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Altaussee-Gemeinderatswahlen als Richtungsstreit


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Trend zu Bürgerlisten

Altaussee ist eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte, trotzdem formiert sich bei den Gemeinderatswahlen Widerstand. Rückzugssehnsucht im Alpenidyll wird zum Politikum. Altaussee ist exemplarisch für viele Gemeinden in der Steiermark, wo es den Trend zu Bürgerlisten als Gegenbewegung zur herrschenden Politik gibt. Nicht immer ist das Dagegensein objektiv begründet. In Altaussee sprechen die objektiven Zahlen für den bestehenden Kurs der Gemeinde. 

Von Stefan Rothbart

Altaussee, das ist ein Lebensgefühl. Ein von Literaten und Künstlern beschworenes Refugium der natur-romantischen Nostalgie. Ob Erzherzog Johann oder James Bond: Große Namen zieht und zog es immer schon in diesen „hintersten Winkel“, wo das Tintenfass der Literaten, wie der Altausseer See auch genannt wird, eine scheinbar unerschöpfliche Quelle von Inspiration und tiefen menschlichen Sehnsüchten zu sein scheint.

Doch auch ein Ort wie Altaussee muss sich hin und wieder der Realität stellen, beispielsweise wenn am 22. März wieder Gemeinderatswahlen in der Steiermark anstehen. Der allgemeine Trend hin zu Bürgerlisten und Bürgerbewegungen bei kommunalen Urnengängen hat auch vor Altaussee diesmal nicht haltgemacht. Neben den etablierten Parteien von ÖVP und SPÖ hat sich eine Bürgerliste mit prominenter Unterstützung gebildet, die eine Kehrtwende der Politik bewirken will. Ein Novum ist die Initiative Altaussee von Klaus Reischenböck, die sich als politische Unterstützungsbewegung für den Gemeinderat versteht, aber nicht selbst antritt. Die Stimmung im ansonsten so romantischen Rückzugsort ist politisch aufgeladener denn je. Grund genug, um etwas Ursachenforschung zu betreiben und sich die Entwicklung in Altaussee der letzten Jahre genauer anzusehen.

Wirtschaftliche Erfolgsgeschichte

Geradezu mustergültig mutet die finanzielle Entwicklung der letzten zehn Jahre an: stetig fallende Schulden bei gleichzeitiger Steigerung der Rücklagen und Einnahmen. „Die wirtschaftliche Situation in Altaussee hat sich in den letzten zehn Jahren stark verbessert. Der Schuldenstand der Gemeinde konnte auf 2,8 Mio Euro von vormals 6,7 Millionen im Jahr 2009 gesenkt werden“, berichtet Bürgermeister Gerald Loitzl (ÖVP) über die Entwicklung. „Zusätzlich konnten Rücklagen für Müll, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in der Höhe von 1,7 Millionen Euro gebildet werden (Vergleichswert 31.12.2009 141.000). Bis vor drei Jahren zählte Altaussee zu den Abgangsgemeinden der Steiermark, die wirtschaftliche und sparsame Gebarensführung hat dazu geführt, dass positiv bilanziert werden kann. Dies bestätigt auch die Budgetaussicht des mittelfristigen Finanzplanes der nächsten Jahre“, so Loitzl weiter.

Sanfter Tourismus als Erfolgsfaktor

Möglich war diese Entwicklung nicht zuletzt durch ein nachhaltiges und moderates, aber stetiges Wachstum im Tourismus, der als wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region gilt. Doch abhängig ist der Ort vom Fremdenverkehr nicht.

„Unsere Wirtschaft, zu der nicht nur Tourismusbetriebe, sondern auch viele Handwerksbetriebe zählen, sind Arbeitgeber für mehr als 500 Personen, mehr als 30 Lehrlinge werden in Altaussee ausgebildet. Trotz des Verlustes eines großen Betriebes konnten diese Arbeitsplätze zur Gänze kompensiert werden. Die Kommunalsteuer hat sich in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt, die Bundesertragsanteile steigen konstant an“, so Bürgermeister Loitzl. Damit erwirtschaftet Altaussee knapp 700.000 Euro an Kommunalsteuer, was einer jährlichen Lohnwertschöpfung von über 20 Millionen Euro und einem Umsatz von fast 70 Millionen Euro entspricht. Auch Stefan Pucher, Spitzenkandidat der SPÖ in Altaussee, pflichtet der Bedeutung des Tourismus bei. „Ein Großteil der 500 Arbeitsplätze sind direkt und indirekt vom Tourismus abhängig. Wir leben gut damit, sollten uns aber nicht nur vom Tourismus abhängig machen.“

Das kann auch Klaus Reischenböck von der Initiative Altaussee nur unterstreichen. „Die Altausseer Wirtschaft mit ihren 500 Arbeitsplätzen lebt zu mehr als 80 Prozent vom Tourismus“, so Reischenböck und er betont, dass der Tourismus keineswegs „zu viel“ geworden ist.

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Foto: iStock.com/Janoka82

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