Die Lage ist prekär


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Die Digitalisierung soll zukünftig noch stärker vorangetrieben werden.

Corona-Pandemie und Shutdown treffen nahezu die gesamte Wirtschaft, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß und in zeitlichen Wellen. Die junge Generation ist dabei stärker betroffen als die Älteren. Große Unterschiede bestehen auch zwischen geschütztem und ungeschütztem Bereich. Der Anspruch auf staatliche Leistungen und Hilfen steht dabei der komplexen Abwicklung gegenüber. Die Umsetzung stößt auf unterschiedliche Reaktionen und zeigt die Brisanz der Situation.

Die Industrie ist aufgrund ihrer Präsenz auf Weltmärkten generell von der Krise stark betroffen, wobei es große Unterschiede zwischen den Branchen gibt. Oberösterreich steht auf vielen industriellen Standbeinen, wodurch beispielsweise die Einbrüche der Automobilindustrie etwas abgemildert werden. Auch in der zeitlichen Wirkung der Wirtschaftskrise gibt es starke Divergenz: Während in Just-in-time- Branchen wie der Automobilindustrie die Auswirkungen unmittelbar zu spüren sind, werden projektorientierte Bereiche, wie beispielsweise die Bau- und Anlagenbau-Industrie, aufgrund langer Projektlaufzeiten erst in ein bis zwei Jahren Probleme haben.

Problem: junge Generation

Auch die Generationen sind unterschiedlich stark von der Krise betroffen. Während für die ältere Generation in Österreich wenig bis keine Einbußen hat, ist die junge Generation verstärkt von Arbeitslosigkeit und abweichenden Karriereverläufen betroffen. „Da die Nachfrage nach MINT-Qualifikationen durch die beschleunigte Automatisierung und Digitalisierung wie auch durch verstärkte Anstrengungen in den Bereichen Medizin, Pharma, Energie und Umwelt auch in den nächsten Jahren weiterhin hoch bleiben beziehungsweise sogar weiter zunehmen wird, ist es besonders wichtig, insbesondere im Bereich der dualen Ausbildung Akzente zu setzen, damit junge Menschen in Österreich weiterhin eine hochwertige Lehrausbildung absolvieren können“, betont Dr. Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Oberösterreich. Zur Ankurbelung der Wirtschaft seien zusätzliche Technologie- und Forschungsförderungsprogramme notwendig, auch dafür brauche es gut ausgebildete HTL- und Hochschulabsolventen. Zusätzliche Impulse erhöhen die Standortqualität, was sich nach Bewältigung der Krise durch zusätzliches Wachstum positiv auswirkt.

Problem: Privatwirtschaft

Besonders sichtbar wird durch die Krise der breite Graben zwischen ungeschützter Privatwirtschaft und dem geschützten öffentlichen Sektor. Während es für beinahe zwei Millionen Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft und für Tausende Unternehmer und Selbstständige zu drastischen Einschnitten kommt, bleibt der öffentliche Sektor von der Krise finanziell nahezu unberührt. „Hier muss die Politik Maßnahmen setzen, dass es zu einer zusätzlichen Unterstützung der Menschen im ungeschützten Sektor kommt“, meint der IV-OÖ-Geschäftsführer, der hierzu beispielsweise steuerfreie Betriebsprämien für die Zeit nach der Krise zur Diskussion stellt. Mehr denn je zeige sich, dass eine Digitalisierungs- und Deregulierungsoffensive im öffentlichen Sektor höchst an der Zeit sei, so Haindl-Grutsch: „Die Digitalisierung in Verwaltung, Bildung und Gesundheit muss jetzt mit hohem Tempo vorangetrieben werden. Genehmigungsverfahren müssen weiter beschleunigt und vor allem die Verwaltungsstrukturen in Österreich entsprechend modernisiert werden!“

Problem: Hilfen umsetzen

Mit Kritik vonseiten der Opposition sah sich indessen die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, Margarete Schramböck, im Budgetausschuss konfrontiert. Die Opposition zeigte sich unzufrieden mit der Abwicklung des Härtefallfonds. Vielen Einzelunternehmern stünde nicht einmal eine Entschädigung in der Höhe des Sozialhilferichtsatzes zu. Die großen Verlierer der Krise wären die KMU, zumal das Geld bei den Betroffenen nicht ankommt. NEOS-Mandatar Sepp Schellhorn schloss sich dieser Ansicht an und erinnerte an das von der Regierung ausgegebene Motto „Wer schnell hilft, hilft doppelt“, davon könne in der Praxis aber keine Rede sein.  

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Foto: iStock/ gopixa

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