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Vom Lockdown zum Shutdown

Die Wirtschaftsaussichten für 2021 sind unsicher, unvorhersehbar und somit nicht kalkulierbar. Sie werden im Wesentlichen vom Verlauf der Corona-Pandemie bestimmt. Garantiert hingegen sind die Probleme der Massenarbeitslosigkeit, Klimakrise und des Entstehens sozialer Veränderungen. Diese werden uns noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte begleiten

Von Marie-Theres Ehrendorff

Die Wirtschaft ist im Jahr 2020 österreichweit um 7,3 Prozent geschrumpft und laut jüngster WIFO-Prognose ist – aufgrund des dritten Lockdowns – für das laufende Jahr nur mehr mit einem Wachstum von 2,5 Prozent zu rechnen. Die Bevölkerung spart, statt zu konsumieren. Die Unternehmer schieben Investitionen auf die lange Bank. Und der Staat verteilt Geld, das er nicht besitzt und das auch nicht flächendeckend ankommt. Bis die Republik wieder auf den Wachstumspfad kommt, wird noch viel Wasser die Donau hinunterfließen.
Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bringen zahlreiche österreichische Klein- und Mittelbetriebe (KMU) an den Rand des finanziellen Ruins. „Die Verlängerung des Lockdowns führt zu massiven Existenzängsten bei österreichischen KMU. Wirtschaften und planen können sie – wenn überhaupt, dann nur beschränkt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, während die zugesagten Hilfen nur sehr langsam ankommen. Jetzt muss die Regierung endlich Taten folgen lassen und die Liquiditätshilfen endlich unbürokratisch auf die Konten der Betroffenen überweisen lassen. Unser Wirtschaftssystem ist mindestens genauso gefährdet wie das Leben vieler, die das Virus getroffen hat“, lässt Hans Harrer, Vorsitzender des Senats der Wirtschaft, seinem Unmut freien Lauf.
„Die Verlängerung des Fixkostenzuschusses II mit 800.000 Euro, der als einzige Liquiditätsmaßnahme unbürokratisch und rasch bei den Betrieben ankam, wurde von den freien Wirtschaftsverbänden für die gesamte Dauer des Lockdowns empfohlen. Erfreulicherweise hat der Finanzminister diese Forderung aufgegriffen und in Form des Ausfallsbonus umgesetzt. Die Höhe von 30 Prozent der Umsatzausfälle im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt ist für die Branche jedoch ebenso völlig unzureichend wie die Obergrenze von 60.000 Euro, die die Liquiditätssituation der Firmen verkennt.“

Wirtschaftspolitische Entwicklung macht Sorge

Die heimischen Führungskräfte beobachten die wirtschaftspolitische Entwicklung mit Sorge, wie eine kurzfristige Umfrage des Wirtschaftsforum der Führungskräfte (WdF) unter seinen 3.000 Mitglieder ergab. „Die Mehrzahl der heimischen Führungskräfte hat neben dem eigenen Wirken auch das große Ganze im Fokus: So bereitet 70 Prozent der heimischen Führungskräfte der generelle Anstieg der Arbeitslosenrate in Österreich Sorge, 64 Prozent eine mögliche Wirtschaftsrezession. Auch eine eventuelle Schwächung des Standortes aufgrund der aktuellen Schuldenpolitik ist für 55 Prozent der Führungskräfte besorgniserregend. Die Pandemie führt Millionen von Menschen in die Welt der Armut zurück, wie der Österreichische Thinktank Agenda Austria berechnet. Corona vernichtete nicht nur Jobs, es bringt Elend in die Welt zurück. Reichtum der Eliten, kaputtgesparte Staaten und falsche Wirtschaftssysteme seien laut der britischen Hilfsorganisation Oxfam die zentralen Probleme unserer Zeit. Jahrelang machte Oxfam die Reichen und die Marktwirtschaft als Ursache für Armut aus, obwohl diese mit der Verbreitung der Globalisierung stark sank. „Nun können wir sehen, wie eine Welt ohne Wachstum aussieht. Diese Welt bedeutet weniger Wohlstand in reichen und die Rückkehr der Armut in armen Ländern. Das sollte auch eine Warnung für jene sein, die unser Wirtschaftssystem so vehement bekämpfen“, meint Agenda-Austria-Ökonom Hanno Lorenz.

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Foto: iStock.com/alvarez

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