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Gewinner und Verlierer am Immomarkt


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Sicherer Hafen Wohnen

Die Corona-Krise zeigt eines ganz deutlich: Den Immobilienmarkt gibt es so nicht – vielmehr korrelieren die verschiedenen Assetklassen ganz und gar nicht. Während Wohn- und Logistikimmobilien boomen, haben Büro- und Hotelimmobilien ihre Favoritenrolle eingebüßt.

Von Ursula Rischanek

Immobilien haben in Krisenzeiten bisher als sicheres Investment gegolten. eine Regel, die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie so nicht zu gelten scheint. So haben etwa Reise- und Ausgangsbeschränkungen die Transaktionen gebremst. Manche Transaktion, die kurz vor dem Abschluss stand, ist allerdings auch in Corona-Zeiten finalisiert worden. Die meisten Transaktionen befinden sich jedoch aus operativen Gründen on hold. Wobei Abbrüche von Ankäufen am österreichischen Markt derzeit die Ausnahme sind. „Investoren sind in Warteposition“, so Georg Fichtinger, Head of Investment Properties bei CBRE Österreich. Wurden im Vorjahr in den ersten drei Monaten rund 1,1 Milliarden Euro in österreichische Immobilien investiert, waren es nach Angaben des Gewerbeimmobilienberaters CBRE von Jänner bis März 2020 nur noch 450 Millionen Euro. Die beliebteste Assetklasse waren mit einem Anteil von 26 Prozent Wohnimmobilien, der Großteil der Investoren (rund 64 Prozent) kam aus Deutschland, heißt es bei CBRE. Noch deutlicher sei der Rückgang des Transaktionsvolumens mit einem Minus von 80 bis 90 Prozent im Asien Pazifik-Raum, ergänzt Christoph Lukaschek, Leiter Investment bei Otto Immobilien, der für das zweite Quartal aber auch in Österreich einen stärkeren Rückgang erwartet.

Große Unterschiede

Eines hat die Krise jedenfalls deutlich gezeigt: Den Immobilienmarkt gibt es nicht, haben doch die einzelnen Assetklassen höchst unterschiedlich darauf reagiert beziehungsweise werden das in den nächsten Monaten tun. So wird es den Experten zufolge zwischen den Assetklassen zu teils massiven Verschiebungen kommen. Wie in allen Krisen suche die Mehrzahl der Investoren aktuell den sicheren Hafen und lege den Fokus daher auf langfristig vermietete Core-Objekte mit stabilen gewerblichen Mietern, um mögliche Ausfallsrisiken zu minimieren.

Sicherer Hafen Wohnen

Weder am Investment- noch am Vermietungsmarkt hat die Corona-Krise Auswirkungen auf die Assetklasse Wohnen gezeigt. „Wir hatten fast Normalbetrieb“, sagt Franz Lukele, Vertriebsleiter bei Generali Real Estate. Auch langfristig rechnet er mit keinen Auswirkungen auf den Wohnimmobilienmarkt – gelte dieser gerade in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Vor allem dann, wenn es sich um Objekte in guten Lagen mit indexierten Mieten handle. Angesichts dessen ist nach Ansicht der Experten zu erwarten, dass viele Investoren ihre Strategie zugunsten dieser Assetklasse verschieben werden und es hier zu erhöhten Kapitalzuflüssen kommen wird.

Logistik boomt

Obwohl auch in dieser Assetklasse vonseiten mancher Mieter Mietstundungen und -freistellungen, neuerdings Rent-Holidays genannt, gefordert wurden, gelten Logistikimmobilien aktuell ebenfalls als einer der Gewinner der Krise. Dies ist zum einen auf die zweistelligen Wachstumsraten einzelner Onlinehändler und den damit einhergehenden erhöhten Bedarf nach Lager- und Distributionsflächen und zum anderen auf die gestiegene Nachfrage von Nahversorgern zurückzuführen. Auch längerfristig dürfte sich an der Bedeutung dieser Assetklasse kaum etwas ändern: Probleme in der Logistikkette dürften viele, vor allem produzierende, Unternehmen dazu bewegen, mehr Sicherheitsbestände aufzubauen, um weniger krisenanfällig zu sein. Das wiederum erfordert eine Ausweitung der Lagerflächen. Ebenfalls erwartet wird, dass der Trend zu Produktionsrückverlagerungen von China nach Europa zunehmen wird: Auch das wird auf dem Markt für Logistikimmobilien spürbar werden. „Wir gehen davon aus, dass Renditen aufgrund einer erhöhten Nachfrage von Investoren tendenziell unter Druck stehen. Ob dieser Trend von möglicherweise höheren Finanzierungskosten überkompensiert wird, ist aktuell nicht abschätzbar“, sagt Lukaschek. Die fünf Hotspots für Logistik und Industrie sind um die Ballungsräume Wien/Wien-Umgebung, St. Pölten/Krems, Graz, Linz/Wels/Enns sowie in Salzburg angesiedelt. Die attraktivsten heimischen Standorte sind Wien und Linz – aufgrund der starken lokalen Industrie sowie der ausgezeichneten Infrastrukturbedingungen (Tri-Modalität durch Donau, Autobahn und Bahnanschluss).

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Foto: iStock.com/Nikada

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