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Salzburg muss den Anschluss schaffen


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Digitale Fakultät und Ausbau der FH

Die Entscheidung für Linz als neuen TU-Standort ist eine Niederlage für den Wissenschaftsstandort Salzburg. Der Auf- und Ausbau einer Fakultät für digitale und analytische Wissenschaften muss jetzt erst recht forciert werden.

Von Siegfried Hetz

Aus Niederlagen Kraft schöpfen: Diese therapeutische Handlungsanweisung gilt aktuell auch für den Wissenschaftsstandort Salzburg, der gegen ungünstige Bedingungen zu kämpfen hat. Der Geburtsfehler der 1962 wiedererrichteten Paris-Lodron-Universität Salzburg, PLUS, macht sich auch knapp 60 Jahre später noch deutlich bemerkbar. Das Fehlen der medizinischen Fakultät konnte erst spät kompensiert werden, und der technisch-naturwissenschaftliche Bereich zählt nicht zu den Schwerpunkten. Freilich ist Salzburg kein Industrieland. Aktuell bieten sich Stadt und Land aber als ideale Standorte für die Ansiedlung von Hightech-Unternehmen an. Allerdings müssen die Ausbildungsmöglichkeiten ausgebaut und optimiert werden.

Das gilt vor allem für die Universität. Um als Wissenschaftsstandort die notwendige Anerkennung zu finden, um auch international zu reüssieren, ist ein umfassender Innovationsschub unabdingbare Voraussetzung. Dass die derzeitige Reorganisation zu Verwerfungen und Misstönen führt, liegt in der Natur der Dinge, zeigt aber auch auf, wie sehr sich Teile der Universität im Mittelmaß gesuhlt, eingeigelt und den Anschluss verloren haben. Mit dem Aufbau der neuen Fakultät für digitale und analytische Wissenschaften wird eine Anstrengung geleistet, die nicht nur die Universität wieder zukunftsfit macht, sondern auch den Standort erheblich aufwertet. Außerdem gilt es, die Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen besser zu vernetzen und damit Synergien zu schaffen, die gleichermaßen den Studierenden wie den Unternehmen zugutekommen.

Wie sich diese Defizite auf den auf Zukunft ausgerichteten Wirtschaftsstandort auswirken, machen zwei Stimmen aus der Salzburger Start-up-Szene deutlich. Sophie Bolzer, Gründerin des Start-up-Unternehmens Audvice, bemängelt, dass sich viel zu wenig junge Menschen für Informatik und Technik interessieren. Darin liegt auch der wesentliche Grund für den immensen Fachkräftemangel in der Branche. Matthias Heimbeck, Gründer der findologic GmbH, schlägt in dieselbe Kerbe. Das Unternehmen mit 70 Mitarbeitern ist führender Anbieter von Such-und Navigationstools für Onlineshops und gezwungen, Mitarbeiter in London und München zu rekrutieren. Sein eindringliches Resümee: Salzburg darf den Anschluss nicht verlieren. WKS-Präsident Peter Buchmüller appelliert deshalb folgerichtig. „Wir brauchen nicht mehr Hochschulen, sondern eine bessere Zusammenarbeit und einen massiven Ausbau der Fachhochschule Salzburg.“  

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Foto: iStock.com/Olivier Le Moal

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