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Endlich wieder an Urlaub denken


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Zum Tourismus im Westen nach der Pandemie

Das Coronavirus Sars-CoV-2 hat wie der Blitz aus heiterem Himmel eingeschlagen und erfordert viel Kraft, Geduld und Geld, um über die Runden zu kommen. Trotzdem ist jetzt über den Tellerrand hinauszuschauen und die touristische Zukunft nach der Pandemie zu planen.

Von Siegfried Hetz

Kurz vor dem Ziel zusammengebrochen. Das Aus kam nicht durch Überanstrengung, sondern per Verordnung. Das Ende der Wintersaison 2019/2020 hat Tourismusgeschichte geschrieben. Und der Ausgang dieser Geschichte ist noch völlig offen. Zwei Monate nach dem Shutdown kann die Gastronomie unter erschwerten Bedingungen und vielfältigen Sicherheitsvorkehrungen wieder aufsperren. Die Beherbergungsbetriebe folgen zwei Wochen später, wobei in vielerlei Hinsicht noch unklar ist, welche Sicherheitsvorkehrungen zu treffen sein werden und wie der Hotelbetrieb in Zeiten von Sars-CoV-2 vonstattengehen soll. Die eng an den Tourismus gekoppelte Eventbranche bleibt im Regen stehen oder der Sonne ausgesetzt, je nachdem von welchem Ort und von welcher Perspektive aus man sie betrachtet.

Abstand ist der neue Anstand

Gastlichkeit und Gastfreundschaft bekommen ein neues Gesicht verordnet, und Gäste sowie Gastgeber müssen sich erst wiederfinden und neu aufeinander zugehen. Der fehlende Handschlag und die zu unterlassende Umarmung sind dabei noch das geringste Defizit. Bei Stammgästen wird’s etwas einfacher sein. Ansonsten wird man sich auf beiden Seiten zu bemühen haben. Der verprellte Ferntourist, der angehalten ist, Urlaub im eigenen Land zu machen, wird mit einer besonderen Erwartungshaltung anreisen und erhöhte Aufmerksamkeit verlangen. Routine und Gewohnheit müssen sich erst einstellen. Beide Seiten tasten sich schrittweise aufeinander zu. Es wird in jedem Fall herausfordernd sein, um Erholung und Entspannung, den eigentlichen Urlaubsgrund, nicht zu kurz kommen zu lassen. Die neue Behaglichkeit wird am Abstand gemessen und fürs Wohlfühlen braucht es das Alleinsein.

Alles, was mit Masse und Menge zu tun hat, mit einer Dichte der unmittelbaren Umgebung, ist zu vermeiden. Die Bilder der vergangenen Jahre, wie wir sie aus den Hotspots des Ski- und Sommertourismus kennen, erscheinen uns plötzlich fremd und bedrohlich. Zu viel Nähe gefährdet unsere Gesundheit. Um gesund zu bleiben, brauchen wir aber Nähe und Wärme sowie ein umfassendes soziales Miteinander. Wirtschaftlich rund wird es in der Branche erst wieder laufen, nachdem die Einschränkungen aufgehoben werden konnten. Die Voraussetzung dafür ist jedoch eine flächendeckende Impfung. Vertraut man den Informationen aus den Forschungslabors, ist ein probater Impfstoff noch lange nicht in Sicht. So lange wird die Branche zu stützen sein.

Die Tourismus- und Freizeitbranche in den westlichen Bundesländern, die bis Anfang März boomte und wo sich an einigen ihrer Hotspots jene Massen tummelten, die es Tage später zu zerstreuen und zu verbieten galt, muss schon aus Gründen ihres Selbstverständnisses weit über den Tellerrand hinausschauen und Überlegungen anstellen, wie ein zeitgemäßer Tourismus post coronam, sprich in jener Zeit, die der neuen Normalität folgen wird, gestaltet sein kann. Dabei haben die Erfahrungen der vergangenen Jahre, wo ein Nächtigungsrekord den anderen jagte und wo es stellenweise schon mehr als eng wurde, genauso einzufließen wie jene des Lockdowns und der neuen Normalität, die von Abstand und Reduktion geprägt sein wird. Danach brauchen wir Heilung und die schenkt uns die Natur, wenn wir mit Achtsamkeit vorgehen und der notwendigen Entschleunigung folgen.

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Foto: Johannes Fink/Bregenzerwaldtourismus

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