefredakteurin Marie-Theres Ehrendorff erklärt.

 

Herr Bundesminister, im ersten Quartal 2018 sprudelten mehr als zwölf Prozent zusätzlicher Steuereinnahmen aufgrund der guten Konjunktur ins Staatssäckel. Könnte sich ein Nulldefizit bereits heuer ausgehen?

 

Die positive Konjunktur ist eine wichtige Grundlage, auf der wir aufbauen können, aber kein Selbstläufer zum Nulldefizit. Wir haben ambitionierte Ziele, die Disziplin erfordern. Wir wollen die Staatsschulden von 78,1 Prozent im Jahr 2017 in Richtung 60 Prozent der Wirtschaftsleistung senken, die Steuerlast für arbeitende Menschen reduzieren und 2019 den ersten administrativen Budgetüberschuss seit 65 Jahren erreichen. Um das so zügig wie möglich zu erreichen, werden wir alle an einem Strang ziehen. Jahrzehnte lang ist es in Österreich unmöglich gewesen, einen Überschuss zu erreichen. Mit dieser Regierung werden wir es schaffen.

 

„Wer Großes wagt, kann scheitern. Wer es nicht wagt, der ist schon gescheitert“, zitierten Sie bei einer Veranstaltung den griechischen Philosophen Seneca. Wo sehen Sie den großen Wurf in Ihrem Plan, das Budget zu sanieren?

 

Mit dem Doppelbudget 2018/2019 beginnt eine gute, neue Zeit. Denn erstmals seit 1954 gibt der Bund 2019 weniger aus, als er einnimmt. Das bedeutet das Ende der Schuldenpolitik. Wir sind angetreten, um das Land zu verändern und genau das machen wir. 2019 erzielen wir einen Überschuss von 541 Millionen Euro. Das ist ohne neue oder erhöhte Steuern möglich, indem wir im System sparen. Beginnend mit 2018 sparen wir in Summe nachhaltig 2,5 Milliarden ein. Eine Milliarde kommt allein durch Einsparungen in der Verwaltung, eine weitere Milliarde durch den Stopp von Maßnahmen der Vorgängerregierung wie dem Beschäftigungsbonus sowie der Aktion 20.000. Der Rest durch Einsparungen bei Gebäudemieten, ausgegliederten Einheiten, Verbesserungen bei der Treffsicherheit von Förderungen sowie höheren Dividenden.

 

Foto: BMF/Wilke

 

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Gesunde Wertschöpfung

 

Die Gesundheitsversorgung einer Region ist nicht bloß ein Kostenfaktor für die Wirtschaft und die Beschäftigten, sondern sie stellt auch einen bedeutenden Faktor der Wertschöpfung dar. 

 

Von Thomas Duschlbauer

 

So hat eine gut funktionierende Gesundheitsversorgung über die ökonomische Bedeutung des Gesundheitssektors hinaus gleichzeitig einen großen volkswirtschaftlichen Nutzen. Denn ein Gesundheitssystem mit guter medizinischer Akutversorgung und einem ausgebauten Rehabilitationswesen trägt wesentlich dazu bei, dass die Erwerbsfähigkeit und Produktivität der Erwerbstätigen erhalten bleibt und die Menschen selbst aus eigener Kraft für ihren Unterhalt sorgen können. Investitionen in die Gesundheit der Menschen sind deshalb ein wichtiger Beitrag zu Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand.

 

Verflechtung mit anderen Sektoren

Neben diesem klassischen Kernbereich gibt es auch noch eine umfassendere Perspektive, dessen Nachfrage ebenfalls wesentlich vom Bedürfnis nach Gesundheit getrieben ist, aber bisher kaum als solche wahrgenommen wird: Die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen und -gütern macht die Gesundheitswirtschaft zu einem inhärenten Teil der Ökonomie mitsamt deren Produktivität, Verflechtung, Vorleistungsstruktur, Exportmöglichkeiten und Beschäftigten. Daraus ergeben sich bedeutende volkswirtschaftliche Potenziale. Wenn unser Gesundheitssystem einen bestimmten prozentuellen Anteil des BIP „kostet“, bedeutet das vereinfacht ausgedrückt, dass damit auch in gleichem Ausmaß Einkommen und Erträge in diesem Bereich erwirtschaftet werden – von den Teams in den örtlichen Arztordinationen bis hin zu den Spitälern inklusive der gesamten Zulieferlandschaft wie Bandagisten, Apotheken, Rettung und Taxitransportwesen etc.

 

Neue Trends – neue Wachstumschancen

Zudem eröffnet der technologische Wandel neue Behandlungsmöglichkeiten und kann damit als Wertschöpfungsfaktor gesehen werden. Der demographische Wandel erhöht den Bedarf an Gütern der Gesundheitswirtschaft und insbesondere das sich verändernde individuelle Bewusstsein für die Bedeutung der Gesundheit in Verbindung mit steigendem Wohlstand kann einen bedeutsamen Einfluss auf die Nachfrage nach Gesundheitsgütern haben.

Prof. Friedrich Schneider von der Johannes Kepler Universität hat diesbezüglich für Oberösterreich eine Studie erstellt. Diese beleuchtet auch die Frage, ob die von der Regierung angekündigte Zusammenlegung der GKKs realistisch Einsparungen erwarten lässt sowie die Auswirkungen solcher Organisationsveränderungen auf die oberösterreichische Regionalwirtschaft. Die Fusion der regionalen Gebietskrankenkassen zu einer Österreichischen Gesundheitskasse – mit einem als sehr wahrscheinlich geltenden Standort Wien – wäre demnach mit regionalwirtschaftlichen Effekten verbunden. Dies deshalb, da es zu Mittelabflüssen kommen wird, die für eine geringere Nachfrage und damit für sinkende Wertschöpfung, Einkommen und Beschäftigung in einer Region wie Oberösterreich verantwortlich sind. Die Wertschöpfungseffekte betreffen zu 43,3 Prozent direkt den Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens, während zu 56,7 Prozent auch andere Sektoren der Wirtschaft betroffen sind. So stecken beispielsweise in den Spitalsausgaben natürlich indirekt die Umsätze von oberösterreichischen Unternehmen wie Greiner, Salesianer, Gesundheits-IT Anbietern uvm.

 

Foto: Sergey Nivens - Fotolia.com, iStockphoto, Walter Luttenberger Photography

 

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