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Blackout der Mobilitätswende


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E-Mobilität

Jetzt wird’s ernst. Die E-Mobilität steht vor dem Durchbruch und die Automobilindustrie vor einem Strukturwandel, der massiv Arbeitsplätze bedroht. Immer mehr E-Autos machen einen raschen Ausbau der rrneuerbaren Energien, der Netzkapazitäten und der Ladeinfrastruktur notwendig. Der Mobilitätswende droht ein volkswirtschaftliches und klimapolitisches Blackout, wenn die Politik jetzt nicht handelt.

Von Stefan Rothbart

Was haben Covid-19 und batteriegetriebene Elektroautos gemeinsam? Beide haben exponentielle Zuwachsraten. Die Dynamik der Mobilitätswende darf jetzt keinesfalls verschlafen oder verharmlost werden, wenn Österreich davon wirtschaftlich profitieren will. Das Fatalste wäre, weiter den Trend abzuwarten und zu glauben: „Noch ist es nicht so weit.“ Der Aufstieg der E-Mobilität erfolgt rasant und das Technologie-Rennen hat sich längst zugunsten des batterieelektrischen Antriebs im Pkw-Bereich entschieden. So denken zumindest die Vertreter der E-Mobilität und die Tesla-Jünger, aber auch viele Trendforscher sehen den Wendepunkt bereits gekommen. Obwohl an dieser Sichtweise etwas dran ist, gibt es für die klimafreundliche Mobilitätswende noch gravierende Hürden. Die Politik muss sich jetzt mit den wichtigen Weichenstellungen beschäftigen, damit einerseits der Strukturwandel in der Automobilwirtschaft gelingen kann, damit Arbeitsplätze nicht massiv verloren gehen, und andererseits genügend grüner Strom zur Verfügung steht, um zu verhindern, dass die ganze Sache nicht zur völligen klimapolitischen Absurdität wird. Zuweilen wird von glühenden Vertretern der E-Mobilität sowie der Energiewende die Problemlage oft ignoriert und in Abrede gestellt. Dem muss man entgegenhalten.

Nicht noch eine Studie

Ob Reichweite, Wirkungsgrad, Öko-Fußabdruck oder Recyclingquote: Zur Elektromobilität gibt es inzwischen so viele Studien, dass man bei einer Recherche zum „Schwammerl“ werden kann. Man kann eine beliebige Zahl würfeln und bestimmt wird man die passende Studie dazu finden. Dass man sich offenbar noch immer zu wenig Gedanken gemacht hat, denkt scheinbar auch das Klimaministerium. Am 21. Jänner präsentierte Ministerin Leonore Gewessler (Sie werden es kaum erraten) „eine Studie“ über E-Mobilität als Job-und Wirtschaftsmotor. Außer für den Showeffekt einer Pressekonferenz hätte es dieser kaum bedurft, denn die Automobilindustrie hat längst ihre eigenen Daten zum Wertschöpfungspotenzial der Elektromobilität. Und weil die Industrie ihre eigene Branche kennt wie die sprichwörtliche Westentasche, warnt man auch schon seit Jahren, dass die Mobilitätswende Strukturanpassungen unbedingt brauchen wird, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Fachkräftemangel bedroht Wertschöpfung

Das Ministerium spricht von einem absoluten Jobund Wirtschaftsmotor. Ganze 7.300 Jobs sollen durch die Elektromobilität bis 2030 zusätzlich entstehen. Dabei geht man von 34.400 Personen aus, die aktuell in der Automobil-Herstellung beschäftigt sind. Diese Zahl verwirrt, sind doch alleine im Autocluster in der Steiermark derzeit bis zu 70.000 Beschäftigte spartenübergreifend tätig. Die Studie des Ministeriums enthält zu den Arbeitsmarktpotenzialen zudem viele „Wenn“ und „Aber“. Im Personal-und Qualifizierungsbedarf deckt die Studie beträchtliche Defizite auf. 70 Prozent der Unternehmen geben an, keine Fachkräfte zu finden, um von der Elektromobilität profitieren zu können. Damit gehen Wertschöpfungspotenziale verloren. Gerade KMU sind davon betroffen. Der größte Bedarf wird im IT-Bereich und in der Digitalisierung gesehen und hierfür braucht es dringend entsprechende Ausbildungsangebote. Der Umstieg auf die Elektromobilität birgt zudem tiefgreifende Veränderungen für produzierende Unternehmen. Vom Aufbau neuer Lieferantenstrukturen über die Gestaltung komplexer, verketteter Produktionssysteme bis hin zur Etablierung neuer Vertriebskanäle betreffen die Auswirkungen sämtliche Bereiche der Wertschöpfung. Dazu heißt es in der Studie: „Nicht umsonst sehen Unternehmen einen der größten Qualifizierungsbedarfe der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kompetenzfeld des Projektmanagements.“

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Foto: iStock.com/nengredeye

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