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Kommt jetzt die wirkliche Krise?


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Kommt nach Corona-Pandemie die Pleitewelle?

Es sieht ganz danach aus, dass sich inmitten der Corona-Krise eine weitere Krise mit vermutlich ebenso erschreckenden Horrormeldungen anbahnt. Dieses Virus könnte ebenso um sich greifen wie SARS-CoV-2 und uns noch lange in Atem halten. Kommt nach der Corona-Pandemie jetzt die Pleitewelle auf  uns zu?

Von Marie-Theres Ehrendorff

Ende September waren knapp 409.000 Arbeitslose und Schulungsteilnehmer beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldet, ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit befindet sich der heimische Arbeitsmarkt aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin im Krisenmodus. Seit dem Arbeitslosenrekord Mitte April mit 588.000 Jobsuchenden sind die Zahlen zwar kontinuierlich wieder gesunken, dennoch befanden sich weiterhin 295.000 Beschäftigte in Corona-Kurzarbeit. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen und der Langzeitbeschäftigungslosen hat sich aufgrund der Corona-Krise und dem Rückgang der offenen Stellen stark erhöht. Die Anzahl der langzeitarbeitslosen Personen – also jener Menschen, die mindestens zwölf Monate durchgehend arbeitslos sind – kletterte Ende September im Vergleich zum Vorjahresmonat um 45 Prozent auf 67.800 Personen und bei Langzeitbeschäftigungslosen – das sind Menschen, deren Arbeitslosigkeit durch Kurzzeitjob, Weiterbildung, Reha oder Karenz unterbrochen wurde – stiegen die Zahlen um 28 Prozent auf 120.500. Personen mit längeren Schulungen scheinen in den Zahlen nicht auf. Dem gegenüber standen rund 67.000 sofort verfügbare offene Stellen. „Obgleich die Lage am Arbeitsmarkt damit weiter höchst angespannt bleibt, verkleinert sich der Abstand zum Vorjahr wie schon in den Vormonaten“, kommentiert AMS-Vorstand Johannes Kopf die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. „Die leider neuerlich notwendig gewordenen gesundheitspolitischen Maßnahmen zeigen sich bisher erfreulicherweise nicht in einer ,zweiten Welle‘ beim Anstieg der Arbeitslosigkeit.“ Die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung belief sich in Österreich auf 8,4 Prozent, das war um 1,7 Prozentpunkte höher als im September 2019. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten ging im Vergleich zum Vorjahresmonat laut vorläufiger Prognose um 0,9 Prozent auf 3,806 Millionen zurück. Die Anzahl der sofort verfügbaren Stellen schrumpfte um 18,6 Prozent auf 67.119 Personen.

Arbeitslosigkeit nicht überall gleich hoch

Den massivsten Anstieg der Arbeitslosigkeit nach Branchen gab es im Vergleich zu September 2019 in den Bereichen Verkehr und Lagerwesen mit plus 42 Prozent, Beherbergung und Gastronomie mit plus 36,9 Prozent und am Bau mit plus 31 Prozent. Etwas niedriger fiel das Arbeitslosenplus bei der Herstellung von Waren mit 25 Prozent und im Handel mit 24,6 Prozent aus. Die verhältnismäßig niedrigste Zunahme verzeichneten das Gesundheitsund Sozialwesen mit einem Plus von 19,3 Prozent sowie die Arbeitskräfteüberlassung mit 17,6 Prozent. „Bei einem Verhältnis von sechs Arbeitssuchenden auf eine offene Stelle kann es sich nicht ausgehen, dass alle einen Job finden“, befindet die Grundsatzsprecherin vom Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB), Ingrid Reischl. „Es braucht endlich konkrete Maßnahmen zur Schaffung von Jobs.“

Arbeitslosigkeit im Donauraum

Vergleicht man die Bundesländer untereinander, so verzeichnet der österreichische Donauraum deutliche Zuwächse bei den Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmern im Vergleich zum Vorjahresmonat: die Bundeshauptstadt Wien mit einem Plus von 23,5 Prozent, Oberösterreich mit 21,8 Prozent, das Burgenland mit 19,5 Prozent und Niederösterreich mit 16,7 Prozent. Der stärkste Anstieg war in Tirol mit plus 41,6 Prozent, den niedrigsten verbuchte Kärnten mit plus 11,5 Prozent. Positive Nachrichten gab es hingegen vom Lehrstellenmarkt. Ende September standen 8.805 sofort verfügbare Lehrstellen 8.406 Lehrstellensuchenden gegenüber. Die Lehrstellensituation war damit Ende September ähnlich der des Jahres 2019, heißt es aus dem Arbeitsministerium. Wobei in Wien und Niederösterreich weiterhin deutlich mehr Jugendliche eine Lehrstelle suchen, als offene Lehrstellen angeboten werden, in Oberösterreich, Salzburg und Tirol gibt es hingegen deutlich mehr offene Lehrstellen als Lehrstellensuchende. Die Serie an schlechten Nachrichten aus der Wirtschaft macht Sorge. Die teilstaatlichen Casinos Austria, der deutsche Autozulieferer Mahle mit seinem Kärntner Werk in St. Michael ob Bleiburg, der Flugzeugausrüster FACC, das Schalungstechnikunternehmen Doka, das Wiener Traditionshotel Sacher, Mayr-Melnhof, die voestalpine und Swarovski kündigten einen deutlichen Personalabbau an. Dabei helfen auch die CoronaStaatshilfen nicht, Arbeitsplätze zu erhalten, wenn die Hilfsmittel nicht wie vorgesehen ausgezahlt werden. Die Haftungen, Steuererleichterungen sowie die Kurzarbeit waren eine Erleichterung für Unternehmer, allerdings fließen die Auszahlungen aus dem Krisenbewältigungsfonds dürftig. zwölf Milliarden Euro stehen für den Fixkostenzuschuss zur Verfügung, ausbezahlt wurden bisher rund 165 Millionen Euro.

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Foto: APA/Georg Hochmuth

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