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Wirtschaftliche Nebenwirkungen im Donauraum


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Industriebundesländer zum Teil besonders hart betroffen

Während die Bundesregierung die Risiken um Leib und Leben gut eindämmen konnte und wir in Österreich die Gesundheitskrise im Griff haben, wird uns der Shutdown der heimischen Wirtschaft wohl noch viele Jahre begleiten.

Von Marie-Theres Ehrendorff

Den österreichischen Donauraum, mit seinen Industriebundesländern Wien, Oberösterreich und Niederösterreich der produktive Motor des Landes, treffen die wirtschaftlichen Nebenwirkungen zu großen Teilen besonders hart. Und die exportstarke Region wird die Probleme mit den nur mangelhaft funktionierenden internationalen Lieferketten nicht alleine im Decken des Eigenbedarfs wettmachen können.

Wien: An vielen Schrauben wird gedreht

Die Bundeshauptstadt wurde durch den Lockdown der Wirtschaft im Zuge der Corona-Krise besonders hart getroffen. Durch das Schließen Tausender Geschäfte ist das kleinstrukturierte Wirtschaftsgefüge in Gastronomie und Einzelhandel Mitte März zum Erliegen gekommen und die lokalen Nahversorger und kleinen Läden sind von einem Tag auf den anderen in eine existenziellbedrohlichen Situation geraten. 

Die Stadt Wien und die Wirtschaftskammer Wien präsentierten umgehend ein erstes Zehn-Millionen-Hilfspaket für betroffene Unternehmen, das sie Ende April auf 20 Millionen Euro aufgestockt haben. Die neu entwickelte Bürgschaftsaktion der WKBG (Wiener Kreditbürgschafts- und Beteiligungsbank) für kleinere und mittlere Wiener Unternehmen wurde für rasche und unbürokratische Überbrückungskredite zu Betriebsmittelfinanzierungen für die Wiener Wirtschaft ins Leben gerufen. Auf diese Weise konnte die WKBG zusätzliche Bürgschaften von bis zu 80 Prozent gegenüber Kreditinstituten für Überbrückungskredite übernehmen. Damit kann ein Kreditvolumen von über 25 Millionen Euro gehebelt werden.

Liquiditätsspritze für Neustart

Bereits Mitte April gab es 108 genehmigte bzw. abgeschlossene Anträge mit einem Kreditvolumen von rund 8,5 Millionen Euro. In der Pipeline befinden sind derzeit 64 weitere Anträge mit einem Kreditvolumen von 5,7 Millionen Euro. In Summe sind bei der WKBG bereits 172 Anträge mit einem Kreditvolumen von 14,2 Millionen Euro eingegangen.

„Die Corona-Krise ist die schwierigste Herausforderung der letzten 60 Jahre. Wir versuchen, allen betroffenen Wiener Betrieben schnell und unbürokratisch zu helfen. Mit dieser Bürgschaftsaktion können wir bei Liquiditätsengpässen unter die Arme greifen. Dass das eine wichtige Maßnahme ist, zeigen uns die Zahlen“, zeigt sich der Wiener Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke zuversichtlich.

„Die Sicherung der Liquidität ist eine tragende Säule für einen erfolgreichen Start nach überstandener Corona-Krise. Bürgschaften der WKBG sind hier das passende Instrument. Sie werden so gut angenommen, dass wir dafür die Gelder deutlich erhöhen werden“, meint Wirtschaftskammer-Wien-Präsident Walter Ruck. Die von der WKBG besicherten Kredite sollen der kleinteiligen Wiener Wirtschaft von Gastronomie- und Friseurbetrieben bis zu Dienstleistern, Handelsgeschäften und Gewerbebetrieben zugutekommen. Die durchschnittliche Höhe der aktuell besicherten Kredite beläuft sich auf 120.000 Euro bei den Hausbanken. Dadurch können diese Betriebe schnell, verlässlich und unbürokratisch ihren akuten Liquiditätsbedarf decken.

Berlin als Vorbild für Wien

Um den Handel wieder in Gang zu bringen, spricht sich der Wiener Unternehmer Peter Schaider, Eigentümer des Wiener Auhof Centers, für eine unbürokratische Lösung aus. Nach Vorbild der deutschen Hauptstadt Berlin appelliert er an die politisch Verantwortlichen, bis zu 20 verkaufsoffene Sonntage pro Jahr bis Ende 2022 zu ermöglichen. „Einkaufszentren leiden durch den Shutdown unter massiven Umsatzeinbußen, weil dem Handel 40 Tage entzogen wurden, was Zigtausende Arbeitsplätze gefährdet. Es braucht jetzt schnelle und unbürokratische Lösungen, um die Wirtschaft zu beleben“, so der erfolgreiche Unternehmer. „Berlin lebt uns die einkaufsoffenen Sonntage seit Jahren vor. Das Modell ist leicht umzusetzen und bringt allen etwas: Konsumentinnen und Konsumenten, Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Nicht immer sind milliardenschwere Pakete angesagt, wenn auch entschlossenes Handeln zum Erfolg führen kann.“

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Foto: APA/Hans Punz

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