Aktuelle Ausgabe 6/2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: iStock.com/DNY59



Europa als digitale Kolonie

Die Abhängigkeit gegenüber den großen Tech-Konzernen jenseits des Großen Teiches und aus dem Reich der Mitte ist mittlerweile unübersehbar.

 

Von Thomas Duschlbauer

 

Foto: Mahr EDV GmbH

 

Was in den frühen 50er-Jahren begann, das ging um die Jahrtausendwende seinem Ende zu: Der 5. Kondratieff-Zyklus, welcher unsere damalige Industriegesellschaft in eine Informations- bzw. Wissensgesellschaft verwandelt hat. Was damals mit Großrechnern begann, die sich noch mit Zahlen als Daten begnügten, ist heute zum wichtigsten Treiber des Wirtschaftswachstums geworden. Im Verlauf dieser Entwicklung hat eine Reihe disruptiver Innovationen stattgefunden, die – wie etwa die Digitalkamera – zunächst schleichend Einzug in die Märkte gehalten und diese dann revolutioniert haben.

 

Im Schlepptau der disruptiven Innovationen aus dem Baukasten der IT-Entwickler folgten auch zahlreiche Geschäftsmodellinnovationen, die heute großen Einfluss auf unseren Alltag ausüben. Umgekehrt haben ehemalige Marktführer wie beispielsweise Kodak enorm an Bedeutung eingebüßt  – obwohl es im Fall der Digitalkamera paradoxerweise Kodak war, wo die erste Anwendung dieser Art das Licht der Welt erblickte. Die computerbasierte Informationstechnologie hat so gut wie alle Lebensbereiche und damit auch Branchen durchdrungen und ist zu einer Schlüsseltechnologie geworden. Fortschritt und somit die Schaffung von Wohlstand ist ohne sie kaum mehr vorstellbar. Wer also eine Schlüsseltechnologie beherrscht, hat zumeist auch die wirtschaftliche Vormachtstallung. Dies ist nicht unbedingt eine neue Erkenntnis, zumal beispielsweise mit der zunehmenden Industrialisierung auch der Aufstieg Großbritanniens begann, dessen Kolonien sich schließlich über alle Kontinente erstreckten.

 

Luftschlösser vs. Biotope?

Im Wettlauf rund um die Digitalisierung, ist die USA inzwischen mit einigen Runden Vorsprung unterwegs, während die EU hinterherhechelt und den Eindruck erweckt, als hätte sie sich überhaupt schon aufgegeben. Lediglich China ist noch in der Position, so etwas wie Souveränität über diese Technologien zu behalten. Während in der EU komplexe Themen wie superschnelle Rechner, Industrie 4.0 etc. eine große Rolle spielen, haben es die Unternehmen des Silicon Valley geschafft, Geschäftsmodelle zu entwickeln, die heute vor allem die Endverbraucher ansprechen und gleichzeitig mächtige Plattformen repräsentieren, an denen sich beliebig und einfach weitere Dienstleistungen und Produkte für die Industrie, Smart Home, die Mobilität etc. andocken lassen. Mit diesen eigenen „Biotopen“ ist es Konzernen wie Apple, Microsoft und Amazon gelungen, die B2C-Märkte zu erobern. Leistungen, die überdies gratis sind, ermöglichen unter anderem auch Google und Facebook eine gewisse Monopolstellung gegenüber den Europäern.

 

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Aus für Iran-Deal - Das große Zittern auf den Weltmärkten

Anfang Mai hat US-Präsident Donald Trump wahr gemacht, was viele schon lange vermutet hatten. Er kündigte das internationale Atomabkommen mit dem Iran auf und fuhr gleichzeitig wieder die Sanktionen gegen das Land hoch. Ein Schock für die Weltmärkte, denn der Iran galt als Zukunftsmarkt für viele europäische Unternehmen. Jetzt folgt die große Unsicherheit.

 

Von Stefan Rothbart

 

Foto: IRNA


Trotz einer Bestätigung der Internationalen Atomenergie-Behörde IAEO in Wien, dass der Iran sich an das Abkommen hält und keine nuklearen Waffen anstrebt, haben die USA das Abkommen aufgekündigt. Dieses war Voraussetzung für die Aufhebung der jahrzehntelangen Sanktionen gegen den Iran, die beinahe jeglichen Handel mit dem Land untersagten. Das unter Barack Obama ausgehandelte Abkommen wurde von der Weltgemeinschaft sehr positiv aufgenommen und galt vielen Unternehmen als Hoffnungsschimmer, denn der Iran mit seinen knappt 80 Millionen Einwohnern gilt als potenzieller Zukunftsmarkt. Da durch die Sanktionen die Entwicklung in vielen Bereichen zurückblieb, haben die Iraner ein enormes wirtschaftliches Wachstumspotenzial. Mit seinen weltweit größten Erdgasfeldern und seinen weltweit viertgrößten Erdölvorkommen ist der Iran auch ein interessanter Handelspartner für viele westliche Nationen. Für die iranische Bevölkerung war der Wegfall der Sanktionen jedenfalls ein Hoffnungsschimmer, der nun ein jähes Ende fand.

 

Doch was bedeutet die Wiedereinführung der Sanktionen, deren Aussetzung am 12. Mai 2018 nicht weiter verlängert wurde, für die heimische Wirtschaft? Bereits zuvor hat die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) vor größeren Einschnitten für deutsche Unternehmen gewarnt. Obwohl der Iran noch eine untergeordnete Rolle als Handelspartner hatte, setzte die deutsche Wirtschaft allein 2017 bereits drei Milliarden Euro ab, was einer Steigerung von 16 Prozent gegenüber 2016 und 45 Prozent gegenüber 2015 bedeutete.

 

Auch österreichische Unternehmen waren zuletzt massiv in das Irangeschäft eingestiegen. Laut WKO stiegen 2017 die Exporte um 9,2 Prozent und beliefen sich auf ein Volumen von 301,7 Millionen Euro. Demgegenüber betrug die Importsteigerung von Waren – zumeist Öl - aus dem Iran zuletzt 18,5 Prozent, was einem Handelsvolumen von 120 Millionen Euro entsprach. In 2017 lieferte der Iran 62 Prozent seiner Ölexporte nach Asien und 38 Prozent nach Europa. Unter anderem wurden Verträge mit dem niederländischen Ölkonzern Schell, dem französischen Konzern Total, dem deutschen Unternehmen Wintershall und der OMV geschlossen. Doch wie geht es jetzt weiter und was erwartet österreichische Unternehmen nun?

 

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So viele Meister wie nie

Der Meisterbrief als Auslaufmodell? Wohl kaum. Die Zahlen zeigen einen klaren Aufwärtstrend für den Meisterbrief: 428 Personen haben 2017 in Kärnten eine Meister- oder Befähigungsprüfung absolviert. Damit wurde ein neuer Rekord aufgestellt.

 

Von Angelika Dobernig

 

Foto: iStock.com/alvarez

 

Von einem Nein ließ sich Elisabeth Oitzl nicht aufhalten. Als die Behörde vor fünf Jahren entschied, dass sie nicht als außerordentliche Hörerin in die Berufsschule darf, begann sie alle Hebel in Bewegung zu setzen. Damals war sie schon seit vielen Jahren als Buchhalterin selbstständig, doch nachdem sie ihren Mann – mit Gasthaus und Landwirtschaft – kennengelernt hatte, wollte sie einen neuen beruflichen Weg einschlagen und sich rund um das Thema Fleischverarbeitung weiterbilden.

 

Ihre Hartnäckigkeit machte sich bezahlt: „Nachdem ich ein Jahr lang gekämpft habe, bekam ich schließlich den positiven Bescheid“, erzählt die Riegersdorferin. Zwei Jahre später hatte sie die Berufsschule abgeschlossen und den Gesellenbrief in der Tasche. „Dann habe ich mir gedacht, jetzt bin ich grad so im Lernen drinnen, ich mach weiter“, lacht Oitzl. Nun bekam sie ihren Meisterbrief für das Fleischergewerbe überreicht – und hat auch schon die nächsten Ziele im Auge: „Jetzt möchte ich gern eine Fleischerei zusätzlich zu unserem Gastgewerbebetrieb anmelden.“

 

Elisabeth Oitzl ist eine von insgesamt 428 Personen, die im vergangenen Jahr ihre Meister- oder Befähigungsprüfung in Kärnten erfolgreich abgelegt haben. Sie erhielten vor kurzem ihre Urkunden bei einer feierlichen Zeremonie. Klaus Kronlechner, Obmann der WK-Sparte Gewerbe und Handwerk, freute sich mit ihnen: „Ihr habt viel Schweiß und Gehirnschmalz in diese Ausbildung investiert. Ich gratuliere euch allen! Mit diesem hart erkämpften Diplom hebt ihr euch von anderen ab – nämlich mit einem Vorsprung an Wissen und fachlicher Kompetenz.“

 

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