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Corona Luftbrücke: Wie in der Corona-Krise Versorgung aus der Luft von strategischer Bedeutung ist.


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Die Corona-Krise hat den Welthandel zum Stillstand gebracht. Langsam laufen die Lieferketten nun wieder an, doch erst jetzt wird ersichtlich, wie komplex die weltweiten Logistik-Abläufe verzahnt waren. Ob ein Neustart gelingt, ist ungewiss. Was bedeutet das für die Luftfahrt oder den Schiffsverkehr?

Von Stefan Rothbart

Die weltweiten Lieferketten sind im März zum Erliegen gekommen. Flugzeuge blieben am Boden, Schiffe im Hafen und Züge in den Bahnhöfen. Der Warenverkehr war in vielen Sektoren unterbrochen. Langsam laufen die Logistik-Ketten wieder an, doch damit werden die Probleme erst sichtbar. Just-In-Time ist in vielen Bereichen nicht mehr möglich.

Luftbrücke gegen Corona

Seit Mitte März bleiben die Passagierflieger am Boden. Statt der üblichen rund 700 Luftbewegungen in Wien Schwechat gibt es aktuell nur mehr rund 60 pro Tag. Am Flughaften Frankfurt stehen reihenweise Linienjets im Gesamtwert von rund 30 Milliarden Euro am Boden.

Was viele zunächst nicht mitbedachten war, dass mit dem Einstellen des Passagierverkehrs, auch ein Großteil der Luftfracht wegbrach. Jeder Linienflug transportierte gleichzeitig auch immer Frachtgüter. Aktuell ist aber der Gütertransport per Flugzeug wichtiger denn je, denn der Seehandel ist nachhaltig beeinträchtigt. Auf dringend benötigte medizinische Güter kann man keine drei Wochen warten, bis das nächste Containerschiff eintrifft. Der Lufttransport wird daher für jeden Staat zur lebenswichtigen Infrastruktur mit Sicherheitspolitischer Relevanz. Große Fluglinien beginnen aktuell ihre Passagierjets umzurüsten.

Exemplarisch dafür ist Qatar Airways, die als einzige Airline in der Golfregion noch Frachtflüge durchführt und quasi die ganze Region aus der Luft versorgt. Selbst Lebensmittellieferungen aus China kommen nun per Flugzeug. Doha wird zur zentralen Versorgungsdrehscheibe im Nahen Osten.

Auch in Europa werden Lufthansa, Austrian und Co. zur zentralen Stütze der Versorgungsketten. Lebensmittellieferungen per Flugzeug werden auch hierzulande noch verstärkt kommen.

Flughäfen und Kapazitäten jetzt sichern!

Ein Problem sind allerdings die Überkapazitäten am Boden. Stehen Flugzeuge zu lange am still, kommt es zu wetterbedingten Abnutzungen. Der Wartungsaufwand ist laut Branchenexperten kaum zu bewältigen. Ein gewaltiger Wertverlust. Die großen Luftfahrtproduzenten Airbus und Boeing arbeiten derzeit fieberhaft an Lösungen, das Überleben ihrer Kunden zu sichern.

Die Abläufe in der Luftfahrt sind so komplex, dass diese nicht mehr ohne Weiters hochgefahren werden können, wenn die Unterbrechung ab einem gewissen Punkt zu lange dauert. Es stellen sich zentrale strukturelle Fragen, wie der weltweite Linienverkehr wieder aktiviert werden kann. Laut Experten wird das Jahre dauern und kann zunächst nur mit kleinen Kapazitäten erfolgen, die schrittweise gesteigert werden. Allein der Ticketverkauf müsste für den Passagiertransport völlig neu aufgestellt werden.

Deshalb ist es von besonderer Wichtigkeit, dass die Behörden bereits jetzt die Luftkapazitäten für die nächsten Monate sichern. Eine zentrale Frage wird zudem der Schutz von Frachtflügen werden. Bereits jetzt gibt es Fälle von konfiszierten oder einfach „verschwundenen“ Flugzeugen im Ausland.

Hier könnte die Europäische Union eine wichtige Rolle übernehmen. Es müssen jetzt strategische Luftbrücken zwischen den Ländern eingerichtet werden, um die europäische Bevölkerung in den nächsten Monaten rasch versorgen zu können. Dazu braucht es sichere Flughäfen, die als Zwischenlandeplatz für Langestreckenflüge dienen können.

Solange die weltweiten Lieferketten derart unterbrochen sind, ist die Geschwindigkeit und Flexibilität der Luftfrachtversorgung essenziell. Nicht nur Medikamente und Lebensmittel, sondern auch Industriebauteile und Rohstoffe wird man in nächster Zeit über den Luftverkehr besorgen müssen.

Foto: Lufthansa Cargo

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