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Perspektiven für die Jugend


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Junge Österreicher 2021

Fehlende soziale Kontakte, eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und fehlende Perspektiven beeinträchtigen die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Umso wichtiger ist es, ihnen Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln.

Von Ursula Rischanek

Die Zahlen sind alarmierend: Laut einer aktuellen Studie des Departments für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit an der Uni Krems sowie des Bundesverbands für Psychotherapie leiden aktuell bereits mehr als die Hälfte der jungen Menschen zwischen 18 und 24 Jahren unter depressiven Symptomen. Neben Sorgen um die eigene Gesundheit seien auch Zukunftsängste, finanzielle Probleme und Einsamkeit wesentliche Ursachen dafür. „Die Häufigkeit depressiver Symptome, Angstsymptome, aber auch Schlafstörungen hat sich mittlerweile verfünf- bis verzehnfacht, Tendenz steigend“, so Studienleiter Christoph Pieh von der Donau-Universität Krems. Und Studienautor Paul Plener, Leiter der Universitätsklinik für Kinderund Jugendpsychiatrie der MedUni Wien, ergänzt: „Ganz besonders alarmierend ist die Tatsache, dass rund 16 Prozent entweder täglich oder an mehr als der Hälfte der Tage suizidale Gedanken angeben. Das ist im Vergleich zu den letzten verfügbaren Daten aus Österreich ein deutlicher Anstieg.“ Deutlich abgenommen hat der Studie zufolge hingegen die Lebenszufriedenheit.

Ein Drittel betroffen

Die Krise treffe die Generation Z in der kritischen Phase der Verselbstständigung und des Übergangs ins Berufsleben besonders hart, sei es beruflich, finanziell oder sozial, so Jugendforscher Klaus Hurrelmann in der aktuellen Studie „Junge Österreicher 2021“. „Ein Drittel von ihnen berichtet von einer Verschlechterung der Perspektiven, was auf eine empfindliche Beeinträchtigung der Chancenstruktur hinweist“, so Hurrelmann. Dementsprechend pessimistisch ist auch der Blick der Jungen in die Zukunft: 55 Prozent sind dem Meinungsforschungsinstitut Sora zufolge davon überzeugt, dass es die junge Generation einmal schlechter haben wird.

Traumasymptome bei Kindern

Aber auch Jüngere leiden massiv unter den Maßnahmen, mit denen die Regierung seit mehr als einem Jahr versucht, die Pandemie in den Griff zu bekommen, sowie den mit dieser verbundenen Auswirkungen und Unsicherheiten. Bei Kindern ist demnach ein deutlicher Anstieg an Angst- und Traumasymptomen zu bemerken, wie eine Tiroler Studie, für die seit März 2020 das psychische Wohlergehen von Kindern im Alter von drei bis zwölf Jahren beobachtet wird, zeigt. „Rund 15 Prozent der Kinder weisen mittlerweile Symptome, die auch klinisch relevant sind, auf“, warnt Silvia Exenberger, Psychologin an der Kinderund Jugendpsychiatrie am LKH Hall. In der ersten Befragungswelle im März des Vorjahres waren es drei Prozent. Nach Selbstauskunft der Kinder seien die Traumasymptome um rund 60 Prozent gestiegen, doppelt so viele Kinder wie noch in der ersten Befragungswelle gaben an, sie seien besorgt oder ängstlich. 45 Prozent mehr Kinder würden Aufmerksamkeitsprobleme zeigen, zudem seien die Kinder aggressiver und würden häufiger Rückzugsverhalten zeigen. „Aus Sicht der Eltern haben sich außerdem die somatischen Beschwerden, also beispielsweise Bauchweh oder Schlafstörungen, mehr als verdoppelt“, erklärt Exenberger. Kathrin Sevecke, Direktorin der Innsbrucker Universitätsklinik für Kinderund Jugendpsychiatrie sowie Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Kinderund Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (ÖGKJP), verweist in diesem Zusammenhang auf überlastete Kinderund Jugendpsychiatrien und „ganz viele Krisenaufnahmen“ in ganz Österreich. Zwei Drittel der akuten Fälle, etwa selbstverletzendes Verhalten oder Suiziddrohungen, seien auf die Pandemie zurückzuführen. „Wir können alle akuten Fälle behandeln, für längere Klinikaufenthalte reichen die Kapazitäten derzeit nicht“, warnt Sevecke. Seit Monaten werde triagiert.

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Foto: iStock.com/ViewApart

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