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Wissenslücken im Wirtschaftsbereich

Für viele Schüler, aber auch für so manche Erwachsene ist Wirtschaft ein spanisches Dorf. Verschiedene Initiativen wollen Abhilfe schaffen – auch zum Wohl des Wirtschaftsstandortes Österreich.

Von Ursula Rischanek

In der Schule fürs Leben lernen? Nicht, wenn es um Wirtschaft und Unternehmer geht. Denn in den meisten Schulbüchern und Unterrichtseinheiten sind beide derzeit nur sehr selektiv und eingeschränkt Thema, wie eine Lehrplan- und Schulbuch-Analyse der WU Wien zeigt. Kein Wunder, dass die meisten 14-Jährigen einer Studie des Instituts für Wirtschaftspädagogik zufolge daher nicht wissen, dass sie selbst Teil des Wirtschaftssystems sind. Oder dass sie glauben, der Staat bestimme etwa Importe und Exporte und die Höhe von Preisen.


Jugend will es wissen

Die Jugendlichen sind sich dieses Mankos sehr wohl bewusst, wie die vor Kurzem präsentierte YEP Jugendstudie „Skills to be Fit for the Future“ zeigt: Wenn es beispielsweise um Unabhängigkeit, den Umgang mit Versicherungen oder Banken sowie den Abschluss von Verträgen für Wohnung oder in der Arbeitswelt geht, vermissen nahezu alle Jugendlichen die Vorbereitung auf das spätere Leben. Nur ein Viertel der jungen Menschen fühlt sich dabei von der Schule ausreichend auf die Zukunft vorbereitet. Die Hälfte der Befragten gab auch an, dass sie ihre Lehrer dafür für nicht fit genug halten. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam eine bereits im Frühjahr präsentierte Umfrage des österreichischen Bankenverbandes und der Bawag P.S.K. unter jungen Erwachsenen: Grund- und allgemeinbildende Schulen als Quellen für den Erwerb von wirtschaftlichem und finanziellem Allgemeinwissen werden von den Befragten im Alter zwischen 18 und 29 Jahren eher kritisch gesehen. Jede/r fünfte Befragte ist der Meinung, „in der Schule nichts über den Umgang mit Geld gelernt“ zu haben. Vor allem Befragte mit Abschlüssen von Berufsschulen, Gymnasien, Handelsschulen und polytechnischen Schulen schätzen deshalb ihren Umgang mit Geld schlecht ein. Demnach fühlt sich fast ein Viertel der jungen Erwachsenen hierzulande wissensmäßig nicht fit genug, um wichtige wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen. Zwei Drittel der jungen Erwachsenen wünschen sich ein Sicherheitsnetz bei wichtigen Geldentscheidungen.

„Die österreichischen Schüler sind sich bewusst, dass sie Wissenslücken im Wirtschaftsbereich haben, und zeigen auch großes Interesse daran, dieses Thema besser zu verstehen. Es fehlt ihnen das ganzheitliche Verständnis. Sie fühlen sich nur marginal von der Wirtschaft betroffen und nicht als aktiver Teil des Wirtschaftskreislaufes“, bestätigte auch Bettina Fuhrmann, Leiterin des Instituts für Wirtschaftspädagogik an der WU Wien, im Rahmen einer von der B&C Privatstiftung veranstalteten Diskussion zum Thema „We don’t need no education! Wirtschaftsbildung als Standortfaktor“ in Alpbach. Laut Fuhrmann sollten die Unterrichtsmaterialien inhaltlich auf fachliche Richtigkeit geprüft und fachdidaktisch weiterentwickelt werden. Auch in der Ausbildung der Lehrkräfte könnten mehr Schwerpunkte in der Wirtschaftsdidaktik gesetzt und neue Impulse gegeben werden. Ein weiteres wichtiges Element ist ausreichend Unterrichtszeit für Wirtschaftsthemen. „Wenn man an diesen drei Schrauben dreht, wäre viel für die Wirtschaftsbildung der Jugendlichen getan“, so Fuhrmann.

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Foto: iStock.com/filmfoto

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