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Veränderung der Arbeitswelt als Antwort auf Corona


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Arbeitswelt Donauraum

Die Pandemie hat binnen kürzester Zeit die Arbeitswelt verändert. Einige Menschen verloren ihren Job, andere fanden sich in der Kurzarbeit wieder. Die früher mit Skepsis betrachtete Digitalisierung entpuppte sich als rettender Strohhalm in der Krise. Die Möglichkeit des Arbeitens von zu Hause aus wurde von den Arbeitnehmern genutzt und die Bereitschaft, mit der Technik zusammenzuarbeiten, wird auch nach Corona Bestand haben.

Von Marie-Theres Ehrendorff

Die Unternehmen im österreichischen Donauraum, dem pulsierenden Zentrum der heimischen Wirtschaft, sind von ökonomischen Dellen gezeichnet und versuchen, mit allen Mitteln wieder auf Vorkrisenniveau zurückzufinden. Neue Geschäfts- und Arbeitsmöglichkeiten rangieren in ihrer Wahl der Mittel dabei an vorderster Front. Die Investitionsneigung in den Wiener Industriebetrieben ist trotz Corona erfreulicherweise nicht zurückgegangen. Knapp drei Viertel der Unternehmen wollen ihre Investitionen gegenüber dem Vorjahr steigern oder in gleicher Höhe halten. „Das zeigt, dass unsere Betriebe gut aufgestellt sind und mit Optimismus ihre Zukunft planen“, so Stefan Ehrlich-Adàm, Industrie-Spartenobmann in der WKW. Außerdem planen zwei Drittel der Industriebetriebe die Lehrlingsausbildung weiter zu forcieren. Das schlägt sich bereits in den Zahlen nieder: Mit Ende März gab es in der Wiener Industrie 918 Lehrlinge, das sind um 65 Personen oder 7,7 Prozent mehr als im März 2020. Auch im ersten Lehrjahr gibt es heuer mehr Auszubildende. Für Ehrlich Adàm ist qualifizierte Berufsausbildung über die Lehre ein zentraler Erfolgsbaustein für Betriebe. In diesem Zusammenhang kritisiert er die Kommunalsteuer, die Unternehmen auch für Lehrlinge entrichten müssen, als kontraproduktiv und fordert die Stadt Wien auf, auf deren Einhebung zu verzichten. „Ausbildungsbetriebe brauchen gerade jetzt Unterstützung und Anerkennung. Dieser Schritt wäre ein positives Signal.“

Wiener Happylab mit neuem Standort

Ein professioneller Maschinenpark auf 900 Quadratmetern für Start-ups soll Wiens größte Innovationswerkstatt werden. Mit einem neuen Standort im Stuwerviertel in Wien-Leopoldstadt kann die technikbegeisterte Öffentlichkeit ebenso wie Tech-Startups einen kostengünstigen Zugang zu einem professionellen Maschinenpark nützen. „Mit dem neuen Happylab schließen wir die Lücke zwischen bestehenden Werkstätten und industrieller Fertigung“, betonen die beiden Happylab-Geschäftsführer Roland Stelzer und Karim Jafarmadar. Prototyping, Produktentwicklung und Kleinserienfertigung könnten ab sofort an einem Ort umgesetzt werden. Zusätzlich zur gewohnten Gerätschaft wie Laser-Cuttern oder 3-D-Druckern gibt es hier auch Zugang zu neuen Maschinen in den Bereichen Metall- und Holzbearbeitung und einen integrierten Co-Working-Space. Durch die Zusammenarbeit mit Universitäten, KMU oder anderen Makerspaces soll ein „Happylab Innovation Cluster“ entstehen, wobei die bestehende Infrastruktur an verschiedenen Standorten gemeinsam genutzt wird – Stichwort „Sharing Economy“. Zudem will man Schulen beim Aufbau von Makerspaces – unter Makern versteht man Tüftler, die technische Probleme im Do-it-yourself-Verfahren lösen – unterstützen und Eintrittsbarrieren für Frauen in die Szene abbauen.

Mehr heimische Wertschöpfung wünschenswert

Der Medizinproduktehandel Wiens trägt entscheidend zur Versorgungssicherheit im Gesundheitssektor bei. Diese Bedeutung wurde durch die Pandemie offensichtlich. Der sprunghaft steigenden Nachfrage bei Masken und Desinfektionsmitteln ab Februar 2020, gepaart mit horrend steigenden Preisen und immer wieder Schwierigkeiten in den Lieferketten, folgte eine Phase der Beruhigung im Sommer, ehe sich im Herbst der Fokus auf Covid-Tests verlagerte. „Das hält bis heute an, damit werden auch viele Umsätze gemacht“, weiß Alexander Hayn, Branchensprecher für Wien und Österreich. Die Corona-Bilanz dieser Branche fällt ambivalent aus. Während die Umsätze mit pandemiebezogenen Produkten explodierten, gingen sie in anderen Bereichen drastisch zurück wie bei Produkten für Wundversorgung, Onkologie oder Routineeingriffe. Bei Corona-Produkten haben zudem viele Branchenfremde mitpartizipiert – „es gab plötzlich überall Masken und Covid-Selbsttests zu kaufen“, so Hayn. Mit Produktzertifizierungen und Qualitätsvorgaben oder gar dem für den Medizinproduktehandel erforderlichen Befähigungsnachweis nahmen es nicht alle Anbieter so genau. Diese „unlauteren Trittbrettfahrer“ ärgern auch Markus Pöltenstein, Chef der Rudolf Heintel GmbH. Das 1919 gegründete Medizintechnik-Unternehmen hat weltweit Produktionspartner, die nach seinen Vorgaben Medizinprodukte herstellen. Heintel importiert und vertreibt sie hierzulande. „Medizinprodukte sind eine heikle Ware. Wir werden streng und genau überprüft, und in der Pandemie wurde der Markt einfach überschwemmt, weil zu wenig Zeit war, um Produktqualität oder Zertifizierungen zu kontrollieren.“ Die Heintel-GmbH hat es dennoch geschafft, Verluste in anderen Produktsparten durch höhere Umsätze bei Corona-Schutzprodukten annähernd zu kompensieren.

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Foto: iStock.com/ Ridofranz

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