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Zukunftsmarkt Mazedonien?

Zukunftsmarkt Mazedonien

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Südosteuropa

Seit Jahrzehnten blockiert ein Namensstreit mit Griechenland die Entwicklung der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien. Während sich andere Balkanländer entwickeln und Ziel zahlreicher Investoren sind, befindet sich Mazedonien in der Warteschleife. Dabei hätte das Land interessantes Wachstumspotenzial. 

Geht es nach der Meinung vieler Griechen, so darf das nördliche Nachbarland nicht „Mazedonien“ heißen, denn diesen Namen beansprucht bereits die angrenzende griechische Provinz für sich allein. In Griechenland sprechen daher auch viele einfach von „Skopje“, wenn sie über Mazedonien reden. Der Namensstreit ist eine Identitätsfrage. Für die Griechen ist Mazedonien ein Begriff, der unverwechselbar mit Alexander dem Großen und dem Hellenismus verbunden ist. Das historische Mazedonien Alexanders war natürlich größer als das heutige Land im Norden von Griechenland und natürlich auch größer als die angrenzende griechische Provinz. Lange Zeit schwangen also mit der Namensgleichheit durchaus territoriale Ansprüche beiderseits mit, die jedoch heute kaum noch relevant sind – höchstens in ultranationalistischen Kreisen. Doch für viele Griechen ist es nach wie vor undenkbar, dass sich das nördliche Nachbarland Mazedonien nennt, und sie empfinden es als Identitätsklau. Schließlich seien die heutigen Mazedonier keine Griechen, sondern Slawen.

Blockadehaltung

Jahrzehntelang war der Namensstreit auf Eis gelegt. Offiziell nannte sich Mazedonien „Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien“, um den griechischen Nachbarn international nicht zu brüskieren. Dennoch hatte der skurrile Namensstreit für Skopje bisher große Auswirkungen, denn das Land wurde in vielen Belangen international von Griechenland blockiert. So machte Athen die Lösung des Namensstreits nicht zur zu einer Bedingung für einen etwaigen EU-Beitritt des Landes, sondern auch für eine NATO-Mitgliedschaft. Auch wirtschaftlich war Mazedonien seit dem Ende von Jugoslawien gehemmt. Griechenland ist mit ca. 15 Prozent zwar der größte Warenexporteur nach Mazedonien, aber mit nur ca. neun Prozent ein relativ geringer Importeur mazedonischer Güter. Für zwei Nachbarländer ist das eigentlich ein geringer Wert.

Zukunftsmarkt am Balkan

Dabei hätte Mazedonien wirtschaftliches Potenzial. Als einziger Nachfolgestaat des ehemaligen Jugoslawiens war das Land nicht vom Bürgerkrieg betroffen, dennoch gilt es bis heute als eine der rückständigsten Regionen Europas. Der Entwicklungs- und Investitionsbedarf ist enorm. Nach einer längeren Phase der politischen Instabilität ist jedoch die neue Regierung bestrebt, gute Bedingungen für ausländische Investoren zu schaffen, denn das Wachstumspotenzial ist ebenfalls gegeben. Mazedonien ist einer der wenigen noch unerschlossenen Märkte in Europa. Für 2019 wir dem Land wieder ein Wirtschaftswachstum von über drei Prozent des BIP vorausgesagt. Sollte sich der Namensstreit mit Griechenland in den kommenden Monaten beilegen, eröffnen sich dem Land ernsthafte wirtschaftliche Perspektiven. Für den Fall eines EU-Beitritts wird ein Wachstum von sechs Prozent und mehr von Experten durchaus als realistisch eingestuft. Strategisch liegt das Land durchaus günstig am Balkan und sollten internationale Gelder endlich zu fließen beginnen, bieten sich gerade für österreichische Unternehmen attraktive Chancen, am Wachstum zu partizipieren.

Vor allem die Modernisierung der Energiewirtschaft und der veralteten aus jugoslawischen Zeiten noch vorhandenen Industrie stünde im Fokus. Gerade für die österreichische Stahl- und Eisenindustrie würden sich Investitionschancen bieten, denn Stahl und Eisen sind die wichtigsten Exportgüter Mazedoniens, doch die Industrie ist hoffnungslos veraltet.

Einige Unternehmen haben sich daher schon vorsorglich Standorte in Mazedonien aufgebaut, um für den ökonomischen Take-off des Landes gut positioniert zu sein. Die Regierung lockt mit attraktiven Flat-Tax-Angeboten. So ist die niederösterreichische EVNAG bereits seit einigen Jahren im Land engagiert und zum größten Strom-, Gas- und Wärmeversorger aufgestiegen.

Foto: AFP/Robert Atanasovski

Den gesamten Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe der WN-S.

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