Aktuelle Ausgabe 7-8/2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Ausbeutung geht anders - Der 12-Stunden-Tag ist keine Gruselgeschichte

Der inszenierte Aufschrei von SPÖ, Gewerkschaft und Arbeiterkammer ist so groß, dass selbst dem Bundesadler schwindlig geworden ist und ihm der Hammer beinahe aus den Fängen gefallen wäre, während viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Aufregung nicht verstehen, da in ihrem Unternehmen die Arbeitszeitflexibilisierung bereits zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Die Wirklichkeit der Arbeitswelt und die Wahrheit der roten Besitzstandsbewahrer klaffen weit auseinander. Auch das soll’s geben. Eine Bestandsaufnahme.

 

Von Siegfried Hetz

 

Mit dem Initiativantrag zur Novellierung des Arbeitszeitgesetzes hat die Bundesregierung ins Schwarze getroffen. Der Termin war absichtsvoll gesetzt und war unausgesprochen als Einstandsgeschenk für ÖGB-Chef Wolfgang Katzian und seiner Kollegin der Arbeiterkammer, Renate Anderl, gedacht. Nicht zu vergessen, auch Ex-SPÖ-Kanzler Christian Kern hatte ihn, den 12 Stunden-Tag, im Gepäck, als er Anfang 2017 seinen „Plan A“ vorstellte. Dass danach vieles anders gekommen ist, hat auch mit der Flexibilisierung der Arbeitszeit zu tun, sprich mit der Weigerung der Sozialpartner hier rechtzeitig eine praktikable Lösung herbeizuführen. Begründet wird der Antrag damit, dass durch die Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch Schaffung familienfreundlicher Modelle, wie etwa einer 4-Tage-Woche, Rechnung getragen wird.

 

Worum es geht

  • Mit dem neuen Arbeitszeitgesetz soll die Höchstgrenze auf zwölf Stunden Arbeitszeit pro Tag und 60 Stunden pro Woche angehoben werden. Derzeit ist dies nur in Ausnahmefällen erlaubt. Die Jahresarbeitszeit von 40 Stunden pro Woche bleibt davon unberührt.
  • Bei Vorliegen eines erhöhten Arbeitsbedarfes darf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit innerhalb eines Durchrechnungszeitraumes von 17 Wochen 48 Stunden nicht überschreiten. Wöchentlich sind nicht mehr als zwanzig Überstunden zulässig.
  • Arbeitnehmer sollen bei Überschreitung einer Tagesarbeitszeit von zehn Stunden und einer Wochenarbeitszeit von 50 Stunden Überstunden aus „überwiegendem persönlichem Interesse“ ablehnen können.
  • Ausnahmen von der Wochenend- und Feiertagsruhe soll es höchstens vier Mal pro Jahr, allerdings nicht an vier aufeinanderfolgenden Wochenenden geben können.
  • Vorgesehen sind auch eine mehrmalige Übertragungsmöglichkeit von Zeitguthaben auf den jeweils nächsten Durchrechnungszeitraum durch den Kollektivvertrag sowie die Anhebung der täglichen Arbeitszeithöchstgrenze auf zwölf Stunden auch bei Gleitzeit.
  • Im Tourismus besteht die Möglichkeit, die tägliche Ruhezeit von elf auf maximal acht Stunden für alle Betriebe mit geteilten Diensten zu verkürzen.
  • Außerdem wird der Kreis jener Arbeitnehmer erweitert, die von den Arbeitszeitregelungen nicht betroffen sind, da die Länge ihrer Arbeitszeit frei gewählt wird. Dazu gehören neben leitenden Angestellten und Arbeitnehmern mit selbstständiger Entscheidungsbefugnis auch nahe Angehörige.

Foto: iStock.com/golero

 

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Schwer vermittelbar?

 

Die Gig Economy macht es großen Industrieunternehmen nicht gerade leichter, neue Schlüsselkräfte zu akquirieren. Insbesondere die Millennials haben ein Problem mit großen, hierarchisch geführten und administrativ überbordenden Unternehmensorganisationen.

 

Von Thomas Duschlbauer

 

Aktuelle Studien zeigen, dass junge Menschen, die den Arbeitsmarkt betreten, ganz andere Werte und Erwartungen haben als ihre Vorgänger. Damit stellen sie den Personalbereich vor neue Herausforderungen – aber auch vor neue Chancen und Möglichkeiten. Für die Generation Y wurde erst spät erkannt, dass ein Umdenken in der Führung notwendig ist. Vieles hat sich erst sukzessive durchgesetzt: Flexible Arbeitszeiten, Rücksicht auf die Work-Life-Balance und leistungsorientiere Vergütung stärken die Mitarbeitermotivation und -bindung. Eine Auseinandersetzung mit diesen Entwicklungen ist auf jeden Fall wichtig, denn in unserer von Wachstum geprägten Volkswirtschaft, die durch die demografische Entwicklung einen in immer mehr Branchen nachhaltig spürbaren Fachkräftemangel erlebt, sitzen die Nachwuchskräfte eben am längeren Hebel.

 

Für die Generation Z oder die „Millennials“ müssen Unternehmen daher weiter umdenken und sich auf die „Digital Natives“ einstellen. Auch wenn noch weit entfernt, so trifft dies in den nächsten Jahren auch auf Führungskräfte und Karriereversprechungen zu. Denn die Anreize großer Unternehmen sind heute nicht mehr so attraktiv wie früher. War es beispielsweise vor zehn Jahren für junge Fachkräfte noch interessant, an einem ausländischen Standort zu arbeiten, so ist diese Möglichkeit in den Augen der Mitarbeiter nicht besonders erstrebenswert. Abgesehen davon, dass junge Menschen heute ohnehin relativ kostengünstig überall hinreisen können, bevorzugen sie es, sich lieber in der heimatlichen Komfortzone aufzuhalten, eine Familie zu gründen und die Beziehungen im Freundeskreis zu pflegen. Auch die Größe und Bedeutung eines Unternehmens alleine ist nicht ausschlaggebend für die Auswahl eines Arbeitsplatzes. Vielmehr geht es neben dem Profit, der Marktführerschaft etc. auch um soziale Aspekte, die sowohl das Umfeld des Unternehmens betreffen als auch die Mitarbeiter selbst. In einer Studie von Ipsos Austria bestätigt sich auch, dass der Generation Z eine gute Work-Life-Balance wichtig ist. Demnach geben 90 Prozent der Frauen an, dass diese wichtiger als eine Karriere sei, bei den Männern sind es 74 Prozent.

 

Foto: iStock.com/Anchiy

 

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Schallmauer durchbrochen - Salzburgs Exportwirtschaft boomt

Der exportierte Warenwert stieg erstmals auf über 12 Milliarden Euro – ein Plus von rund 14 Prozent gegenüber 2015. Damit liegt Salzburg über dem Wachstum der bundesweiten Exporte, die im selben Zeitraum um 7,9 Prozent gestiegen sind.

 

Von Christian Wieselmayer

 

Waren aus Salzburg werden derzeit in 184 Länder der Welt exportiert. Die Exporterhebung der Wirtschaftskammer Salzburg (WKS) wird alle zwei Jahre durchgeführt und basiert auf einer Befragung aller als Exporteure erfassten Kammer-mitglieder. Die WKS ist übrigens die einzige Wirtschaftskammer in Österreich, in der die Exportleistung derart umfassend erhoben wird. Derzeit gibt es in Salzburg mehr als 700 Unternehmen, die regelmäßig exportieren. „Die Exporterhebung zeigt deutlich, dass Produkte und Dienstleistungen ‚Made in Salzburg‘ weltweit gefragter sind als je zuvor. Und sie belegt auch, dass die Exportrückschläge der Krisenjahre innerhalb relativ kurzer Zeit wieder wettgemacht werden konnten. Immer mehr Salzburger Unternehmen sind erfolgreich auf vielen Weltmärkten tätig. Besonders erfreulich ist, dass zunehmend auch kleine und mittlere Unternehmen den Schritt ins Ausland wagen und Wachstumspotenziale nutzen“, stellt WKS-Präsident Konrad Steindl fest. Steindl zeigte auch eine weitere beeindruckende Steigerung auf: „Die Exportleistung der Salzburger Wirtschaft ist in den vergangenen 20 Jahren um fast 370 Prozent gestiegen, in den vergangenen zehn Jahren – trotz Krise – um fast 42 Prozent.“

 

Deutschland an erster Stelle

Im Ranking der Salzburger Exportländer gab es zwar einige Verschiebungen. Aber die wichtigsten Exportmärkte sind nach wie vor Deutschland und die USA. Nach Deutschland gehen derzeit 23,5 Prozent der Salzburger Exporte, in die USA 18,7 Prozent. Tschechien hat seit der Exporterhebung 2015 Großbritannien vom dritten auf den vierten Platz verdrängt – Stichwort Brexit. Auf den Plätzen fünf bis sieben folgen Frankreich, Italien und die Schweiz. „Polen liegt unverändert an achter Stelle vor Russland, das – trotz Sanktionen – einen Sprung vom zwölften auf den neunten Platz gemacht hat“, sagt Christian Möller, Leiter des WKS-Fachbereichs Handelspolitik und Außenwirtschaft, der die Erhebung durchgeführt hat. Der Brexit hat das Exportergebnis nach Großbritannien sicher beeinflusst. Viele Exporteure waren verunsichert, wie die Verhandlungen um den EU-Austritt verlaufen und engagierten sich deshalb weniger als in den Jahren zuvor. Das sehr positive Russland-Ergebnis – die Exporte stiegen von 213 auf 292 Millionen Euro – wird als Zeichen dafür gewertet, dass sich Exporteure rasch auf veränderte Situationen einstellen können. Profitiert hat Salzburgs Exportwirtschaft aber auch davon, dass wichtige Exportgüter wie etwa Maschinen, Anlagen oder Medizintechnik nicht von den Sanktionen betroffen sind.

 

Foto: iStock.com/stockvisual

 

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