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Schicksalsregion Westbalkan


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EU-Erweiterung entscheidet über die Zukunft der Union

Immer wieder nimmt der Balkan eine besondere Weichenstellung in der Geschichte Europas ein. Er ist die „schwache Flanke“ oder der brodelnde Hinterhof des Kontinents. Für viele auch ein „Einfallstor“ in den Westen. Was am Balkan passiert, hatte meistens weit reichende Auswirkungen auf den Rest von Europa. Ein EU-Beitritt für die Länder des Westbalkans wäre nicht nur wirtschaftlich von Vorteil, sondern auch ein wichtiger geostrategischer Schritt.

Von Stefan Rothbart

Vor wenigen Wochen hat Frankreichs Präsident Macron aufhorchen lassen, indem er den EU-Beitritt des Westbalkans, also der Länder Albanien, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien, infrage stellte. Zusammen mit der Türkei sind diese Nationen EU-Kandidatenländer. Bosnien und Herzegowina sowie Kosovo werden als potenzielle Kandidaten angesehen. Die EU brauche eine Phase der inneren Neuorientierung, bevor sie weitere Mitglieder aufnehmen kann, argumentiert Macron.
Zusammen mit Frankreich blockierten auch die Niederlande und Dänemark im Oktober die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Albanien und Nordmazedonien. Seither spaltet die Frage der Erweiterung die Mitgliedsländer. Beobachtet man das Medienecho, so schenkten sich Befürworter und Gegner der EU-Erweiterung in Kolumnen, Kommentaren und Interviews gegenseitig kräftig ein. Bravo! Erneut ein Thema, das die EU nach innen spaltet.

Der Westen versteht den Osten nicht

Hinter der plötzlichen Kehrtwende Frankreichs steckt vor allem das erratische subjektive Empfinden, mit neuen Gegebenheiten nicht zurechtzukommen. Daher vorerst einmal keine neuen Länder aufnehmen und sich erstmal mit sich selbst beschäftigen. Macron projiziert wohl aus der französischen Innenpolitik auf die Europäische Union. Das impliziert, dass Frankreich bzw. Westeuropa den Balkan allgemein als „Problem“ wahrnehmen. Der Westen Europas hatte schon immer ein Vorstellungsproblem hinsichtlich des östlichen Teils des Kontinents, insbesondere des Westbalkans. Hier tradiert sich eine fatale strategische Denkart hinsichtlich des Balkans, der immer nur dann von Interesse war, wenn er als Störfaktor gegen rivalisierende Mächte von Nutzen war, etwa gegen das Osmanische Reich, gegen Österreich-Ungarn oder gegen Russland. Wenn man glaubt, selbst nicht profitieren zu können, dann sollen es auch andere nicht tun. Eigentlich eine unsolidarische Haltung Frankreichs gegenüber anderen EU-Mitgliedsländern, für die der Balkan eine wichtige Wirtschaftsregion ist. Welche geostrategische Funktion der Balkan und der Westbalkan im Speziellen eigentlich haben, scheint man in Westeuropa nicht zu erkennen.

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Foto: iStock/altmodern

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