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Europas Rolle in der Welt


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Europäische Union

Die geopolitischen Herausforderungen verändern sich rasch und die Europäische Union braucht schnell eine Strategie, um den wirtschaftlichen Rückschritt gegenüber China und den USA aufzuhalten. Der EU-Zukunftsdialog gibt Anlass, über wesentliche ökonomische Weichenstellungen zu diskutieren und die Rolle Europas in der Welt kritisch zu reflektieren.

Von Stefan Rothbart

Europa begreift sich auch im zweiten Jahrzehnt des 21.Jahrhundertsimmer noch als zivilisatorischer Nabel der Welt. Doch die Selbstbetrachtung erinnert immer mehr an spätrömische Verhältnisse. Geschichtliche Analogien sind nie ganz zutreffend und aus Sicht der Historiker problematisch. Dennoch sind sie von Zeit zu Zeit hilfreich, um uns einen Ankerpunkt zu geben, wo wir in der Gegenwart stehen. Es geht um Selbsteinschätzung. Und große Zivilisationen haben immer Probleme damit, ihre Rolle gegenüber anderen Mächten realistisch einzuschätzen. Als 1405 der chinesische Admiral Zheng He zu seinen großen Expeditionen mit seiner Schatzflotte nach Indien und Afrika aufbrach, begriff sich das Reich der Mitte als Nabel der Welt. Europa war zu dieser Zeit Entwicklungsland. Dreißig Jahre später ließ Kaiser Zhentong die Schatzflotte einmotten, China zog sich im Glauben, unangefochtene Weltmacht zu sein, von den Weltmeeren zurück und wurde alsbald von europäischen Mächten verdrängt. Aus diesem historischen Beispiel sollte die Europäische Union lernen. Es genügt nicht, den moralischen Oberlehrer für die Welt zu spielen, man muss Präsenz zeigen und sich ständig weiterentwickeln.

Europa fällt zurück

Top-Ökonomen wie der neue WIFO-Chef Gabriel Felbermayr warnen bereits, dass Europa zurückfällt. Im Interview mit der Tageszeitung Kurier Ende Juni zeigte er auf, dass die USA den europäischen Staaten mit dem Wirtschaftswachstum davongaloppieren. Auch China hat sich rasend schnell von der Corona-Pandemie erholt und ist nun ebenfalls wieder auf Wachstumskurs. Andere Nationen wie Indien, Indonesien und Russland setzen zum Sprung nach vorne an. Während diese Länder ihre wirtschaftlichen Kooperationen intensivieren, setzt Europa auf Nationalismen, Regionalisierung und zunehmend auf außenpolitische Sanktionen. Da die USA den IT-Dienstleistungssektor dominieren und China immer stärker zum größten Produzenten von Batterien und erneuerbaren Energien wird und auf den Elektroautomarkt drängt, verliert Europa zunehmend seine Geschäftsmodelle. Die Autoindustrie war die letzte große Leitindustrie, mit der Europa den Weltmarkt dominieren konnte. Jetzt, mit der Umstellung auf Elektromobilität, drohen die europäischen Autohersteller ihre technologischen Vorsprünge zu verlieren. Das ist ein gefährliches Momentum. Europa ist „noch“ ein Hochtechnologiekontinent. Doch der technologische Vorsprung schmilzt in rasantem Tempo. Es braucht daher neue Strategien für Europas wirtschaftliche Rolle in der Welt, um nicht unter die Räder zu kommen, wie es der Economist auf dem Cover einer seiner jüngsten Ausgaben illustrierte.

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Foto: iStock.com/Loic Seingland

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