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Drehscheibe für Österreich und Ostgeschäfte

Wirtschaftsstandort Wien

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Wirtschaftsstandort Wien

Wiens Standortpolitik scheint Früchte zu tragen: 221 internationale Konzerne siedelten sich im Jahr 2018 in der Bundeshauptstadt an. Das sind um 30 Unternehmen mehr als noch im Jahr davor. Im Fokus hat die Stadtverwaltung Betriebe aus Osteuropa sowie Start-ups, die für weitere Ansiedlungsrekorde sorgen sollen.

Von Marie-Theres Ehrendorff

Insgesamt zählte Österreich 335 internationale Betriebsansiedlungen im Jahr 2018. Somit ist der Zuzug ausländischer Unternehmen in Wien höher als in den anderen acht Bundesländern zusammen. Die internationalen Betriebsansiedlungen brachten der Stadt Wien mehr als 231,68 Millionen Euro an Investments und 1.753 neue Jobs. Bürgermeister Ludwig ist auch stolz darauf, dass die Mehrheit – nämlich 57 Prozent – aller Ansiedlungen in Österreich in Wien stattgefunden haben. Daher versteht er nicht, dass die Hauptstadt immer wieder von „unqualifizierter Seite“ krankgeredet werde, weil dies dem Wirtschaftsstandort und damit auch Österreich schade. Für die Bundeshauptstadt ist das abgelaufene Jahr das achte Jahr in Folge mit einem Zuwachs bei internationalen Firmenniederlassungen in der Stadt.

Deutschland ist mit 39 Projekten nicht nur unser wichtigster Handelspartner, sondern auch in der Ansiedlungsstatistik führend. Das Vereinigte Königreich landete im Vorjahr mit 17 Unternehmen aus Großbritannien, die es nach Wien zog, auf dem zweiten Platz in der Liste der zehn wichtigsten Herkunftsländer.

Ob die Bundeshauptstadt infolge eines drohenden Austritts Großbritanniens aus der EU von der Abwanderung überdurchschnittlich profitiert, wagt Gerhard Hirczi, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien, nicht einzuschätzen: „Vergleichszahlen zu anderen Metropolen gibt es nicht.“ Die Wirtschaftsagentur Wien betreut und unterstützt Unternehmen, die sich in der Bundeshauptstadt ansiedeln wollen.

Nicht zuletzt wegen ihrer traditionellen Drehscheibenfunktion will die Stadt Wien den Schwerpunkt auf den osteuropäischen Raum legen. Dort wachse die Wirtschaft überdurchschnittlich. „In Westeuropa wird für 2019/20 hingegen eher eine Abflachung erwartet“, erklärt Wirtschaftslandesrat Peter Hanke.

Außerdem wird sich Wien deutlich als City für Start-ups positionieren. Dabei gilt es im globalen Konkurrenzkampf zu punkten. Dem Geheimnis des Silicon Valley auf der Spur, versuchen die internationalen Metropolen, sich die Gründer abspenstig zu machen. Der „Global Talent Competitiveness Index“, zu Deutsch „Globaler Talent-Wettbewerbs-Index“, untersuchte 114 Städte rund um den Globus auf ihre beste Eignung. Zur Bewertung wurden fünf Faktoren herangezogen: Forschung, Internationalität, Attraktivität, Entwicklungschancen und die Bedingungen im Umfeld.

Hirczi kann diesbezüglich von ersten Erfolgen berichten. So ist Wien im „Global Competitiveness“ bereits zu den vier wettbewerbsfähigsten und start-up-freundlichsten Städten gezählt worden. Damit man auch imagemäßig auf Augenhöhe mit London, Paris oder Berlin mithalten kann, umgarnt die Wirtschaftsagentur derartige Jungunternehmen mit speziellen Packages. Teilnehmende Start-ups werden kostenlos für Schnuppermonate nach Wien eingeladen. Haben sich 2014 erst 22 Interessenten für das Programm gemeldet, waren es im Vorjahr bereits 290.

Start-up-Zentrum Flughafen Wien

Der Flughafen Wien hat ehrgeizige Pläne. Er hat nicht nur im vergangenen Jahr stark an Passagieren zugelegt, sondern hält diesen Zuwachs auch im Jahr 2019 und möchte weiter Wachstum generieren. Heuer sollen in Wien-Schwechat rund 30 Millionen Passagiere verbucht werden, nachdem sich 2018 am letzten Tag des Jahres 27 Millionen ausgegangen waren. Auch bei den Investitionen und Betriebsansiedlungen stehen die Zeichen auf Wachstum. Die Aktionäre erwartet mehr Dividende.

Zwei neue Unternehmen haben laut Flughafen-Vorstand Günther Ofner bereits unterschrieben und werden sich heuer fix am Flughafen ansiedeln. Eines wird Simulatoren für Hubschrauberpiloten anbieten. Sehr wahrscheinlich sei die Ansiedlung eines britischen „Brexit-Flüchtlings“, so Ofner, mit einem Unternehmen, das ein „neues Tool für das Reisen“ entwickelt. Insgesamt erwartet der FlughafenWien im laufenden Jahr heuer acht bis zehn Neuansiedlungen.

Der Flughafen Wien sieht sich mit den angesiedelten Firmen als Jobmotor: „Inklusive aller am Gelände tätigen Unternehmen soll die Zahl der Arbeitsplätze von rund 22.500 im Jahr 2018 auf 25.000 bis Ende 2019 steigen. Abgesehen vom Office Park ist es der Logistiker DHL, der ab Mai 200 bis 300 Jobs schaffen wir. Auch die Airlines brauchen mehr Personal und die Exekutive stockt auch um 100 Posten auf“, berichtet Ofner. Die Flughafen Wien AG selbst, mit ihren Tochterfirmen wird ihren Beschäftigtenstand von rund 6.250 Mitarbeitern in etwa halten.

Heuer investiert der Flughafen 220 Millionen Euro, etwas weniger als im Jänner angekündigt wurde, da sich manche Projekte verschieben werden. „16 Millionen Euro gehen in den Bau neuer Hangars am Bedarfsflughafen (General Aviation Center) für mehr Abstellplätze für Business Jets, eine halbe Million Euro lässt sich der Flughafen die Verbesserung der VIP-Terminals kosten.“

In den kommenden zehn Jahren will die Flughafen Wien AG 2,6 Milliarden investieren. Der bei Gerichten anhängige Bau einer dritten Piste ist darin noch nicht enthalten. Dafür aber weitere Büroeinheiten, wie der Office Park 5 und 6 voraussichtlich ab dem Jahr 2024, drei neue Hangars, von denen zwei sich schon im Bau befinden, und über einen weiteren Großhangar wird derzeit nachgedacht. Neue Vorfelder und Parkpositionen, eine zusätzliche Autobahnabfahrt für Lkw zum Cargo-Zentrum und die Erweiterung der Terminals Richtung Norden kommen dazu. Eine Erweiterung des Ankunftsbereichs am Flughafen ist im Gespräch. 50 bis 60 Millionen Euro jährlich sind für die laufende Instandhaltung der Straßen, Parkflächen und 150 Gebäude am Flughafen nötig.

Wien: Zentrum der Kreativwirtschaft

Viele Start-ups sind der Kreativwirtschaft zuzuordnen, die derzeit boomt wie niemals zuvor. Jene meist kleinen, schnellen und flexiblen Betriebe sind mit insgesamt 153.000 Beschäftigten, das sind Unselbstständige und Selbstständige, in 42.300 Unternehmen auch ein wesentlicher Arbeitgeber. Die Kreativwirtschaft steht oft im Schatten anderer Branchen, der Sektor erwirtschaftet jährlich 22 Milliarden Euro, damit ist sein Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt fast so hoch wie im Tourismus. Der aktuelle Kreativwirtschaftsbericht bestätigt die Rolle der Kreativwirtschaft als transformative Kraft für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Österreich.

Den gesamten Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe der WN-D.

Foto: Flughafen Wien AG/Roman Boensch

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