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Arbeitsmarkt in der Sackgasse


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Sozialpolitik löst keine Arbeitsmarktprobleme

Die Lockdowns und der Ausfall der Wintersaison belasten den Arbeitsmarkt. Keine Frage. Im Zuge der Maßnahmen gegen das Coronavirus erlebt die Wirtschaft ihre größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, was weitreichende Folgen für den Arbeitsmarkt bedeutet.

Von Marie-Theres Ehrendorff

Ende März waren 457.817 Personen arbeitslos gemeldet oder in Schulung, das sind um 51.106 weniger als vergangenen Februar und um 104.705 weniger als im März 2020. Vor einem Jahr befand sich Österreich im ersten harten Lockdown und viele Menschen verloren ihren Arbeitsplatz.
Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie sind die monatlichen Arbeitslosenzahlen im Vorjahresvergleich gesunken. Sie befinden sich dennoch weiter auf sehr hohem Niveau. Schaut man zu unserem Nachbarn, so finden sich in Deutschland gegenwärtig rund 2,5 Millionen Arbeitslose. Wissend, dass Deutschland rund zehn Mal so viele Einwohner wie die Alpenrepublik hat, gibt es in Österreich rund doppelt so viele Arbeitssuchende. Auch der Blick auf das Pensionsantrittsalter ist ernüchternd: Trotz vielfacher Beteuerungen ist das frühe heimische Pensionsantrittsalter in der Praxis nicht wesentlich gestiegen – dass sich darin versteckte Arbeitslosigkeit ablesen lässt, wird wohl niemand bezweifeln.

Arbeitsplätze entstehen aus betriebswirtschaftlicher Notwendigkeit. So ist jedes Mittel, Anreize zu schaffen, damit Betriebe investieren, eine Maßnahme gegen Arbeitslosigkeit. Es braucht keine öffentlichen Gelder, um Menschen zu erhalten, vielmehr öffentliche Gelder, um Unternehmen jene Rahmenbedingungen zu ermöglichen, die ihnen gute Geschäfte erlauben. Die Erhöhung des Arbeitslosengeldes ist ein sozialpolitisches Mittel und kein arbeitsmarktpolitisches. Geld in die Wirtschaft zu investieren schafft hingegen Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum. Die Verschränkung der Agenden von Arbeits-, Wirtschaftsund Familienressort, die es vor Jahren bereits gegeben hat, war sinnvoll. Eine sinnvolle Zusammenarbeit und gute Abstimmung von Arbeitsund Wirtschaftsministerium in unserer krisengeplagten Zeit ist wohl das beste Instrument zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.

Veränderungen auch Quelle für unternehmerische Gelegenheiten

Die Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen führte beispielsweise zur Auswanderung vieler griechischer Gelehrter in den lateinischen Westen. Das plötzliche Angebot an Wissen trug in der Folge entscheidend zur Entstehung der Renaissance bei. Veränderungen können auch eine Quelle für unternehmerische Gelegenheiten sein, es entstehen neuartige Bedürfnisse und unserer Unternehmerinnen und Unternehmer entwickeln neue Angebote. In erster Linie denkt man hier an technologische Veränderungen. Die Digitalisierung ist ein wichtiger Hebel für die Resilienz unserer Wirtschaft und unserer Unternehmen. Sie bietet uns die Möglichkeit, neue Handlungsspielräume zu eröffnen, Distanzen zu verringern und Kommunikation zu erleichtern. Die aktuelle Krise hat uns deutlich die Notwendigkeit gezeigt, Menschen und Unternehmen noch mehr für Digitalisierung zu sensibilisieren.
Veränderungen gehen nicht ausschließlich auf den Einsatz neuer Technologien zurück, auch die Umgestaltung von Produktionsprozessen und die Verlagerung von Teilen des Wertschöpfungsprozesses ins Ausland wirken sich auf Arbeit und Beschäftigung aus. Die vergangenen Monate haben zu einem Umdenken in vielen Unternehmen und Branchen geführt. Geschäftsmodelle wurden auch im Hinblick auf Digitalisierung adaptiert, Vertriebswege neu erschlossen und Arbeitsmodelle neu definiert. Dieser intensivere und zum Teil neue Einsatz digitaler Angebote und Möglichkeiten betrifft vor allem auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Von ihnen werden jetzt andere, spezielle Fähigkeiten und Kompetenzen gefordert.  

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Foto: iStock.com/AndreyPopov

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