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Der Süden fährt wieder „hoch”


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Wirtschaft fährt langsam wieder hoch

Der Shutdown ist vorerst vorbei. Auch im Süden Österreichs fährt die Wirtschaft langsam wieder hoch. Bis zur Normalität ist es aber noch ein weiter Weg. Jetzt beginnt das große Wundenlecken, doch der vorläufige Schadensbericht der Wirtschaft gibt auch Hoffnung. Der Einbruch fiel vielerorts weniger drastisch aus als erwartet.

Von Stefan Rothbart und Ursula Rischanek

Die letzten zwei Wochen werden viele Wirtschaftstreibende wohl nicht so schnell vergessen. Der wirtschaftliche Einbruch stellt immer mehr Betriebe vor die Existenzfrage. Die Ausfälle werden noch für mehrere Jahre spürbar sein. Trotzdem gibt es auch zahlreiche positive Geschichten zu erzählen, von Unternehmen, die durchgehalten haben, die soziale Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern gezeigt haben und die Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit bewiesen haben.

Der vorläufige Schadensbericht der Wirtschaft gibt auch Hoffnung, denn in einigen Bereichen war der Einbruch dann doch nicht so drastisch wie erwartet. Gelebte Solidarität zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern ist jetzt ein großer Pluspunkt. Dennoch, der Weg zurück in die Normalität wird ein langer sein.

Tiefe Einschnitte bei der Industrie

Eine Umfrage der IV Steiermark ergab, dass die steirische Industrieproduktion stark getroffen ist. Über ein Viertel der Unternehmen verzeichnet im April eine Auslastung von unter 50 Prozent. Rund die Hälfte der Unternehmen ist bis Ende des Monats noch relativ gut ausgelastet, dieser Wert reduziert sich jedoch in weiterer Folge deutlich und fällt im Zwei Quartal auf ein Drittel der Unternehmen. „Wir sehen, dass sich die Auftragslage im Mai und im Juni – auch verglichen zum April – nochmals spürbar verschlechtern wird“, so Gernot Pagger, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung (IV) Steiermark. Erwartet wird eine Entspannung in zwei Geschwindigkeiten: Es ist damit zu rechnen, dass die Investitionsgüterindustrie rascher aus der Krise findet als die Konsumgüterindustrie. Langfristig gibt es Verunsicherung in der Industrie. Sind es derzeit nur drei Prozent der Betriebe, die die weitere Entwicklung nicht abschätzen können, steigt dieser Wert auf 20 Prozent bzw. 23 Prozent in der Sechs- und Neunmonatsperspektive. Die Gründe dafür seien vielschichtig und hauptsächlich in der nicht kalkulierbaren Entwicklung von Hauptabsatzmärkten sowie Zulieferregionen zu finden.

„Dennoch sind die Entwicklungen in den einzelnen Branchen sehr unterschiedlich“, betont Max Oberhumer, Spartenobmann der Industrie bei der WK-Steiermark. „Unter schwierigen, sich immer wieder verändernden Rahmenbedingungen und unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen leisten die Mitarbeiter und Verantwortlichen in den steirischen Industriebetrieben in der aktuellen Corona-Krise eine großartige Arbeit, damit die Versorgung mit wichtigen Gütern und die Produktion insgesamt aufrechterhalten werden kann“, so Oberhumer.

Auch in Kärnten sieht man die Stimmungslage getrübt. Der nahezu weltweite Shutdown von Wirtschaft und Gesellschaft hinterlasse deutliche Spuren. Werde die Geschäftslage derzeit von 23 Prozent der Betriebe als „gut“, von 28 Prozent als „schlecht“ bezeichnet, drehe sich das in der Vorschau auf die Situation in einem halben Jahr deutlich ins Minus: 13 Prozent „gut“, 64 Prozent „schlecht“. Dabei müsse man außerdem berücksichtigen, dass ein Teil der Betriebe seine Beurteilungen noch vor dem großen Shutdown abgegeben habe. So jedenfalls das Ergebnis einer Umfrage der IV Kärnten.

IV-Kärnten-Präsident Timo Springer will die Lage aber nicht zu düster sehen: „Immerhin produziert laut Umfrage von letzter Woche noch rund die Hälfte der Betriebe fast voll und hält ein Drittel an den Investitionsplänen fest.“ Die Kärntner Industrie behaupte sich trotz widriger Umstände insgesamt sehr gut und werde mit entsprechender Unterstützung durch eine neue Industrie- und Standortpolitik gestärkt aus der Krise kommen.

Schädlinge schaden Holzindustrie mehr

Dass nicht nur Corona die Wirtschaft schädigt, zeigt derzeit die Holzwirtschaft. Trockenheit und Schädlingsbefall wirken sich stärker aus, und das auch schon vor der Corona-Krise. Christian Tippelreither, Geschäftsführer beim Holzcluster Steiermark, sieht eine kombinierte Krise in der Holzwirtschaft. „Aufgrund des weitestgehenden Herunterfahrens des gesellschaftlichen Lebens sowie der plötzlichen Unterbrechung von Lieferketten fehlen neben wichtigen Schlüsselarbeitskräften auch zentrale Absatzmärkte“, berichtet Tippelreither. Doris Stiksl von proHolz Steiermark sieht die Lage ähnlich. Die Exportbetriebe seien besonders betroffen, da die Nachfrage etwa aus Italien fehlt. Gleichzeitig gab es einen kurzfristigen Boom bei Tischlern mit Kleinaufträgen. Stiksl erklärt sich das mit mehr Zeit für häusliche Renovierungen während des Shutdowns. Auch im Holzbau sei der Betrieb weniger stark betroffen gewesen. Eine Markteinschätzung könne man aber laut Stiksl noch überhaupt nicht geben.

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Foto: Zukunft Industrie

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