HomeArchivDigitalisierung: Warum der ideale Prozess im Alltag scheitert

Digitalisierung: Warum der ideale Prozess im Alltag scheitert


Treten Sie mit uns in Kontakt! – Unsere Redaktionsteam nimmt Ihr Lob und Ihre Kritik gerne entgegen.
Wir freuen uns auf Ihre Reaktion und einen konstruktiven Gedankenaustausch.
Bernhard HofbauerMag. Tanja Lackner
Chefin vom Dienst
+43 316 834020-41
redaktion@euromedien.at

Das Ausfüllen von Checklisten, unübersichtliche Excel-Dateien, die mangelnde Nachvollziehbarkeit bei Fehlern im System oder das mühselige Suchen nach abgelegten Ordnern machen Probleme und beeinträchtigen den produktiven Arbeitsablauf. „Digitalisierung im Qualitätsmanagement schafft stetige Verbesserungen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit“, weiß Paul Zieger, Geschäftsführer von Opti-Q, einem innovativen Softwarespezialisten in Wien, im Gespräch mit den Wirtschaftsnachrichten.

Herr Zieger, als gelernter Wirtschaftsingenieur Maschinenbau mit  langjähriger Erfahrung in der produzierenden Industrie haben Sie vor einigen Jahren selbst ein Unternehmen gegründet, um Qualitätsmanagement zu optimieren und digitalisieren. Wo gibt es Verbesserungsbedarf?

Wir sprechen zwar ständig von künstlicher Intelligenz, Cyberbrillen und Virtual reality, aber in der Realität sind wir meilenweit davon entfernt. Besonders in der Industrie arbeiten nach wie vor viele Unternehmen mit Papierausdrucken und haben dicke Ordner mit Qualitätschecklisten, die mit der Realität nicht viel zu tun haben. Qualitätschecklisten müssen dynamisch sein und immer wieder an die Erfordernisse angepasst werden können, damit sie im Berufsalltag funktionieren. Unser Ziel ist es, dass unsere Software vom Kunden dem Arbeitsprozess laufend angepasst werden kann.

Warum fällt der Umstieg in die Digitalisierung der Checklisten so schwer?

Das hat einen einfachen Grund: Es geht meist ausschließlich um Kontrolle und nicht um Feedback. Die intelligente Checkliste, iCL von Opti-Q, setzt genau an diesem Punkt an. Wenn das Management darangeht, eine Checkliste zu digitalisieren, dann geht es vom „idealen“ Fall aus, den es in der Praxis nicht gibt. Daher funktionieren diese Qualitätssicherungsprogramme nur ungenügend. Wenn beispielsweise eine einzelne Schraube an der Oberfläche zerkratzt ist, dann weiß das Programm nicht, ob das gesamte Los von 50 Schrauben oder lediglich eine einzelne, die möglicherweise sogar einsetzbar wäre, nicht der Vorgabe entspricht. Die Beauftragten, die mit solchen Digitalisierungen arbeiten müssen, werden mit diesen Produkten, wo Sonderfälle nicht bedacht sind, nicht lange arbeiten und steigen bald wieder auf Papierausdrucke um. So beginnen die meisten IT-Projekte zu sterben, weil sie in der Praxis nicht anwendbar sind.

Wie unterstützt Opti-Q Kunden im Digitalisierungsprozess?

Wir haben eine Standardsoftware entwickelt, mit der man den Prüfprozess ständig anpassen kann. Wir gehen vom Idealfall aus, probieren es, und wenn der Mitarbeiter vor Ort sagt, dass er die Schraube mit einem Oberflächenkratzer nehmen kann, baut der Kunde selbst diese Frage kurzfristig ein, drückt auf den Knopf und schon sieht der Anwender das Ergebnis vor sich auf dem Bildschirm. Mit Fotos wird dokumentiert, wo Handlungsbedarf besteht. Diese Vorgangsweise unterstützt den Prozess des ständigen Anpassens.

Wir haben eine flexible, praxisnahe Lösung geschaffen, die wir ständig in Zusammenarbeit mit unseren Kunden erweitern und verbessern. Damit sind wir ganz nahe an den realen Problemen unserer Kunden dran. Die Qualitätsüberprüfungen können direkt vor Ort durchgeführt werden, Prüfdaten und Berichte werden zentral geplant, erstellt und gespeichert und können sofort an die richtigen Mitarbeiter verteilt werden. Prüfungen lassen sich auf diese Weise zentral planen, man hat den Überblick und kann die einzelnen Schritte nachvollziehen. Wir implementieren unsere Lösung immer schrittweise, indem wir klein beginnen, langsam größer werden sowie adaptieren und im Feld nach Anwendbarkeit überprüfen. Mit geringen Investitionskosten ist iCL jederzeit erweiterbar. Unser Schlüssel zum Erfolg ist es, die Realität abzubilden und nicht ein vom Schreibtisch skizziertes starres Ideal zu erstellen.

Foto: Tony Gigov

Den gesamten Beitrag finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Reports.

No comments

leave a comment