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Chancen und Risiken nach Corona


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Wirtschaftskrise mit vielen Gesichtern

Für die Unternehmen ist jetzt der entscheidende Zeitpunkt gekommen, über grundlegende Weichenstellungen nachzudenken, die für die Zeit nach dem letzten Lockdown von zentraler Bedeutung sind. Ob Investition oder Insolvenz, die Betriebe stehen vor sehr unterschiedlichen Szenarien und Herausforderungen. Von der Politik braucht es jetzt gezielte Maßnahmen für alle Eventualitäten.

Von Stefan Rothbart

Aktuell beschäftigt die meisten Geschäftsführungen in den Betrieben, wie es nach dem hoffentlich letzten Lockdown wirtschaftlich wieder weitergehen wird. Wann die Pandemie wirklich soweit im Griff sein wird, dass wir komplett auf Einschränkungen verzichten können, ist nach wie vor ungewiss. Doch gewiss ist, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, sich und sein Unternehmen auf die Zeit nach dem Lockdown vorzubereiten. Wer das jetzt nicht tut und das Ende der Pandemie abwarten will, hat garantiert einen Nachteil. Wenn vor dem Sommer die Stundungen auslaufen und Urlaubsgelder anfallen, könnte es bereits zu spät sein. Daher ist eine Lage-Einschätzung bereits jetzt das Gebot der Stunde.

Wirtschaftskrise mit vielen Gesichtern

Ebenso wie die Pandemie so hat auch die wirtschaftliche Krise im Zuge von Corona sehr viele unterschiedliche Gesichter. Bisher ist die Politik hergegangen und hat Akutmaßnahmen getroffen, um Insolvenzen und Liquiditätsengpässe bei den Betrieben zu überbrücken. Der Fokus stand auf Retten und Stabilisieren. Möglichst viele Arbeitsplätze sollten dadurch erhalten und den Unternehmen das Durchhalten bis zum Ende der Pandemie ermöglicht werden. Zusätzlich zu Härtefallfonds, Kurzarbeit und Fixkostenzuschuss hat man mit diversen Investitionsförderungen bereits eine Karte ausgerollt, um die Wirtschaft auch wieder hochfahren zu können. Die bisherigen Maßnahmen sind aber, vereinfacht gesagt, über den Kamm geschoren. Hilfspakete sind eben kein Wirtschaftsprogramm. Dass sich die Regierung erst jetzt mit einer Klausur der Konjunkturbelebung widmet, kommt daher reichlich spät. Nach einem Jahr Pandemie ist die Wirtschaft bereits sehr unterschiedlich von der Krise betroffen und das Bild wird immer klarer, dass es auch sehr unterschiedliche politische Maßnahmen brauchen wird, um die Unternehmen bei den kommenden Herausforderungen zu unterstützen. Im Wesentlichen lassen sich aktuell drei Szenarien für Unternehmen erkennen.

Szenario 1: Gut durch die Krise gekommen

Es gibt eine Reihe von Unternehmen und auch ganze Branchen, die mehr oder weniger gut durch die Krise gekommen sind. Teilweise hatten diese Unternehmen sogar Umsatzzuwächse, konnten neue Geschäftsmodelle etablieren und zusätzliche Kunden gewinnen. Solche Betriebe finden wir etwa gehäuft in den IT-Sektoren, aber auch bei erneuerbaren Energietechnologien, Biotechnik oder Medizintechnik. Diese Unternehmen sind mit gänzlich anderen Herausforderungen nach dem Lockdown konfrontiert. Sie haben die Chance, zu investieren und zu expandieren, und benötigen daher gänzlich andere politische Maßnahmen als die bisherigen Hilfspakete. Vor allem stellt sich die Frage der langfristigen Investitionsplanung. Dafür muss vor allem die innerliche Handbremse gelöst werden, damit Betriebe sich auch wirklich trauen zu investieren. Darauf muss ein verstärktes Augenmerk gelegt werden. Dafür braucht es weitere Investitionsprämien, die auf die unterschiedlichen Branchen abgestimmt sind. Zusätzlich kann und sollte die Politik auch an der Steuerschraube drehen. Eine Senkung der Lohnnebenkosten für Betriebe ist nicht nur eine deutliche Entlastung der betrieblichen Kosten, sondern schafft Spielraum für Investitionen. Zudem lockert eine Steuersenkung die Investitions-Handbremse im Kopf. Betriebe haben damit mehr Mittel frei, um zu investieren und auch Sicherheiten einzuplanen. Das gibt Mut und Zuversicht und würde sich auch positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken. Für Günther Stenico, Steuerberater und Partner bei TPA, ist klar, dass eine Verlängerung der Investitionsprämie einen deutlich positiven Effekt haben wird. „Mit der Einführung der degressiven AfA und der Covid-Investitionsprämie wurden sicher gute und wichtige Akzente gesetzt. Es wäre wünschenswert, wenn diese Begünstigungen ausgebaut würden. Das Einkommensteuergesetz 1972 kannte noch eine vorzeitige Abschreibung, die im Jahr der Anschaffung im Ausmaß von 40 Prozent der Anschaffungskosten vorgenommen werden konnte. Wahlweise konnte auch ein Investitionsfreibetrag von bis zu 20 Prozent von den Anschaffungskosten geltend gemacht werden. Eine Wiedereinführung dieser Maßnahmen wäre sicher ein wichtiges Signal zur Beflügelung der Investitionstätigkeit“, schlägt weiters Peter Hadl, Partner bei PwC, vor. Doch auch wenn man Luft zum Investieren hat, muss einiges bedacht werden. „Eine Investition ist dann rentabel, wenn sie in möglichst kurzer Zeit höhere Einzahlungen als Auszahlungen erwirtschaftet. Wenn nun die Finanzierung zu knapp und ohne jeden Spielraum abgestimmt ist, besteht die Gefahr von Zahlungsstockungen, wenn Einzahlungen später erfolgen als geplant. Es müssen daher bei der Finanzierung Spielräume eingeplant werden. Auch für expansive Strategien empfiehlt sich aus diesem Grund ein ausreichender Liquiditätspolster“, erläutert Peter Hadl.

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Foto: iStock.com/keport

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