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Technische Universität in Oberösterreich

Die künftige technische Universität in Oberösterreich eröffnet neue Chancen der Digitalisierung, wobei die geweckten Hoffnungen so groß sind, dass das Bundesland damit tatsächlich den Anschluss an die Weltspitze finden müsste. Die Latte liegt sehr hoch.

Die Digitalisierung ist einer der wesentlichen Zukunftsbereiche, den es unbedingt weiter auszubauen gilt. Oberösterreich hat hier mit den Fachhochschulen – insbesondere mit jener im Softwarepark Hagenberg – sowie mit der Johannes Kepler Universität bereits einen Fuß in der Tür. Darüber hinaus ist das Bundesland nicht nur im akademischen Bereich gut aufgestellt, sondern auch mit Einrichtungen wie dem Ars Electronica Future Lab und anderen innovativen Software-Schmieden.

Die Messlatte

Nicht umsonst werden immer wieder äußerst ambitionierte Vergleiche mit dem Silicon Valley gezogen. Allerdings sind diese noch sehr verwegen, denn bislang hat es noch kein Projekt vermocht, mit den großen Tech-Konzernen aus Kalifornien mitzuhalten und etwa ein Ökosystem zu schaffen, das so wie etwa bei Google oder Amazon ganz unterschiedliche Anwendungen vereint. Damit sind die Oberösterreicher in Europa allerdings nicht allein. Zuletzt konnten in Linz aber sehr erfolgreich Akzente hinsichtlich Artifical Intelligence gesetzt werden, von denen man sich durch die neuen Studienangebote in Zukunft noch einiges erwarten kann. Aber auch hier haben andere einen gewaltigen Vorsprung. So ist es etwa Open AI, einem Unternehmen von Elon Musk, gelungen, mit GPT-3 einen Algorithmus zu entwickeln, der rein auf sprachlichen Eingaben beruht und in naher Zukunft unsere Interaktion mit Technologie wohl revolutionieren wird. Dieses Beispiel zeigt, dass es neben einer Universität auch frisches Kapital und Leadership geben muss, um Erfolge einzufahren. So hat auch der Industrielle Hannes Androsch, dessen Funktionsperiode als Chef des Forschungsrats kürzlich auslief, unmittelbar nach Bekanntgabe der TU-Pläne zu bedenken gegeben, dass Österreich schon jetzt „doppelt so viele öffentliche Unis wie die Schweiz mit einer annähernd gleichen Bevölkerungsgröße, aber nur halb so viel Budget dafür“ habe.

Unter Berücksichtigung solcher Einwände bietet die Gründung einer neuen technischen Universität aber zumindest die Chance, moderne Strukturen, neue Forschungsfragen und zukunftsorientierte Lehrmethoden zu realisieren. Geht es nach den Plänen von Bund und Land, dann soll die neue TU als Digital-Universität ein wissenschaftliches Leuchtturmprojekt und ein innovatives Zugpferd sein. Sie wird auf bestehende institutionelle und fachliche Strukturen zurückgreifen und Synergien nützen. „Es geht nicht um die Kopie eines Silicon Valley im Mini-Format“, rückt auch Landeshauptmann Thomas Stelzer bewusst von diesem Vergleich ab, wobei er sich dennoch eine Universität mit internationaler Strahlkraft wünscht. „Es wird wohl so sein müssen, dass die Arbeitsund Umgangssprache Englisch sein wird“, so Stelzer weiter.

Der Fahrplan

Unter der Leitung von Bundesminister Heinz Faßmann und Landeshauptmann Thomas Stelzer hat mittlerweile ein erstes Arbeitsgespräch der Vorbereitungsgruppe zur neuen technischen Universität in Oberösterreich stattgefunden. „Mit dem konstituierenden Meeting der Vorbereitungsgruppe zur Errichtung der neuen technischen Universität in Oberösterreich mit Schwerpunkt Digitalisierung beginnt nun die inhaltlich-operative Arbeit für eines der aktuell bedeutendsten hochschulpolitischen Entwicklungsprojekte“, so Wissenschaftsminister Faßmann zum ersten Treffen nationaler und internationaler Experten. Handlungsauftrag der Vorbereitungsgruppe ist die Erstellung eines umfangreichen Rahmenplans für die neue Universität unter Berücksichtigung der wissenschaftspolitischen, strukturellen, rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Aspekte. Dabei wurde von der Vorbereitungsgruppe auch der weitere zeitliche Rahmenplan für die Errichtung und den Betrieb der TU konkretisiert. „Wir haben beim ersten Arbeitstreffen weitere Schritte für die technische Universität für Digitalisierung in Oberösterreich gesetzt. Dabei wurde der zeitliche Rahmenplan geklärt. Die neue TU wird ein zentraler Baustein, um Oberösterreich und Österreich wieder stark zu machen und in die europäischen Spitzenregionen zu führen“, betonte Stelzer. Neben dieser Vorbereitungsgruppe wird ein rein akademisches Gremium die wissenschaftliche Konzeption der neuen TU erarbeiten. Auf Basis der Ergebnisse der Vorbereitungsgruppe soll diese bereits im Frühjahr 2021 damit beginnen. Die besten Forscher und Forscherinnen aus dem Gebiet der Informatik und benachbarter Disziplinen werden eingeladen, diese Konzeption zu erstellen.

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Foto: Land OÖ/Max Mayrhofer

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