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Bei Gewerbeimmobilien geht es auf und ab


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Wandel der Assetklassen beschleunigt

Der heimische Markt für Gewerbeimmobilien hat sich bisher in manchen Bereichen als relativ stabil erwiesen. Doch der Wandel in einzelnen Assetklassen wurde teils deutlich beschleunigt.

Von Ursula Rischanek

Immobilien in Österreich sind bei Investoren nach wie vor beliebt: So wurden in den ersten neun Monaten nach Angaben des Gewerbeimmobilienberaters CBRE am heimischen Markt rund 2,3 Milliarden Euro in Immobilien investiert. Büroimmobilien sind dabei mit etwa 40 Prozent auch im dritten Quartal 2020 die stärkste Assetklasse geblieben, gefolgt von Wohnimmobilien (29 Prozent) sowie Industrie- und Logistikimmobilien (14 Prozent). Die aktivsten Investoren waren bisher jene aus Deutschland mit einem Anteil von 55 Prozent an den Investments, auf österreichische Investoren entfielen 31 und auf Investoren aus anderen Ländern 14 Prozent des Transaktionsvolumens. „Es wird sicherlich kein Rekordjahr, aber ein solider Abschluss mit rund drei Milliarden Investitionsvolumen zum Jahresende ist realistisch“, sagt dazu Georg Fichtinger, Head of Investment Properties bei CBRE. 2019 lag das Investitionsvolumen bei insgesamt 5,9 Milliarden Euro.

Büros sind robust

Büroimmobilien zeigen sich bisher aber auch bei Vermietungen robust gegen die Krise: In den ersten drei Quartalen lag die Vermietungsleistung mit145.000 Quadratmetern um nur etwa zwölf Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums, heißt es im aktuellen Büromarktbericht des Immobiliendienstleisters EHL. „Insgesamt hat der Büromarkt das seit dem Coronaausbruch veränderte wirtschaftliche Umfeld bisher gut verkraftet“, sagt Stefan Wernhart, Geschäftsführer der EHL Gewerbeimmobilien GmbH. Das dritte Quartal sei mit rund 87.000 Quadratmetern neu vermieteter Büroflächen das bisher stärkste des Jahres und auch stärker als das dritte Quartal 2019, in dem rund 60.000 Quadratmeter vermietet wurden, so auch CBRE. Dennoch ist die Nachfrage zurückgegangen: „Großunternehmen haben ihre Suche ein bisschen nach hinten verschoben“, sagt Harald Rank, Bürospezialist bei Spiegelfeld immobilien.in den Marktkennzahlen schlage sich dies aber vor allem wegen zweier Großvermietungen vorerst noch kaum nieder. Für das Gesamtjahr gehen die Experten mit Neuvermietungen von insgesamt rund 180.000 Quadratmetern aus, im Vorjahr waren es 216.000 Quadratmeter. Heuer sollten in Wien rund 155.000 Quadratmeter neue Flächen fertiggestellt werden, der Großteil davon ist aber bereits vorverwertet, so Rank. Der Leerstand dürfte sich bis Jahresende weiter verringern und bei 4,6 Prozent liegen. Die Spitzenmiete sehen die beiden Immobilienunternehmen stabil bei rund 25,00 Euro netto im Monat.

Erholung in Sicht

Angesichts der aktuell gedämpften Nachfrage, aber auch wegen des geringen Angebots an modernen Büroflächen geht CBRE noch bis etwa Mitte 2021 von unterdurchschnittlichen Vermietungszahlen aus. Such Christoph Stadlhuber, CEO des Real-Estate-Bereichs der Signa Gruppe, geht nur von einem kurzen Dämpfer am Büromarkt aus: „Wir rechnen damit, dass der Markt im zweiten Quartal 2021 wiederkommt”, so Stadlhuber. Abhängig sei das von der Verfügbarkeit von Covid-19-Impfungen und der Etablierung von Schnelltests. Corona werde den Büromarkt dennoch mittel- bis langfristig spürbar beeinflussen, sind sich EHL-Experte Wernhart und Rank einig. Zwei Trends würden sich derzeit abzeichnen: Durch Remote Working würden Flächeneinsparungspotenziale durch eine Reduktion der fixen Büroarbeitsplätze frei und statt Großraumbüros würden wieder mehr kleinteiligere Strukturen benötigt, um die Abstände zwischen den Schreibtischen zu erhöhen und zusätzliche Kommunikationsflächen zu schaffen. Besonders Unternehmen, die einen sehr hohen Anteil an Remote-Office-Arbeitsplätzen realisieren können, würden derzeit ihren Flächenbedarf evaluieren, so Wernhart. Denn der Lockdown habe die Arbeitsstrukturen vieler Unternehmen in den letzten Monaten stark verändert. „Viele Unternehmen haben gesehen, dass Homeoffice funktioniert und werden daran festhalten“, sagt Rank.

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Foto: Flughafen Wien AG

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