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Neue Mobilitätsplattform für Steiermark

Pendlerverkehr

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Pendlerverkehr

Grazer NEOS-Gemeinderat Niko Swatek fordert eine steiermarkweite Mobilitätsplattform, um Pendler und Betriebe finanziell zu entlasten und gleichzeitig den Verkehr zu reduzieren. Die Modellregion Aachen dient als Vorbild. Angestrebt wird eine Win-win-Situation für Arbeitnehmer und Betriebe.

Der Grazer Gemeinderat Niko Swatek (NEOS) ist bereits öfters mit innovativen Ideen in Szene getreten. Jetzt hat er sich des Themas Mobilität angenommen und will die Situation für Tausende steirische Pendlerinnen und Pendler sowie für die Unternehmen verbessern. Dazu schlägt er eine steiermarkweite Mobilitätsplattform vor, die den Pendlerverkehr optimieren helfen soll. Als Vorbild dient die deutsche Stadt Aachen, die bereits mit entsprechenden Angeboten eine deutliche Optimierung des Berufsverkehrs erreicht hat. Über 200 Kommunen und Städte haben sich in Deutschland zusammengeschlossen und insgesamt konnten dort 562.861 Einzelfahrten und somit bis zu 21.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

„Bei unseren zahlreichen Betriebsbesuchen haben wir festgestellt, dass der Pendlerverkehr nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Betriebe eine enorme finanzielle Belastung ist. Allein die Parkplatzbeschaffung für Großbetriebe ist ein irrsinniger Kostenfaktor und eine Belastung für die Natur“, weiß Swatek zu berichten.

Allein in der Steiermark pendeln täglich bis zu 330.000 Personen zu ihrem Arbeitsplatz, 170.000 davon allein im Großraum Graz. Für viele Menschen ist das Pendeln mit dem eigenen Auto unumgänglich, weil entsprechende Angebote durch öffentliche Verkehrsmittel fehlen. Zudem stellt der tägliche Weg zum Arbeitsplatz nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine zeitliche Belastung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dar.

„Pendeln zu müssen bedeutet, früher aufzustehen und sich dem stressigen Verkehr auszusetzen“, so Swatek. „Daher brauche es praktikable Lösungen, das Verkehrsaufkommen zu reduzieren, und attraktive Angebote für Pendlerinnen und Pendler.“

Swatek fordert daher, dass das Land Steiermark eine eigene Mobilitätsplattform für Pendler aufbaut, um den Berufsverkehr effizienter organisieren zu können. Ziel ist es, dass Pendlerinnen und Pendler sich über eine Plattform schnell und effizient zu Fahrgemeinschaften zusammenschließen können und gemeinsame Fahrtstrecken optimiert werden. Das Vorbild Aachen sei von der Einwohnerzahl und dem Pendleraufkommen mit Graz vergleichbar. Vorstellen kann man sich so eine Plattform wie ein Uber für Pendler. Über eine App oder über das Internet kann man sich leicht eine Fahrgemeinschaft suchen.

„Sinn macht so etwas nur, wenn es steiermarkweit angeboten wird“, sagt Swatek. „Derzeit haben viele Betriebe ihre eigenen Pendlerplattformen. Ziel muss es aber sein, dass so etwas betriebsübergreifend organisiert wird.“

Land Steiermark gefordert

Erreicht werden soll das über eine vom Land Steiermark initiierte Plattform, die alle Regionen und Betriebe miteinander verbindet. Der Bestbieter unter den unterschiedlichen bereits jetzt existierenden Pendlerplattformen solle dabei zum Zug kommen. Die NEOS schätzen die Kosten für die Erstellung eines steiermarkweiten Angebots auf circa 100.000 Euro.

Ziel ist es für die Menschen und die Betriebe eine Win-win-win-Situation zu erreichen. Die Plattform solle dabei helfen, einerseits einfach Fahrgemeinschaften zu finden, andererseits aber auch den eigenen Weg zum Arbeitsplatz zu optimieren. Das öffentliche Verkehrsangebot gehöre dazu ebenfalls eingebunden, so Swatek. Dass Handlungsbedarf besteht, zeigt auch der Evaluierungsbericht der Stadt Graz von 2018. Darin wird festgestellt, dass zu viele Autofahrten alleine durchgeführt werden. Ziel der Mobilitätsstrategie der Stadt Graz war es, den Besetzungsgrad auf 1,5 zu steigern. Dieser sei jedoch von 1,27 (2008) auf 1,25 sogar gesunken.

„Praktikable und rasche Lösungen, die nachhaltig das Verkehrsaufkommen reduzieren, sind daher gefragt. Denn die meisten dieser Pendler sitzen alleine im Auto. Genau hier sollte man endlich ansetzen und Anreize schaffen, Pendler zur Bildung von Fahrgemeinschaften zu bewegen. Hier muss das Land Steiermark zum Mobilitätsdienstleister für die BürgerInnen und UnternehmerInnen werden“, fordert daher Swatek.

Den gesamten Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe der WN-S.

Foto: pictureimpressions/iStock/Thinkstock 

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