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Zentrale Herausforderung für den Aufschwung


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Industrie Burgenland

Der burgenländischen Industrie fehlen Lehrlinge und Fachkräfte. Das ist neben dem Rohstoffmangel das größte Hindernis für den Aufschwung.

Von Ursula Rischanek

Der Erholungsprozess am burgenländischen Arbeitsmarkt setzt sich fort: Ende September waren laut AMS rund 7.000 Personen auf Jobsuche, dazu kommen rund 1.900 in Schulungen. Das ergibt einen Rückgang der Beschäftigungslosen um 14 Prozent im Vergleich zum September des Vorjahres. Die Zahl der Beschäftigten steuert damit auf einen neuen Rekord zu – an die 112.000 Beschäftigte werden prognostiziert, die endgültigen Daten gibt es Mitte des Monats. Definitiv auf Höhenflug befindet sich die Zahl der offenen Stellen, die mit 1. Oktober bei 2.100 lag. Am Lehrstellenmarktstehen 114 Lehrstellensuchende 236 offenen Stellen gegenüber. Dennoch geht die Schere am Arbeitsmarkt weiter auf: Rund 80 Prozent der burgenländischen Industrieunternehmen haben nach Angaben der Industriellenvereinigung Burgenland demnach Probleme, ihre offenen Stellen zu besetzen. Damit ist der Fachkräftemangel neben dem Rohstoffmangel das größte Hindernis auf dem Weg zum Wirtschaftsaufschwung. „Die Krise hat gezeigt, dass hohe Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel keineswegs im Widerspruch stehen. Und dieser Trend wird sich weiter fortsetzen, da sich zum einen die Kompetenzanforderungen wandeln und es zum anderen einen demografischen Rückgang gibt. Die Folge von fehlendem Personal ist, dass Aufträge nicht mehr abgearbeitet werden können und damit Wertschöpfung verloren geht“, sagt Manfred Gerger, Präsident der IV Burgenland.

In Konkurrenz mit den Großen

Auch der Metallverarbeiter Marchhart sucht händeringend Fachkräfte. „Unser Problem ist, dass wir ein KMU mit 90 Mitarbeitern sind“, erzählt Lisa Marchhart. Anders als große Industriebetriebe könne der Familienbetrieb angesichts seiner Größe jedoch nicht mit Auslandsaufenthalten, Montageaufträgen und diversen Benefits punkten. „Dafür gibt es bei uns beispielsweise flache Hierarchien, kurze Kommunikationswege und ein familiäres Klima“, beschreibt Marchhart. Nicht zuletzt versuche man, Mitarbeiter, die sich verändern wollten, mit Gehaltserhöhungen oder dem Angebot der Jobrotation in verschiedenen Bereichen zu halten. „Und wir haben eine neue Halle mit topmodernen Maschinen, die in Richtung Industrie 4.0 gehen – das kommt ebenfalls gut an“, so Marchhart. Doch nicht nur ausgebildete Fachkräfte, sondern auch Lehrlinge stehen auf ihrer Wunschliste. „Aktuell bilden wir einen Lehrling aus, aber wir würden gerne noch zwei oder drei ausbilden“, sagt Marchhart.

Ebenfalls auf Mitarbeitersuche ist der Verbundbauteilehersteller Isosport. „Ausgebildete Kunststofftechniker für die Produktion sind nur schwer zu finden, weil es kaum Lehrstellen gibt“, berichtet Birgit Schumich, Leitung Personal bei Isosport. Daher würde das Unternehmen selbst gerne mehr Lehrlinge ausbilden: „Wir haben heuer drei neue Lehrlinge aufgenommen, ein bis zwei würden wir gerne noch ausbilden“, sagt Schumich. Die Produktion ist nicht der einzige Bereich, für den Fachpersonal gesucht wird, das gilt auch für den Bereich Instandhaltung. Weil aber an Fachkräften wie Betriebsschlossern und -elektrikern ebenfalls Mangel herrscht, setzt Isosport in der Instandhaltung ebenfalls wieder auf die hauseigene Lehrlingsausbildung und schließt damit an eine kurzzeitig unterbrochene Tradition an. „Wir wollen uns für die Zukunft rüsten und bilden in jedem Beruf seit heuer wieder je einen Lehrling aus“, erzählt die Personalverantwortliche. Über zu wenig Bewerber für die Lehrstellen kann sie sich jedenfalls nicht beklagen. Das liege im Bereich Kunststofftechniker unter anderem an der hohen Lehrlingsentschädigung. „Aber wir sind auch ein vielseitiges Unternehmen“, sagt Schumich. Unter anderem wird den Lehrlingen ein konzernübergreifendes viertägiges Lehrlingscollege geboten, in dem es unter anderem um Soft Skills wie Team- oder Kommunikationsfähigkeit gehe. Den fertigen Fachkräften stehe schließlich ein vielfältiges internes Weiterbildungsangebot offen. „Sollte jemand darüber hinaus eine Weiterbildung, etwa an einer Fachhochschule, anstreben, werden individuelle Vereinbarungen getroffen“, sagt Schumich.

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Foto: iStock.com/industryview

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