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Blackoutvorsorge für die steirische Wasserversorgung!


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Krisenvorsorgeprogramm

Nicht nur der Klimawandel bedroht die Versorgungssicherheit des steirischen Wassers, sondern auch die Möglichkeit eines großflächigen Blackouts. Wasserlandesrat (ÖVP) Johann Seitinger will die Steiermark nun auf den schlimmsten Fall vorbereiten und initiiert ein umfassendes Krisenvorsorgeprogramm für die steirische Wasserversorgung.

Von Stefan Rothbart

Im 21. Jahrhundert ist die heimische Wasserversorgung nicht nur durch Klimawandel und Wasserknappheit bedroht, sondern auch durch die Möglichkeit eines großflächigen Stromausfalls, ausgelöst durch Hackerangriffe oder Naturkatastrophen, der die Wasserversorgung lahmlegen könnte. Ohne das kostbare Nass wäre die Lebensgrundlage im Land ernsthaft bedroht. Allein um die Notversorgung  von  Krankenhäusern  aufrechtzuerhalten, würde es enorme Kraftanstrengungen benötigen. Nur das LKH Graz benötigt  pro Tag  etwa  eine  Million  Liter Wasser. In einen Versorgungs-Lkw der Feuerwehr  passen  etwa  4.000  Liter  Wasser. Diese Zahlen verdeutlichen, vor welche Probleme die steirische Bevölkerung gestellt wäre, wenn das Selbstverständliche plötzlich nicht mehr ist und aus dem Hahn kein Wasser mehr kommt. Mehrere Tage ohne Wasserversorgung können zu einer ernsthaften humanitären Krise führen und wären nur mit der größtmöglichen  Solidarität der Bevölkerung aktuell zu bewältigen. Bisher ist kaum ein Land in Europa auf ein derartiges Szenario vorbereitet. Wasserlandesrat Johann Seitinger (ÖVP) will die Steiermark nun für den Fall eines Blackouts und eines Totalausfalls der Wasserversorgung rüsten. Die Steiermark nimmt damit in Österreich und in Europa eine Vorreiterrolle bei der Krisenvorsorge im Bereich der  Wassersicherheit ein.

Wie ist die Wasserversorgung in der Steiermark im Moment aufgestellt? Ist die Versorgung gesichert?

Wir können in der Steiermark schon mit Stolz behaupten, eines der besten Wasserversorgungssysteme  in  Österreich  und Europa zu haben. Die Absicherung ist nicht nur mengenmäßig, sondern auch qualitativ gegeben. Wir haben ca. 40.000 Kilometer an Trink- und Abwasserleitungen in der Steiermark verlegt. Dieses Leitungsnetz ständig auf einem hohen Qualitätsniveau zu halten, bedeutet natürlich, dass hohe Professionalität im Management von unseren Wasserversorgungsunternehmen, Verbänden und Genosssenschaften geleistet wird. Wir haben zudem zum Zwecke einer Generalversorgung für das ganze Bundesland das Wassernetzwerk Steiermark aufgebaut. Ausgehend vom Jahr 2003, welches eines der großen Dürrejahre dieses Jahrhunderts war, hatten wir die Notwendigkeit,  die Wasserversorgung  in  der Steiermark auf völlig neue Beine zu stellen. Vor allem die Versorgungssicherheit in den Regionen der Oststeiermark und Südsteiermark auf neue Beine zu stellen und gleichzeitig die Bodenwasserressourcen zu berücksichtigen war Teil des  Maßnahmenprogrammes. Damit haben wir das steirische Wasserversorgungssystem  für  die  Zukunft  gesichert.

Mit dem Klimawandel tun sich aber zukünftige Probleme auf. Wie viele Investitionen werden Ihrer Ansicht nach in Zukunft noch notwendig sein und wo liegen die größeren Herausforderungen?

Der Klimawandel ist mit Sicherheit die größte Herausforderung, nicht nur für die Wasserwirtschaft in der Steiermark. Einzelne Quellen  versiegen  und  wir  haben  zunehmende  Probleme  mit  dem  Bodenwasserhaushalt. Wir müssen alle denkbaren Quellen und unsere Quellenschutzgebiete in Beobachtung haben und dazu ist etwa ein Zehntel der  Landesfläche  im  Wasserschutz-  und Schongebiet ausgewiesen. Das ist auch notwendig, damit wir für Krisenzeiten vorbereitet sind. Weiters wird es noch notwendig werden, einzelne kleinere Wasserversorger mit den großen Zentralwasserleitungen zu verbinden.

Die zweite große Bedrohung kommt auch von zunehmender Cyberkriminalität. Die Gefahr  etwa  eines  Blackouts  stellt  ein enormes Risiko für die Wasserversorgung dar. Sie haben daher die Initiative ergriffen und die Ausarbeitung von Krisenplänen für den Fall eines Blackouts beauftragt.

Es ist kaum vorstellbar, was durch Cyberkriminalität, beispielsweise durch Hackerangriffe auf unsere Pumpwerke, an Schaden angerichtet werden kann, wenn ganze Stadtwerke oder Versorgungssysteme lahmgelegt werden. Einen Tag lang ohne Wasser auskommen zu müssen, etwa in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen, ist eine ernste Herausforderung, für die wir uns wappnen müssen. Neben dem Klimawandel ist es daher mit Sicherheit auch essenziell, auf diese kriminellen Krisenszenarien vorbereitet zu sein. Man muss hier ganz offen sagen, für ein derartiges Szenario sind unsere bisherigen Notversorgungssysteme von Feuerwehr bis Bundesheer aktuell nicht gerüstet.

Den gesamten Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe der WN-S.

Foto: Canva

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