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Mitgefangen, mitgehangen


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Industrie international

Die Industrie spielt auch geopolitisch eine wichtige Rolle. Denn wirtschaftliche Macht hat heute mehr Bedeutung als Ideologie und eine vermeintliche Überlegenheit wird trotz der globalen Verflechtungen und wechselseitigen Abhängigkeiten bei protektionistischen Alleingängen gerne als Druckmittel verwendet.

 

Von Thomas Duschlbauer

Die gegenwärtigen Handelskonflikte verunsichern zu recht die Märkte. Denn die Erfahrungen der Geschichte zeigen uns, dass es dabei mittel- bis langfristig nur Verlierer gibt. Dies gilt heute mehr denn je, zumal die einzelnen Branchen und Betriebe einer Volkswirtschaft von Lieferketten abhängig sind, die keine nationalen Grenzen kennen. Protektionismus stellt gewisse Industriezweige eines Landes oft nicht nur unter einen Glassturz, um sie vor dringenden Veränderungen zu bewahren, sie schadet ihnen auch dadurch, dass wichtige Bestandteile aus dem Ausland unnötig verteuert werden und Standorte nicht dort entwickelt werden können, wo sich die Wachstumsmärkte befinden.

Neue Spielregeln

War die industrie im letzten Jahrhundert noch ein wichtiger Faktor für eine militärische Überlegenheit mit hoher geopolitischer Relevanz, so hat sich bis in die Gegenwart diese Rolle gewandelt. Mit dem Verschwinden von Ideologie, wie sie beispielsweise noch für den Kalten Krieg gegolten hat, tritt der Konsum immer mehr in den Vordergrund. Industrie schafft nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Wohlstand, Bedürfnisse und somit Erwartungen, die von der Bevölkerung eines Landes auch an die Politik formuliert werden. Konsum ist stets mit einer konkreten materiellen Abhängigkeit verbunden, während Ideologie doch eine Sache von Überzeugungen ist, die man entweder hat oder zu denen Menschen genötigt werden. Somit ist der einfluss auf die Produktion und die internationalen Verflechtungen der Betriebe durch protektionistische Maßnahmen auch ein druckmittel, um Regierungen einzuschüchtern, da sie um den Rückhalt der eigenen Bevölkerung fürchten müssen.

Der Dealer in Washington

Das Gute daran ist, dass angesichts der wechselseitigen wirtschaftlichen Abhängigkeiten und des wachsenden Wohlstands militärische Konflikte zwischen den großen Wirtschaftsmächten eher unwahrscheinlich werden. Die Politik eines Donald Trump ist zwar auf Krawall gebürstet, aber sie scheut bislang den Ausbruch offener Kriege. Sie ist hingegen so ausgerichtet, dass in den Beziehungen zu anderen Staaten ein möglichst guter Deal für die eigene Nation ausgehandelt werden soll, was immer auch darunter langfristig zu verstehen ist. Einzelne Erfolge nähren diesen Ehrgeiz und haben auch international bei populistischen Regierungen eine gewisse Vorbildwirkung. daher ist eine weitere Verschärfung der Handelskonflikte vorprogrammiert, zumindest so lange, bis die tatsächlichen Folgen dieser Politik für die Bevölkerung spürbar werden.

Den gesamten Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Reports.

Foto: Fotolia

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