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Semriach, Gratkorn und Co. – Wie finanzstark ist Graz-Umgebung?

Gemeindefinanzen Graz-Umgebung

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Foto: Steiermark Tourismus

Gemeindefinanzen

Alle Jahre wieder gibt es am Jahresende den großen Kassensturz in den steirischen Gemeinden. Graz und seine Umlandgemeinden zeichnen sich durch rasantes Bevölkerungswachstum aus, doch wie sieht es finanziell in den Gemeinden in Graz-Umgebung aus? Wachsen hier auch die Einnahmen oder eher die Schulden?

Von Stefan Rothbart

Graz und Graz-Umgebung weisen derzeit in der Steiermark das größte Bevölkerungswachstum auf. Von 2014 bis 2030 gerechnet wird Graz ein Wachstum von zehn bis 27 Prozent vorausgesagt. Die GU- Gemeinden sollen im selben Zeitraum im Durchschnitt zwischen fünf und zehn Prozent wachsen. Doch sind die Grazer Umlandgemeinden auch finanziell für dieses Wachstum gerüstet?

Steuerkraft-Kopfquote

Geht es nach der Steuerkraft pro Einwohner, dann schneiden die Gemeinden im Bezirk Graz-Umgebung im Vergleich zum Rest der Steiermark gut ab. Der wirtschaftliche Einfluss der Landeshauptstadt ist deutlich zu spüren und strahlt ins Umland aus. Rund um Graz weisen die Gemeinden daher auch die höchste Steuerkraft-Kopfquote auf. Laut aktuellem Bericht der Landesentwicklung Steiermark schneiden hier vor allem Raaba-Grambach und Premstätten besonders gut ab. Beide Gemeinden punkten vor allem mit hohen Kommunalsteuereinnahmen, was auf viele hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Gemeinde hinweist. Mit Industrieparks und Hightech-Betrieben können jedenfalls beide Kommunen aufwarten.

Von der Gemeindezusammenlegung haben in diesem Punkt auch Seiersberg-Pirka und Gratwein-Straßengel profitiert, die nun ebenfalls Steigerungen bei der Steuerkraft pro Kopf aufweisen können. Dennoch ist das Gefälle innerhalb des Bezirks nicht zu übersehen. Neben starken Industrie- und Gewerbegemeinden gibt es auch noch reine Agrar- und Wohngemeinden, die verständlicherweise weniger Steuerkraft aufweisen, beispielsweise Stattegg, St. Marein, Thal oder Hitzendorf.

Schuldenstand im Fokus

Allein die Steuerkraft-Kopfquote sagt noch nicht viel darüber aus, ob eine Gemeinde finanziell gut oderschlecht aufgestellt ist. Betrachtet man jedoch zusätzlich noch den Schuldenstand, dann wird das Bild etwas klarer. Hier haben sich einige Gemeinden in Graz-Umgebung in den letzten Jahren deutlich übernommen. Zu nennen sind hier Hart b. Graz, welches mit knapp über 4.500 Einwohnern auf eine pro Kopfverschuldung von ca. 3.300 Euro kommt und mit über 15 Millionen Euro Schulden belastet ist. Das entspricht laut AgendaAustria im Zeitraum von 2002 bis 2017 einem Zuwachs von 269,17 Prozent. Ähnlich hohe Pro-Kopf-Verschuldung finden wir etwa in Semriach (ca. 3.200 Euro) und Laßnitzhöhe (ca. 3.800 Euro). Bei den genannten Gemeinden weist der aktuelle Bericht der Landentwicklung Steiermark zudem einen Rückgang der Pro-Kopf Steuereinnahmen aus. In Hart b. Graz um -5,7 Prozent, in Semriach um -2,1 Prozent. Laßnitzhöhe hält sich stabil. Ebenfalls hoch verschuldet sind Gratkorn (ca. 3.900 €/Kopf) und Frohnleiten (ca. 3.700 €/Kopf). Dennoch ist auch die Verschuldung alleine noch kein Parameter, um eine Gemeinde gleich arm oder reich zu nennen. Hier kommt es wiederum darauf an, wie das Verhältnis zwischen laufenden Ausgaben und Schuldenlast ist. Selbst wenn ausgeglichen bilanziert werden kann, so ist laut Experten jedenfalls Alarm angesagt, wenn die Gesamtschulden signifikant die Kosten für den ordentlichen Haushalt mehrere Jahre hindurch übersteigen und kein Schuldenabbau erkennbar ist. Spielraum herrscht, wenn Gemeinden einnahmenseitig positiv bilanzieren und Rücklagen bilden können. Haftungen für ausgelagerte Betriebe und im Budget versteckte Rentenzahlungen sind oft noch zusätzliche Belastungen, die gerne übersehen werden.

Den gesamten Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe der WN-S.

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