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Big Spender für die Forschung


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Forschungsstandort Österreich

Mehr als sechs Milliarden Euro haben heimische Unternehmen im Vorjahr Schätzungen zufolge in F&E investiert. Damit sind eine wesentliche Stütze des Forschungsstandortes Österreich. Dieser soll in den nächsten Jahren weiter aufgewertet werden.

Von Ursula Rischanek

Rund 12,8 Milliarden Euro sind der Globalschätzung der Statistik Austria zufolge hierzulande im Vorjahr in Forschung und Entwicklung geflossen. Mit einer Forschungsquote von 3,19 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegt Österreich damit nach wie vor an zweiter Stelle hinter Schweden und übertrifft damit deutlich die forschungspolitischen Ziele der EU, die eine Forschungsquote von drei Prozent bis 2020 vorsehen. Einer der wichtigsten Treiber der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind dabei nach wie vor Unternehmen, die sich diese rund 6,3 Milliarden Euro kosten ließen. Geschätzte 4,5 Milliarden Euro dürften auf den öffentlichen Sektor entfallen. Die Ausgaben des Auslands, getragen meist von ausländischen Unternehmen, die für ihre österreichischen Töchter F&E finanzieren, sowie in geringerem Ausmaß von Rückflüssen aus den EU-Forschungsprogrammen, wurden auf etwa zwei Milliarden Euro geschätzt. Abgesehen von der Höhe der Ausgaben ändert sich damit wenig im Vergleich zu den Vorjahren. Auch 2018 hatten die rund 3.500 forschenden Unternehmen bei der Forschungsfinanzierung die Nase vorn: Von den
damals für F&E getätigten Ausgaben in Höhe von 12,3 Milliarden Euro tätigten sie ebenfalls etwa die Hälfte.

Börsennotierte Unternehmen weit vorn

Zu den Top-Financiers zählten dabei die 30 börsennotierten Unternehmen in Österreich: Hatten sie 2013 etwa 690 Millionen Euro in F&E investiert, waren es im Jahr 2018 bereits 1,2 Milliarden Euro. Platz eins belegte der steirische Technologiekonzern ams, der sich seine Innovationen rund 239 Millionen Euro kosten ließ. Das zeigt eine Studie der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY , für die die F&E-Budgets der 30 börsenorientierten Unternehmen in Österreich mit den höchsten Ausgaben für Forschung und Entwicklung untersucht wurden. Platz zwei belegte 2018 die Voestalpine mit 152 Millionen Euro, gefolgt von S&T (123 Millionen Euro). Während die Forschungsausgaben der Börsenplayer stiegen, sank allerdings die durchschnittliche F&E-Intensität (Höhe des Anteils der F&E-Ausgaben am Umsatz) leicht um 0,3 Prozent. Dieser Bereich wird im Übrigen hierzulande von IT-Unternehmen (Fabasoft, ams, Kapsch TrafficCom, S6T sowie AT&S) dominiert, die sich im Bereich F&E-Intensität die Top-5-Platzierungen gesichert haben. „Die IT-Branche investiert gut jeden achten Euro in Forschung und Entwicklung, also 12,7 Prozent. Der starke Wandel durch die Digitalisierung ist vor allem im Bereich Informationstechnologie, aber auch im Industriesektor spürbar, daher müssen nicht nur Global Player, sondern auch österreichische Unternehmen schneller reagieren und Innovationen vorantreiben, um am Markt bestehen zu können“, so Gunther Reimoser, Country Managing Partner EY Österreich. Während in Österreich die Sparten Informationstechnologie, Industrie und Bergbau/Metallgewinnung am meisten in F&E-Projekte investieren, dominieren weltweit gesehen hingegen Pharmakonzerne sowie Biotechnologie die Reihung.

Forschungsprämie an Große

Die großen Konzerne sind es im Übrigen auch, die von der Forschungsprämie, die derzeit bei 14 Prozent liegt, profitieren. Diese geht nämlich zu rund 90 Prozent an die Big Player. Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer hat angesichts dessen bereits im Vorjahr einen besseren Zugang zu dieser auch für kleinere und mittlere Unternehmen urgiert. Im Regierungsprogramm der neuen Regierung ist dieser so konkret allerdings nicht zu finden. Dafür findet sich darin neuerlich das Bekenntnis zu einem Forschungsfinanzierungsgesetz, das „mehrjährige Finanzierungs- und Planungssicherheit“ geben soll. Eine langfristige Programmfinanzierung soll übrigens auch für die außeruniversitäre Forschung geprüft werden. Ebenfalls wie bereits im Programm der türkis-blauen Regierung angekündigt, wird weiters die Exzellenzinitiative zur Stärkung der Grundlagenforschung eingeführt. Darin sollen unter anderem Exzellenzcluster, neue Forschungsfelder und „Austrian Chairs of Excellences“ gebündelt sein. Wie viel Budget die Regierung dafür bereitstellen will, das ist dem Regierungsprogramm allerdings nicht zu entnehmen. Um Spitzenforschung etwa im Bereich künstliche Intelligenz zu ermöglichen, soll ein Forschungsrechenzentrum aufgebaut werden. Für Blockchain-Technologie und Kryptowährungen soll ein Masterplan erstellt werden. An wichtigen Bildungsstandorten sollen sogenannte „Innovation Labs“ eingerichtet und damit der Zugang zu Medienlabs, Prototypenfertigung und Ähnliches erleichtert werden. Auch die bereits für 2019 angekündigte KI-Strategie steht auf der Todo-Liste der Regierung: Für die Anwendung von KI durch den Staat sollen rote Linien definiert, KI-Entwicklungen und -Anwendungen gefördert werden.

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Foto: iStock.com/gorodenkoff

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