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Richtige Personalauswahl spart Geld:


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Bauchgefühl allein ist zu wenig

Im Rahmen des vom Bildungsconsulting der Wirtschaftskammer Tirol organisierten „Expertenforums Personal“ beleuchtete Wirtschaftspsychologe Uwe Kanning typische Schwachstellen in der Personalarbeit. Er erläuterte, warum eine strukturierte Personalauswahl weitaus erfolgversprechender ist, als sich auf das „Bauchgefühl“ zu verlassen.

Von Christian Wieselmayer

Rund 100 Führungskräfte, Personalverantwortliche und -entwickler aus Tiroler Betrieben haben am ersten „Expertenforum Personal“ der WKT teilgenommen. Dabei sprach Uwe Kanning, renommierter Spezialist im Bereich Wirtschaftspsychologie und Personaldiagnostikexperte, über Themen wie Führung, Personalauswahl, soziale Kompetenz, Personalentwicklung und Eignungsdiagnostik und hat mit Pseudowissenschaften in der Personalauswahl und im Personalmanagement aufgeräumt. In Publikationen wie „50 Strategien, die falschen Mitarbeiter zu finden, und wie Sie es besser machen können“ entwickelte Kanning praxistaugliche Ansätze, die sich auch in mittelständischen Betrieben anwenden lassen. In seinem Vortrag deckte Uwe Kanning anschaulich und mit wissenschaftlichen Studien untermauert typische Schwachstellen im Personalmanagement auf und gab praktische Tipps, wie mit relativ geringem Aufwand große Fehler in der Personalauswahl und -entwicklung verhindert werden können. Seine zentrale Aussage lautete, dass sehr viele Betriebe – auch größere – bei der Personalsuche und -entwicklung zu wenig professionell vorgehen. 60 Prozent der Firmen legen bei der Sichtung der Bewerbungsunterlagen und beim anschließenden Gespräch keine Kriterien an. „Offenbar gehen viele Firmenchefs und Personalverantwortliche davon aus, dass man ‚gute Menschen‘ intuitiv erkennen kann, und verlassen sich auf ihr ‚Bauchgefühl‘. Doch Menschenkenntnis wird grenzenlos überschätzt – diese gibt es in der Psychologie nicht. Die getroffenen Entscheidungen sind somit extrem subjektiv und nicht vergleichbar. Es braucht eine kritische Distanz zur intuitiven Urteilsfindung“, warnte der Personalexperte.

Strukturierte Verfahren – bessere Ergebnisse

Uwe Kanning erklärte, dass es zur professionellen Auswahl strukturierte Verfahren mit klaren Kriterien benötige. Besonders in Zeiten akuten Fachkräftemangels sinkt die Zahl an Bewerbern – und damit die mögliche Trefferquote – ohnehin automatisch: „Diese Investition in eine valide Personalauswahl rechnet sich – es kommt auf lange Sicht viel teurer, Mitarbeiter zu beschäftigen, die nicht richtig zum Unternehmen passen.“ Professionell und strukturiert bedeutet für Uwe Kanning aber nicht gleichzeitig wissenschaftlich und theoretisch. Auch für mittelständische Unternehmen lassen sich die Ergebnisse bei der Personalsuche und -auswahl massiv steigern, wenn einige grundlegende Regeln beachtet werden. Das bedeutet für typische kleine und mittlere Betriebe (KMU), schon ganz am Anfang einen klassischen Fehler zu vermeiden: bei der Vorauswahl viel zu streng auszusieben. „Gerade bei der Sichtung der Bewerbungsunterlagen wird zu hart gefiltert, obwohl Unterlagen speziell über die Erfahrung oder Fachliches zu wenig aussagen. In diesem Stadium sollte liberal vorgegangen werden“, rät Kanning. Genau an diesem Punkt gilt es auch, kritisch mit dem eigenen Urteilsvermögen umzugehen, um klassische Fehler zu vermeiden. „Attraktivität, Ähnlichkeit und maskuliner Körperbau führen zu einer Überschätzung der Bewerber, ausländische Namen, Akzent und Übergewicht zu einer Unterschätzung“, weiß Kanning. Doch diese Äußerlichkeiten sagen nichts darüber aus, ob ein Bewerber für eine bestimmte Aufgabe qualifiziert ist oder nicht.

Den gesamten Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe WNW.

Grafik: WKT

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