HomeArchivMietzinsreduktion

Mietzinsreduktion


Treten Sie mit uns in Kontakt! – Unsere Redaktionsteam nimmt Ihr Lob und Ihre Kritik gerne entgegen.
Wir freuen uns auf Ihre Reaktion und einen konstruktiven Gedankenaustausch.
Bernhard HofbauerMag. Tanja Lackner
Chefin vom Dienst
+43 316 834020-41
redaktion@euromedien.at

Immer auf den Einzelfall bezogen

Zahlreiche Unternehmen, die in der Corona-Krise ihre Betriebsstätte schließen mussten, haben eine Herabsetzung des Mietzinses beantragt. Dem Vermieter entgehen dadurch nicht nur Einnahmen, es entstehen auch zusätzliche Kosten.

Von Ursula Rischanek

Wochenlang waren Mode- und Schuhgeschäfte, Gastronomiebetriebe, Hotels, Buchhandlungen, Frisiersalons, Fitnessstudios, aber auch Handwerksbetriebe und viele andere Unternehmen geschlossen. Viele davon haben, um ihre Liquidität zu schützen, beim Vermieter die Herabsetzung beziehungsweise den Erlass der gesamten Miete beantragt. Der springende Punkt: Eine klare, eindeutige Regelung gibt es dafür jedoch nicht. Man müsse sich konkret jeden Einzelfall anschauen, sagt Roman Ressler vom Zentralverband Haus und Eigentum. Denn nur so könne geklärt werden, welche Reduktion zu akzeptieren sei. „Die Frage ist beispielsweise, ob das eingemietete Unternehmen einen völligen Umsatzausfall verkraften muss oder einen alternativen Geschäftszweig wie den Onlinehandel bedient“, so Ressler. Oder ob zwar der Kundenkontakt ausfällt, aber das Business mittels Telefon und digitalen Medien ausgeübt werden könne. „Dann ist keine Unbrauchbarkeit des Geschäftslokals gegeben“, ergänzt Mark Tuttinger, Immobilienrechtsexperte bei HBA Rechtsanwälte.

Verluste vorprogrammiert

Was dem Betrieb hilft, stellt für den Vermieter eine enorme finanzielle Belastung dar: Er hat nicht nur weniger oder schlimmstenfalls keine Einnahmen. Gleichzeitig muss er aber die laufenden Betriebskosten – von der Grundsteuer bis zu Wasser- und Kanalabgaben – weiter bezahlen. „Der Vermieter macht also einen Verlust“, sagt Tuttinger.

Vermieter sollten die vom Mieter verlangte Mietzinsreduktion nur mit Vorbehalt akzeptieren und die Fälligkeit der restlichen Forderung auf einen späteren Zeitpunkt hinausschieben, sofern keine Einigung darüber mit dem Mieter getroffen werden kann und dieser keinen oder einen niedrigeren Mietzins überweist, rät Ressler. „Das ist deshalb wichtig, weil ja noch nicht klar ist, welche Förderungen und finanziellen Unterstützungen der Mieter später erhält“, sagt Ressler. er hat für Vermieter noch einen Tipp parat: Gegebenenfalls sollten sie von der Möglichkeit, die Herabsetzung der Einkommen- oder Körperschaftsteuervorauszahlung zu beantragen, Gebrauch machen – eine Vorgehensweise, zu der auch Christian Wilplinger, Steuerrechtsexperte bei Deloitte, rät. „Die Anträge werden derzeit binnen ein bis zwei Tagen bearbeitet“, weiß er. anders sieht es bei den Kommunalabgaben wie Grundsteuer oder Kanal- und Wasserabgaben aus: „Derzeit ist mir eine Herabsetzungsmöglichkeit noch nicht bekannt, aber sie wäre durchaus sinnvoll“, sagt Wilplinger, wobei er anmerkt, dass es, abhängig von Bundesland und Gemeinde, zumindest bestimmte Stundungmöglichkeiten gibt.

Alles lesen? Hier geht's zum ganzen Artikel in der aktuellen Ausgabe des Reports

Foto: iStock.com/Stadtratte

Mehr zum Thema GEWERBEFLÄCHEN und -IMMOBILIEN erfahren?

No comments

leave a comment