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Sorglos bei der Müllentsorgung


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Restabfall-Analyse zeigt große regionale Unterschiede auf

Wir produzieren viel zu viel Müll, sind beim Entsorgen zu sorglos und werfen viel zu viele Lebensmittel in den Abfalleimer. Klima und Umwelt leiden darunter und die EU-Recyclingziele bleiben unerreichbar. Es besteht Handlungsbedarf.

Von Siegfried Hetz

Die Recyclinghöfe des Landes, fast jede Gemeinde hat einen, sind gut besucht. Auch die darüber hinaus aufgestellten Glas-, Papier- und Altkleider-Sammelstellen werden ausreichend frequentiert. „Die getrennte Entsorgung und das Recycling funktionieren in Salzburgs Gemeinden bereits recht gut“, betont auch Salzburgs zuständiger Umweltreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn, „trotzdem“, merkt er an, „gilt es, hier noch besser zu werden und vor allem Müll zu vermeiden.“

Wir produzieren viel zu viel Müll, und es wird immer mehr. Im Bundesland Salzburg fallen jährlich rund 276.000 Tonnen Abfälle aus Haushalten, Gastronomie und kleinen Betrieben an. Das sind rund 500 Kilogramm pro Einwohner und Jahr. Ein Drittel der Gesamt-Müllmenge, genau 93.000 Tonnen, landen im Restmüll. Die große Menge an Restmüll erklärt sich dadurch, dass die Bevölkerung beim Trennen des Mülls nach wie vor viel zu sorglos umgeht. Fachleute schätzen, dass der Bevölkerungsanteil all jener, die weder den Müll trennen noch darauf achten, wie viel Müll sie tagein tagaus anhäufen. Zukünftige Informationskampagnen sind vorrangig an diese Gruppe der Müllignorierer zu adressieren.

Ein Sechstel des Restmülls sind Lebensmittel

Durch eine jüngst landesweit durchgeführte Analyse könnten, so Schellhorn, nunmehr detaillierte Rückschlüsse gezogen werden, wie wir unseren Hausmüll trennen und welche Verbesserungen möglich sind. Im Ergebnis zeigt die Müllstudie, die nach Regionen, Städten und Tourismusgebieten aufgeschlüsselt wurde, auf, was alles über den sogenannten Restmüll entsorgt wird. Vor dem Hintergrund dieses Wissens „können wir nun die Gemeinden und Entsorger noch gezielter beraten“, bringt es Schellhorn auf den Punkt.

16 Prozent des Restabfalls bestehen aus vermeidbaren Lebensmittelabfällen. Das entspricht einem Volumen von etwa 15.000 Tonnen oder, auf die Zahl der Einwohner umgelegt, 27 Kilogramm pro Person und Jahr. „Geht man davon aus, dass pro Kopf und Jahr 750 Kilogramm Nahrungsmittel benötigt werden, könnten mit diesen vermeidbaren Lebensmittelabfällen im Restabfall etwa 20.000 Personen für ein Jahr lang ernährt werden“, zeigt Schellhorn auf. Das soll sich ändern: „Lebensmittel müssen wieder mehr Wert bekommen. Da heißt es dringend anzusetzen und gemeinsam mit der Landwirtschaft, den Produzenten, dem Handel und den Konsumenten das Bewusstsein zu schärfen und Lösungen zu entwickeln“, betont der Umweltreferent. Auffällig ist auch, dass 51.000 Tonnen – das ist mehr als die Hälfte des gesamten Restmülls – wiederverwertet werden könnten. Umgerechnet auf die Gesamteinwohnerzahl von Stadt und Land heißt das, dass pro Person und Jahr 94 Kilogramm wiederverwertbarer Müll im Abfall landen. Darunter befindet sich auch viel Kunststoff in Form von PET-Getränkeflaschen. In Zahlen: 1,6 Prozent beziehungsweise 1.490 Tonnen; umgerechnet auf das Durchschnittsgewicht handelt es sich dabei jährlich um etwa 50 Millionen Flaschen, die nicht fachgerecht entsorgt werden. „Nicht nur dass Verpackungsmüll und Plastikflaschen falsch im Restmüll entsorgt werden, nehmen sie dort auch noch Platz weg“, beklagt Schellhorn.

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Foto: Land Salzburg/Neumayr-Leopold

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