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Demografie trifft Digitalisierung


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Digitalisierung gegen Pflegenotstand

Die zwei Megatrends überschneiden sich in etlichen Bereichen unseres Alltags und üben Einfluss aufeinander aus – kluges Vorgehen kann helfen, in der Kombination die eine oder andere Herausforderung zu bewältigen.

Die Digitalisierung hat schon in einem sehr frühen Stadium dazu beigetragen, dass sich Phänomene, die mit der Demografie in Zusammenhang standen, verändert haben. Ein berühmtes und mittlerweile schon „klassisches“ Beispiel war das Cyborg Manifesto von Donna Haraway aus dem Jahr 1985. Es nahm sowohl Stellung zu Fragen neuer Technologien als auch zu den sich wandelnden Geschlechterrollen. So gab dann auch die einsetzende Digitalisierung bzw. die Arbeit am Computer der Männerwelt, die zuvor unter Arbeit häufig noch körperlich schwere Tätigkeiten verstand, keinen Grund mehr, Frauen aus der Arbeitswelt auszuschließen. An der Tastatur eines Rechners zählen lediglich der Kopf und eine gewisse Fingerfertigkeit.
Digitalisierung und Altersidentität Im Arbeitsleben stellt die Digitalisierung gegenwärtig auch für ältere Mitarbeiter eine große Herausforderung dar. Nicht immer weil sie mit dem raschen Wandel nicht schritthalten könnten, sondern weil das betriebliche Umfeld es ihnen vielleicht auch nicht mehr zutraut. Denn ebenso wie das Geschlecht ist in Anlehnung an Judith Butler auch das Alter nicht nur davon geprägt, was die Biologie oder die individuelle Leistungsfähigkeit vorgeben, sondern auch von dem, was die Gesellschaft in das Alter im Sinne einer Altersidentität projiziert. Alter ist nicht nur das, was wir fühlen, und das, was wir uns strategisch bewusst oder unbewusst abverlangen, sondern auch das, was die Gesellschaft konstruiert und daher von uns verlangt.

Digitalisierung gegen Pflegenotstand

Diese Prozesse stehen auch im Zusammenhang mit technologischen Entwicklungen, zumal technische Innovation nicht von sozialer zu trennen ist und Neuerungen oft ihre Zeit brauchen, um in unseren Alltag zu diffundieren. Großes Potenzial digitaler Technologien besteht derzeit im Bereich der Pflege- und Betreuungsleistungen. Dieser Bereich ist gleich in zweierlei Hinsicht von den demografischen Entwicklungen betroffen: So erhöht sich die Zahl der zu betreuenden und zu pflegenden Menschen in den kommenden Jahren erheblich, während der Pool an potenziellen Mitarbeitern immer kleiner wird. Der drohende Pflegenotstand zeigt sich schon alleine durch die Tatsache, dass 2030 mehr als ein Drittel der heute tätigen Pflegekräfte in Pension gehen werden. Obwohl der Gesetzgeber weitgehend klare Handlungsrahmen definiert, kommt es oftmals zur Vermischung der Bezeichnungen „Betreuung“ und „Pflege“. Dadurch werden Leistungen der Gesundheits- und Krankenpflege, insbesondere im Langzeitpflegebereich und bei der Versorgung chronisch Kranker, vielfach bagatellisiert. Ebenso kommt es zu einer Hierarchisierung notwendiger Pflegeinterventionen und Unterstützungsleistungen durch Sozialbetreuungsberufe. Dabei ist die entscheidende Frage, wie die jeweils individuell notwendige Fachkompetenz sowie der Unterstützungsbedarf für die Alltagbewältigung zu den Menschen kommt und ob sie diese auch in erforderlichem Ausmaß erhalten.

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Foto: DPA

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