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Bildung in Nöten


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Schulschließungen treffen Schüler und Wirtschaft gleichermaßen

Die Pandemie vereitelte im Frühjahr 2020 nicht nur den regulären Unterricht der Schüler, sondern hielt auch deren Eltern in Atem. Neben der Sorge um ihre wirtschaftliche Existenz hatten viele noch die Doppelbelastung Homeoffice und Lehrer-Ersatz zu stemmen.

Von Marie-Theres Ehrendorff

Das Virus traf das österreichische Schulsystem völlig unvorbereitet ins Mark. Während Unternehmen nach einer kurzen Schockstarre bald digitale Tools für ihre Arbeit einsetzten, war das im Bildungswesen nicht möglich. Rund 1,3 Millionen Kinder unter 15 Jahren waren von den Schulschließungen betroffen. Diese werden die Nachwirkungen erst in Jahrzehnten zu spüren bekommen, wenn sie aufgrund ihrer verlorenen Ausbildung mit Gehaltseinbußen in ihrem Berufsleben rechnen müssen. „Mit wie viel Bildungsverlust wir in Österreich am Ende der Pandemie rechnen müssen, hängt davon ab, wie sich das Virus weiterentwickelt, welche Schritte die Regierung zu dessen Eindämmung ergreift und wie gut die Schulen darauf vorbereitet sind. Aber auch wie sich der Arbeitsmarkt in der Zukunft entwickeln wird. Ginge man davon aus, dass der Bildungsverlust in den kommenden Jahren nicht aufgeholt werden kann, stünde den jungen Menschen von heute eine signifikante Einkommenseinbuße in ihrem späteren Berufsleben bevor“, so Agenda-Austria-Ökonom Hanno Lorenz. Schätzungen der Ökonomen des Thinktanks Agenda Austria zufolge führt der Verlust eines Schuljahres – je nach Schulform – in der späteren Erwerbskarriere zu Einbußen im Jahreseinkommen von mehr als 1.500 Euro brutto. Rechnet man diesen Verlust auf die gesamte Volkswirtschaft hoch, so entstünde durch den Corona-Lockdown ein Einkommensverlust von mehr als zwei Milliarden Euro pro Jahr.

Generation Corona am Arbeitsmarkt

Die Corona-Krise erschwert Jugendlichen den Einstieg ins Berufsleben. Bei der Suche nach einer Lehrstelle oder einem Arbeitsplatz sind sie derzeit massiv im Hintertreffen, weil die offenen Stellenstark gesunken sind und die Arbeitslosigkeit in die Höhe geschossen ist. „Die Situation der 15- bis 24-Jährigen ist je nach Ausbildung heterogen“, meint die Wifo-Ökonomin Julia Bock-Schappelwein.„Die Einstiegsarbeitsmärkte sind verstopft. Bei der Wirtschaftskrise 2008/09 ist nur der Produktionsbereich betroffen gewesen und Dienstleistungen sind als Beschäftigungsalternative in den Vordergrund gerückt. Von der Corona-Krise sind fast alle Wirtschaftsbereiche betroffen“, erklärt Bock-Schappelwein. Je nach Ausbildung brauche es nun verschiedene Maßnahmen für junge Menschen. Handlungsbedarf sieht die Wifo-Ökonomin unter anderem bei Lehrstellen, aber auch bei Studierenden, die ohne Nebenjobs ihr Studium nicht finanzieren könnten. Arbeiterkammer-Wien-Arbeitsmarkt-Referentin Silvia Hofbauer warnt vor einer „Generation Corona“ bei jungen Menschen. „Es braucht ganz dringend mehr Lehrstellen und Ausbildungsangebote für arbeitslose Jugendliche.“ Staatsnahe Betriebe und die öffentliche Hand müssten einspringen und mehr Lehrstellen zur Verfügung stellen, fordert die AK-Referentin. „Im Herbst wird noch mal die Zahl der Lehrstellensuchenden steigen, erwartet Hofbauer. Auch die von Experten vorhergesagte Insolvenzwelle im zweiten Halbjahr 2020 und ersten Halbjahr 2021 werde die Lehrstellen- und Jobsuche für Jugendliche erschweren. Für Studierende wünscht sich Hofbauer eine „bessere soziale Absicherung“ und eine Inflationsanpassung bei der Studienbeihilfe. „Die letzte Valorisierung der Stipendien ist 2009 erfolgt.“

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Foto: iStock.com/valentinrussanov

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