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Die Zukunft hängt am Personal


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Tourismus

Gastlichkeit ist Menschlichkeit. Der Tourismus ist personalintensiv. Wenn die Mitarbeiter fehlen, geht dem Tourismus das Licht aus. Arbeitsmarkt und Branche sind um Schadensbegrenzung bemüht.

Von Siegfried Hetz

In Salzburg wie in Tirol gibt es Vollbeschäftigung. Die Arbeitslosigkeit ist auf rund 3,5 Prozent gesunken. Der Markt hält sich an seine eigenen Gesetze und hat sich von Lockdowns und Einschränkungen schneller und nachhaltiger erholt, als dies allgemein erwartet wurde. Dass auch der Tourismus vom allgemeinen Aufschwung profitiert, beweisen die Ergebnisse der abgelaufenen Sommersaison. Die Zahlen für den Sommer weisen sogar ein kleines Plus gegenüber dem Ergebnis von 2019 aus. Im Gegensatz dazu ist die Lage auf dem Tourismus-Arbeitsmarkt durchaus prekär. Der angespannte Facharbeitsmarkt führt dazu, dass viele Stellen unbesetzt bleiben müssen, was in der Folge zu einer Einschränkung des Angebots führt.

Arbeitsmarkt und Branche arbeiten an Lösungen

So auch die jeweiligen Landesgeschäftsstellen des AMS Salzburg und Tirol. Alfred Lercher, Geschäftsführer des AMS Tirol, sieht in Fachkräftemangel und Arbeitskräftebedarf aktuell die großen Herausforderungen und führt dazu aus: „Die Branche hat schon seit vielen Jahren Probleme mit der Personalausstattung. Hier gibt es verschiedene Gründe, die Saisonalität ist eine der größten Herausforderungen. Aufgrund der Corona-Krise fehlen aktuell aber auch noch Arbeitskräfte aus dem Ausland, speziell aus Osteuropa.“ Für das AMS sei klar, dass der Bedarf an Arbeitskräften durch die vorgemerkten arbeitslosen Personen im Gastgewerbe und Tourismus nicht abgedeckt werden kann. Um diesen hohen Bedarf abzudecken, gelte es, so Lercher, alle verfügbaren Arbeitskräfte aktiv zu vermitteln. Dazu zählen Berufsausbildungen im zweiten Bildungsweg und Weiterbildungen in der Gastronomie. „Hier haben wir auch die Zeit der Lockdowns genutzt und Onlinekurse angeboten, die gut gebucht wurden.“ Außerdem wird am 19. Oktober in Landeck ein Ausbildungszentrum Gastronomie eröffnet. Zudem seien zahlreiche Lehrabschlüsse im zweiten Bildungsweg über Bildungsmaßnahmen in den letzten Jahren in der Gastronomie zustande gekommen, führt Lercher aus. Dabei stellt sich jedoch die Frage, ob die ausgebildeten jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jetzt überhaupt noch in Gastronomie und Hotellerie tätig sind. Als eine weitere AMS-Bemühung, die Situation zu entspannen, wird die überregionale Vermittlung innerhalb von Österreich angeführt, wobei speziell in Ostösterreich Interessierte motiviert werden, in Tirol zu arbeiten. „Hier ist natürlich die Wohnmöglichkeit zur Verfügung zu stellen. Wir bilden zum Beispiel in Wien Etagenhilfskräfte aus, die dann nach Tirol kommen und in unseren Hotels eine Stelle finden“, präzisiert der AMS-Tirol-Chef.

Walter Veit, Hotelier am Obertauern und als ÖHV-Vizepräsident weitgehend zuständig für die Ferienhotellerie, zählt ein Bündel an Gründen auf, wie sich die akute Personalnot in der Branche aufgebaut und wie sie darauf reagiert hat. Maßgeblich dafür seien, so Veit, die Abwanderungen destouristischen Personals in andere Branchen in einem Umfang von etwa zehn Prozent der vor Corona insgesamt 230.000 Beschäftigten sowie der Wechsel von 30 Prozent in den Pflegebereich. Kompensationen in dem Sinne, dass Arbeitssuchende aus dem Osten Österreichs, insbesondere aus Wien, in die westlichen Bundesländer transferiert werden, seien ein heikler Punkt. Erfolgreich könne das nur sein, wenn die zukünftigen Mitarbeiter auch Freude an Tätigkeiten im Tourismus mitbringen. Wesentlich sei in diesem Zusammen[1]hang aber auch der Hinweis, dass sich die Situation auf dem touristischen Arbeitsmarkt auch in den Nachbarstaaten Österreichs nicht viel anders darstelle. „Wir haben es hier mit einer internationalen Problemlage zu tun“, so Veit, „und aktuell bleibt uns nicht viel anderes übrig, als die Einsparungen so zu organisieren, dass der Gast so wenig wie möglich davon merkt.“

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Foto: iStock.com/imaginima

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