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Unsichere Zeiten brauchen klaren Kurs

Industriekonjunktur 2019

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Industriekonjunktur 2019

Die Industriekonjunktur erhält 2019 einen Dämpfer. Die ersten Vorboten sind bereits deutlich spürbar.

Nach Jahren des Aufschwungs auf globaler, nationaler und regionaler Ebene wird der Beginn des Jahres 2019 von zahlreichen Unsicherheitsfaktoren dominiert. Fix ist allerdings, dass nach zwei Jahren mit einer sehr positiven Entwicklung die Probleme – sowohl das wirtschaftliche wie auch das politische internationale Umfeld betreffend – zunehmen werden. In Österreich sind in manchen Branchen – beispielsweise im Maschinen- und Fahrzeugbau oder in der Grundstoffindustrie – bereits deutliche Einbrüche spürbar, während in anderen Branchen noch nichts davon zu bemerken ist. „Insgesamt kann man von einer konjunkturellen Abkühlung sprechen, die in der Autoindustrie als Frühindikator jetzt schon deutlich spürbar wird. Gleichzeitig setzen die internationalen Risiken und der weltweit zunehmende Protektionismus der Wirtschaftsentwicklung zu“, erklärt Axel Greiner, Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ): „Für 2019 ist also ein deutlich schwierigeres Jahr mit vielen politischen und ökonomischen Fragezeichen zu erwarten. Auch wenn die Weltwirtschaft an Fahrt verliert, besteht jedoch kein Grund, eine Krise herbeizureden, denn für das soeben begonnene Jahr sind die Auftragsbücher der oö. Industrie vielfach noch sehr gut gefüllt.“

Reihe von Risikofaktoren

„Die Erwartungshaltung bleibt grundsätzlich positiv, die Phase überdurchschnittlicher Wachstumsraten ist aber vorüber“, so Axel Greiner, der deshalb von einer „Normalisierung der Industriekonjunktur“ spricht. Schon in den vergangenen zwei Jahren habe eine ganze Reihe von Risikofaktoren bestanden, von denen beispielsweise der Brexit – in welcher Form auch immer – nun tatsächlich schlagend wird. Beträchtliche Sorgen bereitet auch die Entwicklung Frankreichs, das sich früher wirtschaftlich mit Deutschland nahezu auf Augenhöhe befand. Während aber Deutschland besonders mitseiner Fahrzeug- und Maschinenbauindustrie die Globalisierung genutzt, den Haushalt konsolidiert und Reformen umgesetzt hat, wurde in Frankreich darauf verzichtet und beispielsweise auf eine Verkürzung der Arbeitszeit gesetzt. In seiner wirtschaftlichen Leistungskraft ist die „Grande Nation“ heute weit von Deutschland entfernt und nähert sich in der Standortqualität immer weiter den „Club-Med-Staaten“ Italien, Griechenland, Spanien und Portugal an.

Fatale Standortpolitik Schuld daran sei jedoch nicht die Globalisierung an sich, sondern eben die Nicht- Globalisierung der französischen Wirtschaft und die sinkende Wettbewerbsfähigkeit des Standortes. „Daraus lässt sich ableiten, dass eine falsche Standortpolitik zu weniger Wirtschaftswachstum, steigender Arbeitslosigkeit und insbesondere hoher Jugendarbeitslosigkeit sowie in weiterer Folge zu Problemen in der Haushaltspolitik und in der Finanzierung des Sozialsystems führt, was letztlich sozialen Unfrieden verursacht“, betont der IV-OÖ-Präsident. Das Fehlen einer global wettbewerbsfähigen Industrie und einer zukunftsfähigen Standortpolitik führe also in relativ kurzer Zeit zu erheblichen gesellschaftlichen Problemen. „Die brennenden Champs-Élysées dürfen sich nicht zu einem europaweiten Flächenbrand ausweiten, weil Regierungen ihre Hausaufgaben nicht machen und stattdessen auf Protektionismus und Abschottung setzen“, so Greiner.

Foto: IV OÖ/Eric Krügl

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