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Momentum statt Moment


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Logistik

Anstatt sich bloß oberflächlich mit dem gerade Bestehenden zu befassen, ist es jetzt hoch an der Zeit, sich mit dem auseinanderzusetzen, was sein wird. Das gilt insbesondere für die Logistik, die auch der Schlüssel zu Lösungen für weitreichende Probleme bzw. globale ökologische Herausforderungen sein kann.

Von Thomas Duschelbauer

Covid-19 hat eine weitere Verschiebung des Handelsvolumens in den E-Commerce nach sich gezogen. Die vielen Formen des Kundenkontakts und der Points of Sale und der Warenbereitstellung wie Click & Collect (Selbstabholung), Versand über Logistikdienstleister und natürlich weiterhin über stationäre Einkäufe fordern das Supply -Chain-Management und die Logistik auf besondere Weise: Es braucht neue Strategien für unterschiedliche Absatzkanäle und dementsprechend exakte Planungen hin[1]sichtlich Mengen, Lieferzeiten, Logistikkapazitäten – die Auswirkungen veränderter Logistikkonzepte auf Handel und Produzenten sind enorm.
Zur Lösung dieser Herausforderungen bzw. für resiliente und auch ökologisch nachhaltige Lieferketten bedarf es allerdings eines Blickes, der über den Tellerrand reicht und der sich nicht ängstlich wie bei einem Kaninchen gegenüber der Schlange ständig auf etwas Singuläres fokussiert. Denn gegenwärtig erhalten beispielsweise Bilder des verstopften Suezkanals oder eines überfüllten Hafens in China beinahe ikonografischen Status, der mit durchschnittlich symptomorientierten Kommentierungen versehen wird.
Kein Wunder, denn Corona hat uns eine Zeit lang derart beschäftigt, dass wir offensichtlich noch mehr auf den Blick auf das Tagesaktuelle konditioniert wurden und unser Horizont auf das beschränkt wurde, was unmittelbar bevorsteht und zu tun ist. So ist es auch verständlich, dass wir uns momentan in hoffnungsvoller Erwartung auf eine wie auch immer geartete „Normalität“ und auf Wirtschaftsmeldungen freuen, die ein höheres Wachstum prognostizieren und für 2022 volle Auftragsbücher und niedrigere Arbeitslosenzahlen in Aussicht stellen.

Der Blick auf das Ganze und in die Zukunft

Allerdings kann man solche Zahlen wie Wasserstandsmeldungen interpretieren, denn sie geben nur etwas wieder, was die Gegen[1]wart oder eine sehr überschaubare Zukunft betrifft, während anderswo flussaufwärts das Wasser vielleicht bereits über die Ufer tritt. „Wir glauben, die Gegenwart, so wie sie ist, fortschreiben zu können, und vergessen immer mehr, uns an Zukunftsthemen zu orientieren. Diese Zahlen rund um das gegenwärtige Wirtschaftswachstum verstellen uns den Blick auf das, was auf uns zukommen kann“, so FH-Prof. Franz Staberhofer, Leiter des Logistikums in Steyr und Obmann des Vereins Netzwerk Logistik (VNL), der dafür plädiert, die Zukunft aktiv im Ist zu gestalten und der eine Reihe von Zukunftsthemen in der Logistik und im Supply-Chain-Management (SCM) angesiedelt sieht.
Beispielhaft dafür ist, dass sich China wieder verstärkt auf den Binnenmarkt konzentrieren wird, was schon alleine bei einer Betrachtung der Geschichte dieses Landes durchaus vorhersehbar war. Die Folgen solcher politischen und volkswirtschaftlichen Entscheidungen und Entwicklungen hinsichtlich der Logistikketten sind aber nicht zu unterschätzen. Sie drücken sich momentan in Preissteigerungen für verschiedenste Rohstoffe aus. Das SCM muss daher die strategischen und politischen Entwicklungen in Anpassung der Lieferketten übersetzen, und es braucht Dashboards zum Umgang mit den sprunghaften Änderungen.
Um stabile Lieferketten zu gestalten, gilt es heute allgemein, den Risikogedanken in der Supply Chain zu verstärken. Traditionelle Planungszyklen dauern oft zu lange und sind im Falle gravierender Ereignisse, die Lieferketten unterbrechen können, obsolet. Daher müssen über innovative Softwarelösungen, die auf zahlreiche Informationsquellen zu[1]greifen können, im Fall des Falles neue Szenarien als Grundlage für neue Entscheidungen entwickelt werden. Resilienz der Supply Chains kann auch durch bessere Kollaboration mit Lieferanten und Kunden erreicht werden. Ein wesentlicher Appell der Supply Chain Manager an die Kunden ist, nur die wirklich benötigten Mengen zu bestellen und keine Hamsterkäufe zu tätigen!

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Foto: Containerterminal Ennshafen

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