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Es ist Feuer auf dem Dach


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1G-Regel

In der Tourismus- und Freizeitindustrie rumort es, weil die 1G-Regel im Raum und die Wintersaison bevorsteht. Wenn nur mehr Geimpfte Zutritt zu Lokalen und Freizeiteinrichtungen haben, wird es für viele Betriebe sehr eng.

Von Siegfried Hetz

Zahlen, Daten und Fakten der zu Ende gehenden Sommersaison zeichnen ein sehr durchwachsenes Bild im Westen des Landes. Die Hotellerie in den Städten trifft es ungleich schwerer als die Ferienhotellerie in ländlichen Regionen. Alles in allem fehlen die internationalen Gäste. Das spüren Hotellerie, Gastronomie, aber auch Ausflugsiele und Sehenswürdigkeiten. Ein paar Beispiele dazu. Die Festung Hohensalzburg gilt als eines der meistbesuchten Ausflugsziele österreichweit. Im Vergleich zu 2019 hat sie ein Minus von 85 Prozent der Einnahmen zu verzeichnen. Etwas weniger hart trifft es die Großglockner Hochalpenstraße AG. Sie geht davon aus, dass das Ergebnis am Ende der Saison heißt, die Besucherzahlen erreichten 70 Prozent eines Jahres vor Corona. Wolfgangsee-Schifffahrt und Schafbergbahn rechnen mit einem Minus von etwa 60 Prozent, während die Internationale Stiftung Mozarteum mit einem Minus der Besucherzahlen in den Mozarthäusern von 70 Prozent das Auslangen finden muss.

Übernachtungszahlen sprechen für sich

Die bisherigen Zahlen für den Sommertourismus in Tirol deuten eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Millionen Übernachtungen (18,9 Prozent) an. Verglichen mit 2019 liegen die Zahlen jedoch weit hinter den Ergebnissen aus der Zeit vor Corona. Der Monat Juli verzeichnet hier bei den Übernachtungen ein Minus von 16,8 Prozent. Insgesamt liegt die bisherige Sommersaison (Mai-Juli) bei Übernachtungen um 30,7 Prozent und bei Ankünften um 37,9 Prozent hinter den Ergebnissen von 2019. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist in der bisherigen Saison allerdings auf 3,9 Tage im Verhältnis zu 3,5 Tagen 2019 gestiegen. Im Land Salzburg sind die Juli-Übernachtungen (2.855.531) im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent leicht gesunken und die in der Stadt (196.500) um 3,4 Prozent angestiegen. Im Verhältnis zu 2019 liegen die Zahlen jedoch ein Drittel darunter.

1G-Regelung führt zu Betriebsschließungen

Vorarlbergs Gastronomen rechnen mit Umsatzeinbußen von bis zu 80 Prozent, wenn die 1G-Regelung eingeführt wird. Dies käme einem Lockdown gleich. Generell führt die aktuelle Diskussion rund um eine 1G-Regel für Gastronomiebetriebe in der Branche zu Irritationen. „Die stark von der Pandemie betroffenen Unternehmen stehen ohnehin unter mehrfachem Druck, sie brauchen jetzt keine Verschärfungen, sondern es braucht dringend Anreize, um die Impfquote zu erhöhen“, betont Mike P. Pansi, Obmann der Gastronomie, und führt aus: „Unsere Betriebe haben vom ersten Tag an ihre Hausaufgaben gemacht. Es wurden Präventions- und Hygienekonzepte umgesetzt und Mitarbeitende entsprechend geschult. Wir unterstützen die Maßnahmen nun bereits seit 18 Monaten. Es kann nicht sein, dass die Branche mit den intensivsten Bemühungen in der Pandemiebekämpfung nun wieder zum Sündenbock gemacht werden soll.

Schwerwiegende Folgen

Sollten die Gastronomiebetriebe nicht mehr wirtschaftlich geführt werden können, müssen diese wieder schließen, das hätte zur Folge, dass Mitarbeitende gekündigt oder bestenfalls erneut in Kurzarbeit geschickt werden müssten. Das hätte schwerwiegende und langfristige Auswirkungen auf den ohnehin bestehenden Fachkräftemangel in der Gastronomie. „Es war bereits vor der Pandemie schwer, Mitarbeitende zu finden. Durch die langen Lockdowns sind viele Mitarbeiter in andere Branchen gewechselt oder sehen die Zukunft in der Gastronomie nach wie vor sehr unsicher“, sagt Obmann-Stellvertreter Stefan Köb.

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Foto: iStock.com/santje09

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