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Direktvermarktung und Regionalität erleben Boom


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Direktvermarktung

Ein Drittel aller bäuerlichen Betriebe in Tirol ist als Direktvermarkter aktiv. Rund 1.500 bäuerliche Familien verkaufen ihre Produkte regelmäßig direkt zum Endkunden und erzielen ihr Haupteinkommen aus der Direktvermarktung.

Von Christian Wieselmayer

Die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln stieg im Zuge der Pandemie rasant an. Der Ab-Hof-Verkauf sowie Bauernläden, Bauernmärkte und bäuerliche Zustellservices hatten regen Zulauf. „Aber die Direktvermarktung stellt hohe Anforderungen an die bäuerlichen Familien und ist vielfach mit erheblichen Investitionen verbunden. Der Landeskulturfonds unterstützt hier mit Investitionskrediten und leistet einen Beitrag dazu, dass immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten direkt beim Bauern kaufen oder Gastronomiebetriebe und öffentliche Küchen ohne Zwischenhändler direkt beliefert werden. Damit bleibt die Wertschöpfung auf den bäuerlichen Betrieben und die Transportwege kurz“, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreter (LH-Stv.) Josef Geisler.

Tierwohl spielt eine große Rolle

Eine besondere Rolle für die Tiroler Landwirtschaft und insbesondere auch für die Direktvermarktung spielt das Tierwohl. Rund 40 besonders tierfreundliche Rinderstallbauten und weitere 15 Ställe für Hühner, Ziegen, Lämmer und zur Stutenmilchproduktion wurden 2020 mit zinsgünstigen Krediten vom Landeskulturfonds unterstützt. Zehn Betriebe haben bauliche Investitionen für die Veredelung und Vermarktung von Lebensmitteln investiert. „Nirgendwo ist der Kontakt zwischen Produzierenden und Konsumierenden unmittelbarer als in der Direktvermarktung“, so Geisler.

Die Arbeitsintensität ist hoch

Den Weg der Direktvermarktung hat auch die Familie Kranebitter vom Michelerhof in Mieming beschritten. Nach dem Stallneubau 2008 wurde mit der Direktvermarktung begonnen. Heute wird die gesamte Milch von 45 Kühen am Betrieb verarbeitet. Die Milch und Milchprodukte werden an Hofläden, Bäckereien, Fleischhauer, Altersheime, Schulen und die Gastronomie sowie an private Abnehmer geliefert. „Vor allem der Einstieg in die Direktvermarktung war mit einer beträchtlichen Investition verbunden“, erinnern sich Bettina und Benjamin Kranebitter. Und auch die Arbeitsintensität ist hoch. Der Tag beginnt oft schon um drei Uhr früh mit dem Ausliefern. Dann werden 100 Stück Vieh versorgt und die Milch zu den verschiedenen Frische-Produkten verarbeitet. Möglich ist das, weil die ganze Familie – angefangen von den Eltern, aber auch die in der Nähe lebenden Geschwister – mithilft. Daneben ist der Michelerhof auch Arbeitgeber und beschäftigt eine Voll- und zwei Teilzeitkräfte. „Wir wollen Regionalität und Nachhaltig leben und haben uns deshalb für diesen Weg entschieden“, stehen die Kranebitters zur Direktvermarktung. Mit der Installation einer Fotovoltaik- und einer Solaranlage wurde am Michelerhof bei der Energieversorgung schon 2013 ein weiterer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit gemacht.

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Foto: iStock.com/vgaji

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