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Wirklich alles auf Schiene?


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Potenzial für Standort Österreich

Warum es angesichts zunehmender Warenströme und der damit verbundenen Umweltbelastung ohne internationale und verkehrsträgerübergreifende Lösungen kein Vorankommen gibt.

Geht es nach der türkis-grünen Regierung, dann soll das Angebot auf der Schiene österreichweit massiv ausgebaut werden. Die ÖBB freuen sich naturgemäß über den Rückenwind aus der Politik. Gleichzeitig ist Experten aber noch nicht klar, wie die ÖBB und andere Bahnanbieter mit der steigenden Nachfrage mithalten sollen. Denn dafür fehlt es noch an Kapazitäten.

Der Zentralverband Spedition & Logistik steht dem im Programm der neuen Bundesregierung festgehaltenen klaren Bekenntnis zum Logistikstandort Österreich grundsätzlich positiv gegenüber: „Wir freuen uns, dass die Koalitionspartner das Potenzial unserer Branche für den Standort Österreich erkannt haben. Das ausdrücklich genannte Regierungsziel, den Logistik-Hub Österreich zukunftsfähig aufzustellen und nachhaltig zu stärken, ist ein wichtiges Bekenntnis und bei ehrlicher Umsetzung eine große Chance für den Wirtschaftsstandort Österreich“, so Zentralverband-Präsident Alexander Friesz.

Besonderes Augenmerk müsse auf eine verkehrsträgerübergreifende Herangehensweise gelegt werden. Prognosen zufolge werde in Österreich der Güterverkehr auf der Straße selbst bei maximaler Nutzung der Schienen-Potenziale bis 2030 weiter stark ansteigen. Obwohl dies verlockend klingen mag, ist eine Verlagerung aller Waren auf die Schiene zumindest mittelfristig nicht machbar. Eine erfolgversprechende Strategie müsse daher auf die Optimierung aller Verkehrsträger abzielen. Auch der Präsident des Verbands der Bahnindustrie, Kari Kapsch, ist mit dem Programm der neuen Regierung zufrieden: „Wir sind hocherfreut, dass viele Positionen der Bahnindustrie in das Programm der neuen Regierung eingeflossen sind. Zentrale Impulse sind darin enthalten, damit Österreich weiterhin eines der erfolgreichsten Bahnländer der Welt sein kann. Man hat die klimapolitische Bedeutung des Systems Bahn erkannt, nun gilt es diese ambitionierten Ankündigungen in konkrete Maßnahmen zu gießen, damit Österreich ganzheitlich davon profitieren kann“, so Kapsch.

Bahn als Standortfaktor

Besonders hervorzuheben seien laut Kapsch die Zielsetzungen der neuen Regierung zur Etablierung eines echten Best-Bieter-Prinzips in der öffentlichen Vergabe: „Die Vergabe von Aufträgen durch die öffentliche Hand ist ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsstandort Österreich und im Besonderen für die heimische Bahnindustrie. Die Ankündigungen, hier eine Überarbeitung mit Fokus auf bestimmte Qualitätskriterien durchzuführen, sind sehr begrüßenswert.“ Die Bahn habe einen positiven und entscheidenden Einfluss auf die heimische Wirtschaftsleistung.

Darüber hinaus müsse auch sichergestellt werden, dass die Bahn im Lichte der rasant fortschreitenden Digitalisierung weiterhin als Standortfaktor erhalten wird. „Auch in der Bahnindustrie ist die Digitalisierung die Basis für neue Geschäftsmodelle, die oftmals auf Lizenzmodellen und Wartungsverträgen basieren. Es handelt sich also für den Anwender um keine einmaligen Investitionskosten mehr, sondern um laufende Betriebskosten. Derzeit ist es aber für die österreichische Bahn aus staatshaushaltlichen Gründen nicht möglich, Investitionskosten als laufende Betriebskosten auf mehrere Jahre aufzuteilen. Wir können uns der Digitalisierung nicht entziehen, also muss der Gesetzgeber auch die Möglichkeit schaffen, dass die Bahn solche Investitionen tätigen kann“, appelliert Kapsch. „Dadurch wird in weiterer Folge auch sichergestellt, dass die österreichische Bahn neue, durch die Digitalisierung hervorgebrachte Innovationen der heimischen Bahnindustrie nutzen kann“, so Kapsch weiter. Dies sei vor allem im Kontext des harten internationalen Wettbewerbs bedeutend, denn andere Länder sind Österreich hier voraus.

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Foto: RCG/David Payr

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