HomeArchivEuropäische Union – eine bewegte Geschichte

Europäische Union – eine bewegte Geschichte


Treten Sie mit uns in Kontakt! – Unsere Redaktionsteam nimmt Ihr Lob und Ihre Kritik gerne entgegen.
Wir freuen uns auf Ihre Reaktion und einen konstruktiven Gedankenaustausch.
Bernhard HofbauerMag. Tanja Lackner
Chefin vom Dienst
+43 316 834020-41
redaktion@euromedien.at

25 Jahre Österreich in der EU

Vor einem knappen Vierteljahrhundert, genau am 12. Juni 1994, votierten die Österreicher bei der verfassungsmäßig erforderlichen Volksabstimmung mit einem eindeutigen Ergebnis von 66,64 Prozent für den Beitritt zur europäischen Union. Ein Wert, der bei den nachfolgenden Abstimmungen in Schweden und Finnland nicht einmal annähernd erreicht wurde. Vor 25 Jahren war in Österreich die „EU-phorie“ an ihrem Höhepunkt angelangt.

Von Marie-Theres Ehrendorff

Wenn  auch  das  EU-freundliche Klima in den Folgejahren spürbar zurückging,  waren  rund  zwei Drittel  der  österreichischen  Bevölkerung konstant gegen einen Austritt aus der Europäischen  Union.  Im  Juni  2009  schritten knapp 46 Prozent der Wahlberechtigten zur Wahlurne, im Mai 2014 waren es 45 Prozent, wobei die Wahlbeteiligung in beiden Jahren über dem EU-Durchschnitt von jeweils rund 43 Prozent lag. 

Aus wirtschaftlicher Sicht ist die Bilanz positiv: Österreich wurde internationaler, verkrustete Strukturen wurden durch den Wettbewerbsdruck aufgebrochen, unser Land hat sich geöffnet, sich vom einstigen „Inseldasein“ verabschiedet und erwirtschaftet heute bereits sechs von zehn Euro im Ausland. Ein wesentlicher Effekt für die heimischen Unternehmen war der gleichberechtigte Zu- gang zum Binnenmarkt und damit die Freiheit des Warenverkehrs, was weder das 1972 abgeschlossene Freihandelsabkommen noch der Europäische Wirtschaftsraum (EWR) – der erst ein Jahr vor der EU Mitgliedschaft in Kraft getreten ist – verwirklichen konnten.

Die Landwirtschaft und die nachgelagerte Nahrungs- und Genussmittelwirtschaft waren  vom  Freihandelsabkommen  ausgeschlossen und außerdem blieben Grenzformalitäten wie die Kontrolle der Warenbegleitpapiere sowie die nicht kalkulierbaren Wartezeiten an den Grenzen zu Italien und Deutschland als Wettbewerbsnachteil gegenüber EU-Firmen bestehen. Innerhalb der EU waren die Grenzkontrollen bereits durch die Einführung des Binnenmarktes am 1.1.1993 abgeschafft worden. Viele österreichische Betriebe unterhielten kostspielige Auslieferungslager  innerhalb  der  Gemeinschaftsgrenzen,  damit  Just-in-time-Lieferungen pünktlich durchgeführt werden konnten.

Der sogenannte Cecchini-Report kalkuliert diese Kosten über die wirtschaftlichen Auswirkungen der für 1992 vorgesehenen Binnenmarktvollendung  der  Zollgrenzen  mit mindestens 2,2 Prozent des Warenwertes. Umgerechnet  auf  die  damaligen  Exporte Österreichs in die Europäische Union lagen die Kosten zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro pro Jahr. Da der Großteil  des  österreichischen Außenhandels von rund 70 Prozent auf die Länder der EU entfällt, ersparen sich die heimischen Unternehmen im EU-Export aufgrund des Wegfalls der Binnengrenzen in der EU zirka 1,7 bis 4,3 Milliarden Euro jährlich. Dabei sind jene entgangenen Aufträge nicht berücksichtigt, die  aufgrund  dieser  Kostennachteile  gar nicht zustande gekommen wären.

In jüngster Vergangenheit, als der Ausbruch der Finanzkrise weltweit allen Ländern einen Dämpfer versetzt hat, reagierte die EU rasch und  beherzt:  Binnen  kurzer  Zeit  war  der Schutzschirm hinsichtlich der europäischen Finanzmärkte und deren Kreditwirtschaft aufgespannt. Zwar geriet der Konjunkturmotor ins Stocken, doch das Wirtschaftsankurbelungsprogramm mit seiner einheitlichen Vorgehensweise hat gegriffen. Jetzt muss Österreich  im  europäischen  EU-Kontext seine Stärken in puncto Innovation und Qualifikation forcieren und sein Know-how in Zukunftsbranchen wie Energie- und Umwelttechnologien gezielt aufbauen.

Den gesamten Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe der WN-D.

Foto: Symbol

Mehr aus dem Donauraum erfahren?

No comments

leave a comment