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Nachhaltig berichtet


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Green Deals

Im Rahmen des Green Deals der EU werden Unternehmen künftig stärker in die Pflicht genommen. Das gilt unter anderem für Nachhaltigkeitsberichte und die Taxonomie.

Von Ursula Rischanek

Im Jahr 2050 will die EU klimaneutral sein. Um dieses Ziel zu verwirklichen, benötigt es, so die EU, einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel in Europa, der kosteneffizient, gerecht und sozial ausgewogen vollzogen werden muss. Der Green Deal ist jenes Vehikel, mit dem diese Transformation erreicht werden soll, zielt er doch darauf ab, die Mitglieder auf den Weg hin zu einer klimaneutralen, fairen und wohlhabenden Gesellschaft mit einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft zu bringen. „Es werden laufend neue Direktiven verabschiedet“, sagt Georg Rogl, Nachhaltigkeitsexperte beim Beratungsunternehmen EY. Manche würden als Ankündigungen und Entwürfe vorliegen, manche seien bereitsschlagend. Ab 2023 gilt das etwa für die neue „Corporate Sustainability Reporting Directive“ (CSRD) der EU. Sie nimmt Unternehmen in Zusammenhang mit ihren Nachhaltigkeitsberichten stärker in die Pflicht. „Dann müssen alle großen und nicht mehr nur wie bisher kapitalmarktorientierte Unternehmen diesen vorlegen“, sagt Rogl, gleichzeitig Co-Leiter der Nachhaltigkeitsberatung EY-Carbon. Als „groß“ gelten der CSRD zufolge Betriebe dann, wenn sie zwei der folgenden Kriterien erfüllen: 40 Millionen Euro Umsatz, 20 Millionen Euro Bilanzsumme, mehr als 250 Mitarbeiter. Waren bisher von der Berichtspflicht etwa 80 heimische Unternehmen betroffen, geht das Umweltministerium in Zukunft von rund 2.000 aus. Gleichzeitig hat die EU auch formal und inhaltlich die Latte für die Nachhaltigkeitsberichte höher gelegt: So müssen diese verpflichtend ab 2023 im Lagebericht des Geschäftsberichts veröffentlicht werden. „Das bedeutet strengere Kontrollen und Vorgaben zum Inhalt“, sagt Rogl.

Zu Letzterem werde die EU entsprechende Vorgaben in einem eigenen Sustainability Reporting Standard veröffentlichen. „Bereits fix ist, dass die Themen Governance, Risikobereich und wie Unternehmen die Umsetzung der Pariser Klimaziele bis 2050 schaffen wollen, im Nachhaltigkeitsbericht zu finden sein müssen. Standards werden Prinzipien, Indikatoren und vielleicht Prozesse vorgeben“, erzählt der Senior Manager bei EY. Ebenfalls vorgegeben ist der doppelte Wesentlichkeitsbegriff. „Das heißt, man muss einerseits analysieren, welche Umwelt- und Sozialthemen von außen auf das Unternehmen einwirken, und andererseits was von diesem auf die Umwelt ausgeht“, beschreibt Rogl. Und das nicht nur kurz-, sondern auch mittel- und langfristig. Aufgaben, die der Wirtschaft bereits teils Kopfweh bereitet. Unternehmen brauchen somit tatsächlich eine Nachhaltigkeitsstrategie, um festzulegen, was wichtige Themen sind, wie man mit Zielen, Indikatoren, Verantwortlichkeiten und Maßnahmen umgeht, damit all das wieder im Nachhaltigkeitsbericht zu finden ist. Es gäbe zwar Pioniere, die bereits in diese Richtung tätig waren, aber auch manche, die noch nicht realisiert hätten, dass 2024 ein Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht werden müsse, so Rogl.

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Foto: iStock.com/Evhen Kornienko

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