HomeArchivMangels Alternative – Globalisierung nicht stoppen

Mangels Alternative – Globalisierung nicht stoppen

Globalisierung

Treten Sie mit uns in Kontakt! – Unsere Redaktionsteam nimmt Ihr Lob und Ihre Kritik gerne entgegen.
Wir freuen uns auf Ihre Reaktion und einen konstruktiven Gedankenaustausch.
Bernhard HofbauerMag. Tanja Lackner
Chefin vom Dienst
+43 316 834020-41
redaktion@euromedien.at

Globalisierung

Globalisierung heißt, dass sich Märkte für den Informations-, Güter- und Kapitalaustausch von den Grenzen der Territorialstaaten lösen. Triebkräfte dafür sind Politik und Technologie. Globalisierung macht die Welt kleiner und reduziert Armut. Unter den gegenwärtigen Bedingungen gibt es keine Alternative.

Von Felix Meiner

Wie der jüngst veröffentlichte DHL Global Connected Index, GCI, es ist der fünfte seinerArt, ausweist, hat die Globalisierung aktuell einen neuen Höchststand erreicht. Die fünfte Ausgabe präsentiert den ersten umfassenden Überblick über die Entwicklung der Globalisierung in 169 Ländern und Territorien seit dem Brexit-Referendum in Großbritannien und der Präsidentschaftswahl in den USA im Jahr 2016. Trotz der zunehmenden Anti-Globalisierungstendenzen in vielen Ländern hat die weltweite Vernetzung 2017 einen neuen Höchststand erreicht. Erstmals seit 2007 haben sich die grenzüberschreitenden Handels-, Kapital-, Informations- und Personenströme allesamt deutlich intensiviert. Das kräftige Wirtschaftswachstum hat den internationalen Austausch gestärkt. Gleichzeitig waren bedeutende politische Maßnahmen wie die Zollerhöhungen in den USA 2017 noch nicht umgesetzt worden.

Die neue Ausgabe des Index misst das aktuelle Ausmaß der Globalisierung und stuft die Länder nach der Intensität ihres internationalen Austauschs sowie dessen geografischer Verteilung ein. Im Ranking der Länder mit dem höchsten Globalisierungsgrad belegen 2017 die Niederlande, Singapur, die Schweiz, Belgien und die Vereinigten Arabischen Emirate die ersten fünf Plätze. Acht der zehn am stärksten vernetzten Länder befinden sich in Europa. Österreich liegt auf Platz 20. Europa ist die Region mit dem insgesamt größten Globalisierungsgrad, insbesondere im Hinblick auf die Handels- und Personenströme. Im regionalen Ranking auf Platz zwei folgt Nordamerika, das bei internationalen Kapital- und Informationsströmen führend ist. Auf Platz drei liegt die Region Naher Osten und Nordafrika. „Trotz fortschreitender Globalisierung bestehen überall auf der Welt noch immer enorme nicht ausgeschöpfte Potenziale für eine stärkere Vernetzung. Der GCI zeigt, dass die meisten Ströme und Austauschprozesse immer noch auf inländischer und nicht auf internationaler Ebene stattfinden. Dabei wissen wir, dass die Globalisierung ein entscheidender Treiber von Wachstum und Wohlstand ist“, sagte John Pearson, CEO von DHL Express: „Die zunehmende internationale Zusammenarbeit wirkt stabilisierend. Daher profitieren sowohl Unternehmen als auch Länder enorm vom Ausbau ihrer internationalen Verbindungen.“

„Ein überraschendes Ergebnis unserer Studie ist, dass die Welt trotz der jüngsten Globalisierungsfortschritte immer noch weniger vernetzt ist, als die meisten Menschen meinen“, kommentierte Steven A. Altman, einer der GCI-Autoren und Senior Research Scholar an der Stern School of Business der New York University sowie Executive Director am Center for the Globalization of Education and Management der Stern School. „Dies ist wichtig, weil Menschen, die das Ausmaß der internationalen Vernetzung überschätzen, tendenziell größere Bedenken im Hinblick auf mögliche negative Auswirkungen haben. Die Fakten aus unserer Studie können derartigen Bedenken entgegenwirken und helfen, die Aufmerksamkeit auf tatsächliche Lösungen für gesellschaftliche Sorgen im Zusammenhang mit Globalisierung zu lenken.“ In der weltweiten Betrachtung zeigt der GCI beispielsweise, dass nur rund 20 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung exportiert werden, etwa sieben Prozent der weltweiten Telefonate (Gesprächsminuten; einschließlich der Anrufe über das Internet) auf internationale Gespräche entfallen und lediglich drei Prozent der Menschen in einem anderen Land als ihrem Geburtsland leben. Auch die Überzeugung, dass Entfernungen keine Rolle mehr spielen, widerlegt der Bericht. Die meisten Länder pflegen einen deutlich intensiveren Austausch mit ihren Nachbarstaaten als mit entfernter gelegenen Nationen.

Österreich und die Globalisierung

Die Anfänge der Globalisierung liegen in der Neuordnung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg. Protektionismus und Abschottung, wie sie die 1920er- und 1930er-Jahre in den USA und im Vereinigten Königreich geherrscht haben, sollten überwunden werden. Gemeinsame Märkte und offene Grenzen waren das Ziel, und mit der Gründung dessen, was heute die Europäische Union darstellt, ist dies auch in einem erstaunlichen Ausmaß gelungen.

Österreich ist seit 1995 Mitglied der EU. Seit Beginn der Mitgliedschaft wächst das Exportvolumen nachhaltig an. 1995 exportierte Österreich Waren imWert von 37 Milliarden Euro, 2017 waren es insgesamt 142 Milliarden, was einem Allzeithoch entsprach. 2018 soll die 150-Milliarden-Schallmauer durchbrochen werden. Unser wichtigster Außenhandelspartner ist Deutschland mit einem Anteil von knapp 43 Milliarden Euro. Sehr aufschlussreich sind die Zuwächse der Exporte außerhalb der EU. Zwischen 2000 und 2017 nahmen die Ausfuhren nach Australien und Ozeanien um 259 Prozent zu, nach Asien um 206, nach Amerika um 184 und in afrikanische Länder um 103 Prozent. Die größten Zunahmen im Exportvolumen betrafen 2017 Südkorea mit 51,6 Prozent, Frankreich mit 31,5 und Brasilien mit 26,4 Prozent. Die zehn wichtigsten Exportpartner sind Deutschland mit knapp 43 Milliarden Euro, gefolgt von den USA, Italien, Frankreich, Schweiz, der Tschechischen Republik, Ungarn, Polen, dem Vereinigten Königreich und China mit einem Volumen von etwa 3,7 Milliarden Euro. Österreichs Exportwirtschaft sichert 1,7 Millionen Arbeitsplätze. Um diese Erfolgsgeschichte angesichts der sich im Umbruch befindenden Weltmarktlage mit bevorstehendem Brexit, den Unwägbarkeiten der drohenden US-amerikanischen Handelsboykotte und den überaus großen Ambitionen des chinesischen Marktes fortzuschreiben, ist ein Adaptierungsprozess angesagt.

Den gesamten Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe WNW.

Foto: Motortion

Mehr aus der Region West erfahren?

No comments

leave a comment