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Der Weg zu robusten Lieferketten


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Logistik

Corona hat so manchem Unternehmen die Empfindlichkeit seiner Lieferketten drastisch vor Augen geführt. Um das Risiko in Zukunft zu minimieren, werden nun solide Lieferketten geschmiedet.

Von Ursula Rischanek

Der chinesische Elektroauto- und Batterieentwickler Byd macht es vor: Das Unternehmen, zu dessen Aktionären US-Investor Warren Buffet gehört, produziert Fahrzeuge, Batterien und Chips fast vollständig selbst. Das macht die Wertschöpfungskette nicht nur kostengünstig und effizient, sondern schützt Byd auch vor Problemen in der Lieferkette. US- und europäische Autobauer, aber auch viele andere produzierende Betriebe hingegen haben diese zuerst nach dem chinesischen und darauf folgend dem nahezu weltweiten Lockdown massiv zu spüren bekommen. So musste beispielsweise Magna seine Produktion in Graz und Slowenien von Mitte März bis Anfang April stilllegen, wegen des „Mangels an verfügbaren Teilen für die Gesamtfahrzeugproduktion“ und weil aufgrund der aufgebrochenen Lieferketten die Planbarkeit in der Produktion nicht mehr gegeben sei.

Logistische Herausforderungen

Dass die weltweiten Lieferketten nicht mehr reibungslos funktioniert haben oder sogar gerissen sind, hat mehrere Gründe: Rohstofflieferanten und Zulieferer mussten beispielsweise ihre Werke stilllegen oder die Produktion zurückfahren, weil sie entweder behördlich geschlossen wurden oder durch den Ausfall von Mitarbeitern nicht mehr die Kapazität voll ausschöpfen konnten. Verschärft wurden die daraus resultierenden Lieferengpässe etwa durch Reisebeschränkungen und den Ausfall von Logistikpartnern sowie niedrige Lagerbestände und Just-in-time-Produktion. „Herkömmliche Lieferkettenstrukturen sind kostenoptimiert und nicht darauf ausgelegt, die wachsende Zahl unerwarteter Erschütterungen abzufedern“, sagt dazu Sebastian Kummer, Vorstand des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik an der WU Wien. Denn die Pandemie ist nur eine davon. Immer wieder führen auch Naturkatastrophen, Terroranschläge, Cyberangriffe, Unruhen oder Handelskriege zu Unterbrechungen oder gar Rissen in Lieferketten. Immerhin 72 Prozent der Unternehmen haben diese bereits erlebt, zeigt der Supply Chain Resilience Report 2020 von 3D Hubs, für den die Plattform für Fertigungsdienstleistungen mehr als 1.200 Branchenexperten befragt hat.

Teure Luftfracht

„Für Unternehmen wird es immer schwieriger, genau zu wissen, wie viel von welchen Rohstoffen oder Komponenten sie wo einlagern sollen“, so Kummer, der darauf hinweist, dass die Lage nach wie vor nicht gänzlich entspannt sei. Viele Unternehmen hätten ihre Bestände abgebaut und bräuchten jetzt angesichts steigender Nachfrage Nachschub. Dabei sei weniger dieser selbst, sondern vielmehr dessen Transport das Problem. Das gelte besonders für die Luftfracht. Denn weniger Flugzeuge in der Luft bedeuten geringere Kapazitäten und somit steigende Preise. „Die Luftfracht ist extrem teuer geworden – teilweise um bis zu 50 Prozent“, sagt Kummer.

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Foto: iStock.com/tifonimages

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