Aktuelle Ausgabe 10/2018













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Kampf ums Bargeld

Kaum ein Thema polarisiert mehr als die Abschaffung des Bargeldes. Für die einen übertriebene Angstmache und unbegründete Spinnerei, für die anderen eine schleichende Enteignung. Was ist wirklich dran an der geplanten Bargeldabschaffung? Gibt es den großen Plan dahinter und was würde das für uns Bürgerinnen und Bürger bedeuten? Wir begeben uns auf die Spur des Geldes und einer bedenklichen Entwicklung.


Nur Bares ist Wahres. Dieser Spruch gilt noch immer für einen Großteil der Menschen in Österreich und Deutschland. Doch die Zurückdrängung von Bargeld ist weltweit schon weit fortgeschritten. Laut einer Studie des Research Centers for Financial Services der Berliner Steinbeis-Hochschule aus 2013 ist der elektronische Zahlungsverkehr volkswirtschaftlich sogar
günstiger. Man hat ausgerechnet, dass in Deutschland die Kosten für Barzahlung jährlich etwa 12,5 Milliarden Euro verschlingen. Eingerechnet wurden beispielsweise die Personal- und Transportkosten für Bargeld sowie Lagerung und Versicherungsleistungen. Demgegenüber sollen die Gesamtkosten für kartenbasierte Zahlungssysteme nur bei 800 Millionen Euro liegen. Zwar räumt die Studie ein, dass es für Beträge unter 6,20 Euro noch günstiger ist, mit Bargeld zu zahlen, bei allem darüber wäre jedoch die elektronische Zahlung volkswirtschaftlich lukrativer.
Der Kleinzahlungsverkehr stellt allerdings die überwiegende Mehrheit aller getätigten
Transaktionen dar. Eine genaue Berechnung, wie sich die volkswirtschaftlichen Kosten
tatsächlich verhalten und wie sich der zunehmende elektronische Zahlungsverkehr auf
die Preisentwicklung auswirkt, gibt es bisher nicht. Kritiker warnen hingegen, dass vor allem
für Klein- und Mittelunternehmen die Kosten elektronischer Zahlungsvorgänge oft unrentabel sind und eine unterschätzte Belastung darstellen. Die meisten Studien, so auch die der Steinbeis-Hochschule, werden zudem von Kreditkarteninstituten beauftragt oder mitfinanziert.

 

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Steirisches Landesbudget – „allein mir fehlt der Glaube“


Alle Jahre wieder steht im Herbst die Budgetverhandlung an. Über fünf Milliarden macht das steirische Landesbudget aus. Erst 2021 soll die Null-Neuverschuldung kommen. Ankündigungen gab es in den letzten Jahren viele. Doch was wurde gehalten?


 

Die Budgetsituation in der grünen Mark ist eigentlich nur mehr als „dramatisch“ zu bezeichnen. Die Steiermark war mit Ende 2017 mit 4,58 Milliarden Euro verschuldet. Damit nimmt das Bundesland den dritten Platz hinter Niederösterreich und Wien bei der Verschuldung der Bundesländer ein. Doch obwohl man in St. Pölten noch nominell eine Schuldenlast von 8,1 Milliarden Euro zu verwalten hat, so ist es dort gelungen, das Defizit im Vergleich zu 2016 leicht abzubauen.

In der Steiermark soll es laut Finanzlandesrat Anton Lang erst 2021 so weit sein. Doch bis 2022 könnten die Schulden, ohne Gegenmaßnahmen, auf knapp sechs Milliarden Euro steigen.

Bemerkenswert ist der Anstieg der Schulden in der Steiermark. Seit 2006 haben sich diese laut Rechnungshof von anfänglich 440 Millionen geradezu verzehnfacht! Und das, obwohl man schon seit Jahren beispielsweise im Sozial- und Kulturbereich Einsparungen trifft. Um die Budgetziele für 2021 zu erreichen, müssen 2019 weitere 176 Millionen und ab 2020 noch einmal ca. 230 Millionen eingespart werden. Wie man das erreichen will, lässt sich bisher nur erraten. Bisher hat man sich mit dem Verkauf von Landeseigentum gegenfinanziert. Doch das bringt nur Einmaleffekte und hat Finanzlandesrat Anton Lang (SPÖ) auch kategorisch ausgeschlossen. Ob es dann dabei bleibt, wenn die Budgets der nächsten Jahre anstehen, wird man sehen. Zudem spricht die prognostizierte Zinsentwicklung derzeit massiv gegen die Konsolidierungspläne der Landesregierung. Hebt die Europäische Zentralbank die Zinsen an, dann kommen erneut hohe Belastungen auf das Land zu.

 

Foto: steiermark.at/Streibl

 

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Konjunkturlok Bau dampft – noch


Die Bauwirtschaft wächst, wenn auch langsamer als in den beiden Vorjahren. Knapper werdende Ressourcen und steigende Preise tragen zur Abflachung bei.


 

 

Noch herrscht in der heimischen Baubranche Hochstimmung. „Die Konjunktur ist momentan gut“, sagt Christina Enichlmair von der KMU Forschung Austria. Den Prognosen zufolge werde das reale Bauvolumen heuer um 1,6 Prozent zulegen. Auch der Branchenbericht Bauwirtschaft der Unicredit Bank Austria  geht heuer noch von einem kräftigen Lebenszeichen des Baus aus: Habe der Umsatz 2016 nominell um 3,6 Prozent zugelegt, waren es im Vorjahr bereits 7,4 Prozent. Und für 2018 erwartet Günter Wolf, Ökonom der UniCredit Bank Austria, ein nominelles Umsatzwachstum von acht Prozent. Das lässt das Halbjahresergebnis erwarten: in den ersten sechs Monaten hat die Bauwirtschaft mit einem Umsatzwachstum von rund zwölf Prozent nominell ihr bestes Halbjahresergebnis seit 2007 erzielt. „Unsere optimistische Branchenprognose beruht maßgeblich darauf, dass 2018 anhaltend starke Wachstumsbeiträge vom Hochbau kommen und auch der Tiefbau zunehmend an Schwung gewinnt. Im Hochbau selbst hat zusätzlich zum florierenden Wohnbau in den letzten sechs Monaten der Wirtschaftsbau wieder an Tempo zugelegt“, sagt Wolf. Die Auftragsbücher der Unternehmen sind voll, die Auslastung ist gestiegen: So liegen etwa im Baugewerbe laut aktueller Konjunkturerhebung die Auftragsbestände im Bundesdurchschnitt bei 17,4 Wochen – ein Anstieg von 1,2 Wochen gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragspolster in der Steiermark liegt bei 17 Wochen (plus 1,3 Wochen), im Burgenland bei 14,6 Wochen (plus 2,1 Wochen), in Kärnten sind es 10,7 Wochen (plus 0,4 Wochen).

 

Foto: iStock.com/unkas_photo

 

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