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Logistikstandort Österreich braucht praxistaugliches Verkehrssystem


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Logistikstandort

Der Verkehr ist für ein Drittel des österreichischen CO2-Ausstoßes verantwortlich und rangiert nach den Sektoren Energieerzeugung und Industrie an zweiter Stelle. Das bringt den österreichischen Logistikbereich unter Zugzwang und verlangt den Politikern durchdachte Rahmenbedingungen in Form von umsetzbaren Maßnahmen ab. Diese Aufgaben werden jedoch nicht bundesweit zu lösen sein, sondern im Verbund mit Europa global bewältigt werden müssen.

Von Marie-Theres Ehrendorff

Weltweit gesehen ist die Schifffahrt der wirtschaftlich wichtigste Verkehrsträger. In Europa sind es Lkw und Eisenbahn, die die Güterbeförderung dominieren. Seit Jahrzehnten trommelt die Politik „Güter auf die Schiene“. Entlang der Verkehrsachse Wien-Linz-Wels befinden sich die meisten Logistikbetriebe des Landes und das Bahnnetz ist im Osten Österreichs auch das am besten ausgebaute Österreichs. Dennoch ist die Forderung „Güter auf die Schiene“ eine populistische, die an der Realität vorbeigeht. Die fünf Verkehrsträger der Alpenrepublik, basierend auf Straße, Schiene, Wasser, Luft und Leitungen, repräsentieren die Gesamtheit der österreichischen Verkehrswirtschaft.
Das Straßennetz ist im Vergleich zur Schieneninfrastruktur wesentlich dichter ausgebaut. Das schafft eine flächendeckende Erreichbarkeit. In den vergangenen Jahrzehnten hat der Anteil der Bahntransporte nicht zuletzt wegen des Stilllegens von Regional- und Nebenbahnen sowie Güterverladestellen abgenommen. Trotz seiner begrenzten Ladekapazität hat der Lkw die Bahn in vielen Einsatzgebieten längst überholt, auch wenn der Anteil des österreichischen Bahntransports im EU-weiten Vergleich noch überdurchschnittlich hoch ist.

Der Transport mittels Lkw ist im Vergleich zum Güterverkehr auch logistisch simpler zu handhaben: Lkw-Transporte zu und von Güterterminals, Umschlagsleistungen zwischen Bahn und Lkw, Waggons sowie Trassenkapazitäten sind aufwendig, bürokratisch und müssen abgestimmt werden. Die hohe Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse vieler Unternehmen und Konsumenten spricht für den Transport auf der Straße und die Digitalisierung der Bahn ist noch nicht in jenem Ausmaß fortgeschritten, um eine ernst zu nehmende Alternative zu sein. Die ständig kurzfristigere Planung von Unternehmen und Logistik führt häufig zu kleineren Transportmengen, die wiederum durch Lkw kostengünstig erledigt werden können. Auch große Distanzen rasch und mit geringem Abstimmungsaufwand zu überwinden ist ein besonderes Spezifikum des Straßentransports. Transportplattformen erhöhen die Effizienz des Gütertransports auf der Straße und unterstützen durchgängige elektronische Geschäftsprozesse, die im Bahnsektor erst im Aufbau sind. Wenn auch die ÖBB-Töchter, allen voran die Rail Cargo Austria, die über 70 Prozent des Gütertransports auf der Bahn in Österreich abwickelt, eine klare Digitalisierungsstrategie verfolgen, lässt sich deren umfassende Implementierung nicht von heute auf morgen umsetzen.

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Foto: iStock.com/Tryaging

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