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Bis 2030 alle Bahnstrecken “unter Strom”

Verkehrsminister Norbert Hofer

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Österreichische Bundesbahnen

Verkehrsminister Norbert Hofer verspricht die Elektrifizierung des Bahnnetzes bis zum Jahr 2030.

Verkehrsminister Norbert Hofer ließ im Verkehrsausschuss des Parlaments Mitte Oktober aufhorchen: Bis zum Jahr 2030 würden alle Bahnstrecken in diesem Land elektrifiziert sein, kündigte er an. Und eine Woche später ließ er beim informellen EU-Verkehrsministertreffen in Graz die Öffentlichkeit wissen, dass Österreich in den nächsten fünf Jahren 14 Milliarden Euro in das Bahnsystem investieren werde. Damit sei Österreich das einzige Land in der EU, das so viel Geld in den Verkehrsträger Schiene pumpt. Zu diesen 14 Milliarden Euro würden zusätzlich 750 Millionen Euro dem Schienenpersonenverkehr und 100 Millionen dem Bahngüterverkehr zugute kommen, ohne nähere Details dazu zu nennen. Hofer: „Das ist ein Riesenbetrag und wir hoffen, dass andere Länder das nachmachen werden.“

Faktum ist: Im vergangenen Jahren sind die Österreicher so viel Bahn gefahren wie nie zuvor. 291 Millionen Personen waren mit der Bahn unterwegs, wobei sie die Auswahl zwischen 15 im Personenverkehr agierenden Bahnunternehmen hatten. Damit ist Österreich Bahnland Nummer eins in der EU. Nur in der Schweiz fahren noch mehr Menschen Bahn, doch das westliche Nachbarland gehört bekanntlich nicht zur EU. Alle Züge waren zu 95,9 Prozent pünktlich unterwegs, hat die Behörde Schienen Control in ihrem Jahresbericht 2017 akribisch nachgerechnet. Die durchschnittliche Verspätung je Zug lag im Vorjahr bei gerade einmal zwei Minuten und drei Sekunden. Eine zu vernachlässigende Größe. Im Durchschnitt waren die Österreicher 1.439 Kilometer mit der Bahn unterwegs. Gegenüber dem Jahr 2016 entdeckten 1,8 Millionen mehr Menschen das Bahnfahren als attraktive Alternative zu anderen Verkehrsträgern. Von diesem Plus profitierte nicht nur der Platzhirsch Österreichische Bundesbahnen (ÖBB), sondern auch die anderen privaten Bahngesellschaften, die meist in Nischen oder in Regionen agieren.

Die ÖBB bekommen immer mehr Konkurrenz

Im Güterverkehr wurden im Vorjahr 119 Millionen Tonnen Fracht transportiert, wobei sich den Markt derzeit 36 Bahnunternehmen teilen und die ÖBB auch in diesem Bereich die Nase vorn haben mit einem Marktanteil von rund 70 Prozent. Um 3,4 Prozent oder vier Millionen t hat das Transportvolumen zugelegt. Die Transportleistung hat sich um drei Prozent auf 23,5 Milliarden Tonnenkilometer (Tkm) erhöht, hält Schienen Control in ihrem Jahresbericht fest. Mehr Fracht haben sowohl die Rail Cargo Group als auch die 36 im Güterverkehr aktiven Bahnunternehmen und Mitbewerber der ÖBB dazugewonnen. Da die privaten Mitspieler mehr Volumen gewinnen konnten als die ÖBB, stieg auch deren Marktanteil auf Tonnage-Basis um knapp mehr als ein Prozent auf 30,2 Prozent. Das große Geschäft im Güterverkehr spielt sich auf der Westachse quer durch Österreich sowie über den Brenner ab. Hier rollen 35bzw. 40 Prozent der Bahngüter. Wenn das Stichwort Brenner fällt, verdüstern sich gleich die Gesichter einiger Parlamentarier im Hohen Haus in Wien. So haben erst Ende Oktober 2018dieAbgeordneten Carmen Schimanek, Josef Lettenbichler und Kollegen einen Entschließungsantrag eingebracht mit der Aufforderung an Verkehrsminister Hofer, er möge mit dem bayerischen Ministerpräsidenten ein ernstes Wort reden bezüglich Ausbau der Bahnstrecken (Brenner-Zulauf) von München nach Kufstein zum Brennerbasistunnel.

Foto: ÖBB

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