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Kunden setzen auf Regionalbanken

Regionalbanken

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Trotz Digitalisierung: Die Kunden setzen auf Regionalbanken, weshalb diese Geldinstitute in Oberösterreich besonders erfolgreich sind.

Aufgrund der Digitalisierung, die vor der Bankenlandschaft nicht haltmacht, möchte man meinen, dass gerade jene Banken unter die Räder kommen, die auf regionale Nähe setzen. So lassen sich die Geschäfte zum Großteil online abwickeln und im Internet kann durch den direkten Vergleich auch gleich der günstigste Anbieter ausgewählt werden. Außer vielleicht dem Weltspartag gäbe es insofern eigentlich keinen Anlass mehr, um in eine Bankfiliale weiter vorzudringen als in das Foyer mit den Selbstbedienungsautomaten.

Wie tickt Österreich?

Während in manchen Ländern Filialen mit Mitarbeitern sogar schon eine Seltenheit geworden sind, ticken in Österreich die Uhren jedoch anders. So ist die heimische Bankenlandschaft gerade im ländlichen Raum von einer Vielzahl kleiner, lokaler und regional verankerter Banken geprägt. Demgegenüber dominieren im übrigen Europa in erster Linie Großbanken mit Bilanzsummen von teilweise über 1.000 Milliarden Euro. In Österreich überwiegen vor allem die über 400 unter dem Dach von Raiffeisen gegründeten kleinen und lokalen Banken, die in ihrer Heimatregion engagiert sind. Eine vergleichbare Struktur findet sich bestenfalls noch in Deutschland und Südtirol.

Trotz der Digitalisierung kennen und schätzen die Österreicher offenbar die Vorzüge lokaler Regionalbanken: 71 Prozent bestätigten in einer beim Meinungsforschungsinstitut GfK in Auftrag gegebenen Studie die starke Verbundenheit ihrer Regionalbank zum Ort und 70 Prozent identifizieren ein besonderes Naheverhältnis ihrer Regionalbank zur ansässigen Bevölkerung und regionalen Wirtschaft. „Wir wollen unseren Kundinnen und Kunden einen perfekten digitalen Komfort bieten. Es sind jedoch nicht alle finanziellen Angelegenheiten standardisierbar. Daher lassen wir unsere Kunden in der digitalen Welt auch nicht alleine. Bei wichtigen finanziellen Angelegenheiten und speziellen Fragen ist der persönliche Kontakt mit Experten weiterhin wichtig. Deshalb kombinieren wir bei Raiffeisen OÖ die intensive Beratung und Betreuung mit den digitalen Möglichkeiten und suchen weiterhin auf Basis des starken Netzes mit regionalen Bankstellen in ganz Oberösterreich den persönlichen Kundenkontakt“, erklärt diesbezüglich Heinrich Schaller, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ.

Regionaler Faktor

Als besondere Stärke der lokalen Regionalbanken erkennen knapp 60 Prozent die Förderung des gesellschaftlichen Lebens und Miteinanders in der Region und 54 Prozent die Unterstützung lokaler Vereine durch Regionalbanken. Immerhin 50 Prozent sehen die regionale Infrastruktur durch kleine Regionalbanken aufgewertet. In allen diesen Punkten übertreffen die Werte der kleinen Regionalbanken deutlich jene der großen Kommerzbanken im ländlichen Raum. So treten die Regionalbanken nicht nur als Sponsoren, sondern auch selbst mit einer Fülle eigener Veranstaltungen an die Öffentlichkeit. Ein Beispiel dafür ist die Oberbank, die am Hauptsitz an der Donaulände in Linz regelmäßig hochkarätige Events veranstaltet, wobei die Reihen meist bis zum letzten Platz gefüllt sind.

Diese Nähe zu den Kunden schlägt sich auch in den Ergebnissen der Regionalbanken nieder. So verbuchte die Oberbank bereits zum neunten Mal in Folge ein Rekordergebnis bei ihren Halbjahreszahlen und steuert mit solidem Konjunkturwind im Rücken weiter auf Wachstumskurs. Angetrieben durch deutliche Zuwächse bei Kundenkrediten und Kundeneinlagen, erhöhte sich in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2018 die Bilanzsumme von 20,1 Milliarden Euro um 6,9 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro und wächst damit signifikant stärker als der österreichische Gesamtmarkt.

Wichtiger Arbeitgeber

Die GfK-Studie brachte auch hervor, dass 69 Prozent der Befragten mehr Initiativen zum Erhalt von Lokal- und Regionalbanken fordern, zumal auch 64 Prozent der Auffassung sind, dass sich Lokal- und Regionalbanken stärker als Großbanken für die Belange der regionalen Wirtschaft und Betriebe vor Ort einsetzen. Schließlich erwarten 62 Prozent von den Lokal- und Regionalbanken, dass diese ihre Leistungen für die Bevölkerung und die Betriebe im ländlichen Raum noch stärker bekannt machen. Ein Großteil der Befragten ist auch davon überzeugt, dass ohne Lokal- und Regionalbanken Arbeitsplätze im ländlichen Raum verloren gehen und ein wichtiger Partner – nicht nur im Bereich der Finanzdienstleistungen – fehlen würde (64 Prozent).

Den gesamten Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe.

 Foto: Stradegy.at

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